{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Zivilsenat","decided":"2015-01-15","aktenzeichen":"V ZB 191/14","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nV ZB 191/14\nvom\n\n15. Januar 2015\n\nin dem Zwangsversteigerungsverfahren\n\nDer V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 15. Januar 2015 durch die\nVorsitzende Richterin Dr. Stresemann, den Richter Dr. Czub, die Richterinnen\nDr. Brückner und Weinland und den Richter Dr. Kazele\n\nbeschlossen:\n\nDer Antrag der Beteiligten zu 1 und 2 auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Verfahren der Rechtsbeschwerde wird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Prozesskostenhilfe ist - trotz Zulassung der Rechtsbeschwerde wegen\ngrundsätzlicher Bedeutung - nicht zu bewilligen, wenn die sich im Rechtsmittelverfahren stellenden Rechtsfragen geklärt sind und die Sache selbst keine Aussicht auf Erfolg hat (BGH, Beschluss vom 11. September 2002 - VIII ZR 235/02,\nMDR 2002, 109, 110). So ist es hier.\n\n2 1. Das Beschwerdegericht hat die Rechtsbeschwerde wegen der Rechtsfrage zugelassen, ob eine Grundstücksteilung eine gegenüber dem die\nZwangsversteigerung bestrangig betreibenden Gläubiger gemäß § 23 ZVG relativ unwirksame Verfügung darstellt. Diese Rechtsfrage ist durch den nach der\nEntscheidung des Beschwerdegerichts ergangenen Beschluss des Senats vom\n5. Juni 2014 (V ZB 16/14, WM 1014, 1584 ff.) geklärt. Die Teilung oder Vereinigung von Grundstücken ist eine Verfügung im Sinne von § 23 ZVG. Sie ist -\nwenn der Gläubiger die Verfügung nicht genehmigt - ihm gegenüber unwirksam. Das Zwangsversteigerungsverfahren ist dann - ungeachtet der Eintragung\n\ndes neuen Bestands im Grundbuch - so fortzuführen, als wäre die Verfügung\nnicht erfolgt (Senat, Beschluss vom 5. Juni 2014 - V ZB 16/14, aaO Rn. 13).\n\n3 2. Die Rechtsbeschwerde hat danach keine Aussicht auf Erfolg.\n\n4 a) Die Rechtsfrage, deretwegen die Rechtsbeschwerde zugelassen worden ist, ist richtig entschieden worden. Es ist - entgegen dem von den Beteiligten zu 1 und 2 (Schuldnern) im Beschwerdeverfahren vorgebrachten Rechtsstandpunkt - nicht zu beanstanden, dass die mit dem Bürogebäude und mit\ndem Musterhaus bebauten Flurstücke trotz der nach ihrer Beschlagnahme im\nGrundbuch vollzogenen Teilung in zwei selbständige Grundstücke in dem\nZwangsversteigerungsverfahren weiterhin als ein Grundstück behandelt worden\nsind.\n\n5 b) Andere Gründe, aus denen die Zuschlagsbeschwerde Erfolg haben\nkönnte, liegen nicht vor.\n\n6 aa) An die Feststellung des Beschwerdegerichts, dass die Beteiligte zu 3\n(die das Verfahren betreibende Gläubigerin) die Teilung nicht genehmigt hat, ist\ndas Rechtsbeschwerdegericht gebunden (§ 577 Abs. 2 Satz 4 i.V.m. § 559\nAbs. 1 ZPO). Die Grundstücksteilung ist daher gegenüber der Beteiligten zu 3\nnicht wirksam geworden. Gegenstand der Zwangsversteigerung blieb das ungeteilte, aus zwei Flurstücken bestehende Grundstück.\n\n7 bb) Vor diesem Hintergrund lag hier - anders als in der zitierten Senatsentscheidung vom 5. Juni 2014 - auch keine unrichtige Bekanntmachung der\nTerminsbestimmung vor, die ein nach § 83 Nr. 7, § 43 Abs. 1, § 37 Nr. 1 i.V.m.\n§ 100 Abs. 3 ZVG von Amts wegen zu beachtender Zuschlagsgrund wäre. In\nder Bekanntmachung wurde das Versteigerungsobjekt gemäß § 38 Abs. 1\nSatz 1 ZVG nach den aktuellen, zwei Grundstücke ausweisenden Eintragungen\n\nim Grundbuch beschrieben. Es wurde jedoch zugleich unter Hinweis auf die\nfrühere Eintragung zutreffend als ein Versteigerungsgegenstand bezeichnet, für\nden folgerichtig auch nur ein Verkehrswert gemäß § 74a Abs. 5 ZVG festgesetzt worden ist.\n\n8 cc) Da nur ein Grundstück zu versteigern war, kommt schließlich auch\nkein Zuschlagsversagungsgrund nach § 83 Nr. 2 i.V.m. § 63 Abs. 4 ZVG in Betracht.\n\nStresemann Czub Brückner\n\nWeinland Kazele\n\nVorinstanzen:\nAG Freudenstadt, Entscheidung vom 23.05.2014 - 11 K 50/12 -\nLG Rottweil, Entscheidung vom 24.09.2014 - 1 T 92/14 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2015-01-15/v-zb-191-14","cited_norms":[{"jurabk":"ZVG","ref":"§ 23","ref_norm":"23","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 559","ref_norm":"559","n":1},{"jurabk":"ZVG","ref":"§ 38","ref_norm":"38","n":1},{"jurabk":"ZVG","ref":"§ 63","ref_norm":"63","n":1},{"jurabk":"ZVG","ref":"§ 74a","ref_norm":"74a","n":1},{"jurabk":"ZVG","ref":"§ 100","ref_norm":"100","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2015-01-15/v-zb-191-14","retrieved":"2026-10-24 07:59:14.205754+00:00"},"card":{"id":"bgh/2015-01-15/v-zb-191-14","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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