{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Zivilsenat","decided":"2013-10-08","aktenzeichen":"II ZR 269/12","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nII ZR 269/12\n\nvom\n\n8. Oktober 2013\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 8. Oktober 2013 durch den\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Bergmann und den Richter Prof. Dr. Strohn, die\nRichterin Dr. Reichart sowie die Richter Dr. Drescher und Born\n\nbeschlossen:\n\nDas Verfahren ist unterbrochen.\n\nGründe:\n\n1 Das Verfahren ist seit der Löschung der Beklagten im Handelsregister\nnach § 241 Abs. 1 ZPO unterbrochen.\n\n2 1. Die Beklagte hat ihre Parteifähigkeit nicht durch die Löschung im Handelsregister verloren. Die Löschung einer vermögenslosen GmbH nach § 394\nAbs. 1 FamFG hat zwar zur Folge, dass die Gesellschaft ihre Rechtsfähigkeit\nverliert und damit nach § 50 Abs. 1 ZPO auch ihre Fähigkeit, Partei eines\nRechtsstreits zu sein. Eine GmbH bleibt aber trotz der Löschung parteifähig,\nwenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass noch verwertbares Vermögen vorhanden ist (BGH, Urteil vom 25. Oktober 2010 - II ZR 115/09, ZIP 2010, 2444\nRn. 22 mwN). Da die Streithelfer der Beklagten wegen einer möglicherweise\nbestehenden Einstandspflicht gegenüber der Beklagten beigetreten sind, bestehen Anhaltspunkte für verwertbares Vermögen der Beklagten.\n\n3 2. Der Rechtsstreit ist aber wegen der Prozessunfähigkeit der Beklagten\nunterbrochen. Nach § 241 Abs. 1 ZPO ist ein Verfahren unterbrochen, wenn\neine nicht prozessfähige Partei keinen gesetzlichen Vertreter mehr hat. Dieser\nFall ist mit der Amtslöschung der Beklagten eingetreten. Damit verlor die Liquidatorin der Beklagten ihr Amt. Die Löschung hat zur Folge, dass der bisherige\n\norganschaftliche Vertreter seine Vertretungsbefugnis verliert und die GmbH\nprozessunfähig wird (BGH, Urteil vom 18. Januar 1994 - XI ZR 95/93, NJW-RR\n1994, 542).\n\n4 Dass die Liquidatorin Rechtsanwältin ist und die Beklagte im Verfahren\nvor dem Berufungsgericht vertreten hat, hindert die Unterbrechung nicht. Nach\n§ 246 Abs. 1 ZPO tritt die Unterbrechung nicht ein, wenn die Gesellschaft durch\neinen Prozessbevollmächtigten vertreten war (vgl. BGH, Urteil vom 8. Februar\n1993 - II ZR 62/92, BGHZ 121, 263, 266; Urteil vom 18. Januar 1994\n- XI ZR 95/93, NJW-RR 1994, 542). Das setzt grundsätzlich voraus, dass die\nVertretung auf einer Prozessvollmacht beruht und damit § 86 ZPO Anwendung\nfindet. Wenn der gesetzliche Vertreter der Partei selbst Rechtsanwalt ist und\nsie nicht aufgrund einer Prozessvollmacht vertritt (vgl. § 78 Abs. 4 ZPO), ist\n\n§ 246 ZPO nicht anwendbar, sondern der Rechtsstreit mit dem Wegfall der\norganschaftlichen Vertretungsbefugnis unterbrochen (vgl. OLG Köln, OLGR\n2003, 173; MünchKommZPO/Gehrlein, 4. Aufl., § 241 Rn. 3; Stein/Jonas/Roth,\nZPO, 22. Aufl., § 246 Rn. 3; Zöller/Greger, ZPO, 30. Aufl., § 246 Rn. 2a).\n\nBergmann Strohn Reichart\n\nDrescher Born\n\nVorinstanzen:\nLG München I, Entscheidung vom 29.06.2010 - 28 O 12034/09 -\nOLG München, Entscheidung vom 06.06.2012 - 20 U 3775/10 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-10-08/ii-zr-269-12","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 241","ref_norm":"241","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 246","ref_norm":"246","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 86","ref_norm":"86","n":1},{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 394","ref_norm":"394","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 50","ref_norm":"50","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-10-08/ii-zr-269-12","retrieved":"2026-10-24 07:57:31.714152+00:00"},"card":{"id":"bgh/2013-10-08/ii-zr-269-12","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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