{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"4. Zivilsenat","decided":"2013-07-17","aktenzeichen":"IV ZR 86/13","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\nIV ZR 86/13\nvom\n\n17. Juli 2013\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Vorsitzende Richterin Mayen, die Richterin Harsdorf-Gebhardt, die Richter\nDr. Karczewski, Lehmann und die Richterin Dr. Brockmöller\n\nam 17. Juli 2013\n\nbeschlossen:\n\nDas Verfahren wird bis zur Entscheidung des Bundesve rfassungsgerichts in dem bei ihm anhängigen Verfahren\n1 BvR 1820/13 ausgesetzt.\n\nGründe:\n\n1 I. Der am 26. Juli 1946 geborene und bei der Zusatzversorgung\nder Beklagten versicherte Kläger begehrt den Wegfall der infolge Versorgungsausgleichs vorgenommenen Kürzung seiner Rente bei der B eklagten nach dem Tod seiner geschiedenen Ehefrau. Durch Urteil des\nAmtsgerichts - Familiengerichts - vom 12. September 1995 wurde er von\nseiner Ehefrau geschieden. Ferner wurden durch Beschluss vom 13. Dezember 1995 zu Lasten seiner Versorgung bei der Beklagten auf dem\nVersicherungskonto seiner Ehefrau bei der gesetzlichen Rentenversich erung Anwartschaften in Höhe von 41,37 DM pro Monat begründet. Am\n5. Januar 2010 verstarb die Ehefrau des Klägers. Er erhält seit 1. August\n2011 aus der gesetzlichen Rentenversicherung eine Regelaltersrente\nund von der Beklagten eine Betriebsrente von 411,73 € brutto monatlich.\n\nDiese ist wegen des Versorgungsausgleichs um 103,79 € brutto monatlich gekürzt.\n\n2 Der Kläger hat beantragt, die Beklagte zu verurteilen, eine Kürzung der Betriebsrente des Klägers zur Versicherungsnummer …\nwegen des durchgeführten Versorgungsausgleich s aus dem\nScheidungsverfahren in Höhe von 103,79 € zu unterlassen, sowie an den\nKläger, nach Maßgabe ihrer Satzung hinsichtlich einer zu leistenden B etriebsrente zur Versicherungsnummer … für die Zeit vom\n1. August 2011 an, über den bereits geleisteten Betrag in Höhe von monatlich 411,73 € brutto hinaus einen weiteren Betrag in Höhe von\n103,79 €, mithin 515,52 € zu bezahlen. Die Klage ist in den Vorinstanzen\nerfolglos geblieben. Hiergegen richtet sich die Revision des Klägers.\n\n3 II. Der Rechtsstreit ist in entsprechender Anwendung von § 148\nZPO auszusetzen, weil es für seine Entscheidung auf die Verfassung smäßigkeit von § 32 VersAusglG ankommt. Nach § 37 Abs. 1 VersAusglG\nwird, wenn die ausgleichsberechtigte Person verstorben ist, ein Anre cht\nder ausgleichspflichtigen Person auf Antrag nicht länger aufgrund des\nVersorgungsausgleichs gekürzt. Die Anpassung findet nur statt, wenn die\nausgleichsberechtigte Person die Versorgung aus dem im Versorgung sausgleich erworbenen Anrecht nicht länger als 36 Monate bezogen hat\n(§ 37 Abs. 2 VersAusglG). Gemäß § 32 VersAusglG gelten die §§ 33 bis\n38 nur für die gesetzliche Rentenversicherung sowie die weiteren dort\ngenannten Regelsicherungssysteme. Im Bereich der ergänzenden A ltersvorsorge - wie hier derjenigen der Beklagten - findet § 32 i.V.m. § 37\nVersAusglG demgegenüber keine Anwendung. Die Revision macht ge l-\n\ntend, dass dieser Ausschluss der Zusatzversorgung der Beklagten unter\nanderem gegen Art. 3 Abs. 1 und Art. 14 GG verstößt.\n\n4 Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat mit Beschluss vom\n6. März 2013 entschieden, die Regelung des § 32 VersAusglG sei mit\ndem Grundgesetz vereinbar (XII ZB 271/11, FamRZ 2013, 852). Gegen\ndiese Entscheidung hat der dortige Beschwerdeführer Verfassungsb eschwerde eingelegt (1 BvR 1820/13). Ist die Verfassungsmäßigkeit eines\nentscheidungserheblichen Gesetzes, wie hier von § 32 VersAusglG, bereits Gegenstand einer anhängigen Verfassungsbeschwerde, ist die Au ssetzung des Verfahrens aus prozessökonomischen Gründen in entspr echender Anwendung des § 148 ZPO ohne gleichzeitige Vorlage an das\nBundesverfassungsgericht (Art. 100 Abs. 1 GG) zulässig, solange sich\ndas erkennende Gericht nicht von der Verfassungswidrigke it des entscheidungserheblichen Gesetzes überzeugt hat (BGH, Beschluss vom\n\n18. Juli 2000 - VIII ZR 323/99, RdE 2001, 20 unter II 1). Diese Vorau ssetzungen sind hier erfüllt, so dass das Verfahren bis zur Entscheidung\ndes Bundesverfassungsgerichts in dem dort anhängigen Verfahren auszusetzen ist.\n\nMayen Harsdorf-Gebhardt Dr. Karczewski\n\nLehmann Dr. Brockmöller\n\nVorinstanzen:\nAG Karlsruhe, Entscheidung vom 10.07.2012 - 2 C 181/12 -\nLG Karlsruhe, Entscheidung vom 08.02.2013 - 6 S 12/12 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-07-17/iv-zr-86-13","cited_norms":[{"jurabk":"VersAusglG","ref":"§ 32","ref_norm":"32","n":4},{"jurabk":"VersAusglG","ref":"§ 37","ref_norm":"37","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 148","ref_norm":"148","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 14","ref_norm":"14","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 100","ref_norm":"100","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-07-17/iv-zr-86-13","retrieved":"2026-10-24 07:58:35.161222+00:00"},"card":{"id":"bgh/2013-07-17/iv-zr-86-13","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. 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