{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Zivilsenat","decided":"2014-09-24","aktenzeichen":"V ZB 71/14","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nV ZB 71/14\n\nvom\n\n24. September 2014\n\nin der Abschiebungshaftsache\n\nDer V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 24. September 2014 durch die\nVorsitzende Richterin Dr. Stresemann, den Richter Dr. Czub, die Richterinnen\nDr. Brückner und Weinland und den Richter Dr. Kazele\n\nbeschlossen:\n\nAuf die Rechtsmittel des Betroffenen werden die Beschlüsse des\nAmtsgerichts Bonn vom 31. Januar 2014 und der 4. Zivilkammer\ndes Landgerichts Bonn vom 9. April 2014 im Kostenpunkt und\ninsoweit aufgehoben, als sie den Zeitraum ab dem\n15. Januar 2014 betreffen.\n\nEs wird festgestellt, dass die Inhaftierung des Betroffenen vom\n15. Januar 2014 bis zum 23. Januar 2014 rechtswidrig war.\n\nGerichtskosten werden in allen Instanzen nicht erhoben. Die zur\nzweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendigen Auslagen\ndes Betroffenen werden der Stadt Bonn auferlegt.\n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt\n5.000 €.\n\nGründe:\n\n1 Entgegen der Auffassung des Beschwerdegerichts kann ein Antrag auf\nAufhebung der Haft (§ 426 FamFG) zu jeder Zeit auf Mängel der\nHaftanordnung gestützt werden, auch wenn neue Umstände nicht eingetreten\nsind. Die formelle Rechtskraft der Haftanordnung hat nur zur Folge, dass die\nRechtswidrigkeit in dem Haftaufhebungsverfahren erst ab dem Zeitpunkt des\n\nEingangs des Haftaufhebungsantrags bei Gericht festgestellt werden kann\n(näher Senat, Beschluss vom 29. November 2012 – V ZB 170/12, InfAuslR\n2013, 157 Rn. 6 f.); dem hat der Betroffene mit seinen Anträgen Rechnung\ngetragen.\n\n2 Die Haftanordnung des Amtsgerichts hat den Betroffenen bereits deshalb\nin seinen Rechten verletzt, weil abzusehen war, dass die Haft in der\nJustizvollzugsanstalt Büren und damit unter Verletzung der im Lichte von Art.\n16 Abs. 1 Satz 1 der Richtlinie 2008/115/EG auszulegenden Vorschrift des §\n62a Abs. 1 AufenthG vollzogen werden würde (vgl. näher Senat, Beschluss\nvom 25. Juli 2014 – V ZB 137/14, juris Rn. 7 bis 10).\n\n3 Von einer weiteren Begründung wird abgesehen (§ 74 Abs. 7 FamFG).\n\nStresemann Czub Brückner\n\nWeinland Kazele\n\nVorinstanzen:\nAG Bonn, Entscheidung vom 31.01.2014 - 50 XIV 4843.B -\nLG Bonn, Entscheidung vom 09.04.2014 -43 T 45/14 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2014-09-24/v-zb-71-14","cited_norms":[{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 74","ref_norm":"74","n":1},{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 426","ref_norm":"426","n":1},{"jurabk":"AufenthG 2004","ref":"§ 62a","ref_norm":"62a","n":1},{"jurabk":"RL 2008/115/EG","ref":"Art 16","ref_norm":"16","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2014-09-24/v-zb-71-14","retrieved":"2026-10-24 07:59:12.478353+00:00"},"card":{"id":"bgh/2014-09-24/v-zb-71-14","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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