{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"7. Zivilsenat","decided":"2013-07-08","aktenzeichen":"VII ZB 35/12","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nVII ZB 35/12\n\nvom\n8. Juli 2013\nin dem Rechtsstreit\n\nDer VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 8. Juli 2013 durch den\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Kniffka, die Richterin Safari Chabestari, den\nRichter Dr. Eick, den Richter Kosziol und den Richter Dr. Kartzke\n\nbeschlossen:\n\nDer Vollstreckungsbescheid des Amtsgerichts Hünfeld vom\n24. Januar 2011, das zweite Versäumnisurteil des Amtsgerichts Fürth/Odenwald vom 28. März 2011 und der Beschluss\ndes Landgerichts Darmstadt vom 13. Juni 2012 sind durch\nRücknahme der Klage wirkungslos geworden.\n\nDer Antrag des Beklagten, dem Kläger die Kosten des Rechtsstreits aufzuerlegen, wird zurückgewiesen.\n\nGründe:\n\n1 Der Kläger hat die Klage nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens über\ndas Vermögen des Beklagten mit Zustimmung des Insolvenzverwalters und des\nBeklagten zurückgenommen. Diese Prozesshandlung kann auch im Rechtsbeschwerdeverfahren noch durch den Prozessvertreter II. Instanz wirksam erklärt\nwerden (BGH, Beschlüsse vom 22. April 1970 - IV ZR 1103/68, NJW 1970,\n1320 und vom 10. Juli 1954 - III ZR 229/53, BGHZ 14, 210). Der (vorsorgliche)\nWiderruf der Klagerücknahme im Schriftsatz an den Senat vom 23. Mai 2013\nentfaltet keine Wirkung, da die Klagerücknahme als prozessuale Bewirkungshandlung mit unmittelbarer Wirkung unwiderruflich ist (vgl. Zöller/Greger, ZPO,\n29. Aufl., vor § 128 Rn. 18 und § 269 Rn. 12 m.w.N.).\n\n2 Auf das Angebot des Klägers, die Klage zurückzunehmen, wenn der Insolvenzverwalter bestätige, dass in diesem Fall ein Kostenantrag nicht gestellt\nwerde, hat dieser sich mit der vorgeschlagenen Vorgehensweise einverstanden\nerklärt und ausdrücklich erklärt, dass für den Fall der Klagerücknahme kein\nKostenantrag gestellt werde. Diese Erklärung des Insolvenzverwalters ist als\nvergleichsweiser Verzicht auf den Kostenerstattungsanspruch des Beklagten\nauszulegen.\n\n3 Zur Verzichtserklärung war der Insolvenzverwalter nach Eröffnung des\nInsolvenzverfahrens durch den Übergang des Verwaltungs- und Verfügungsrechts gemäß § 80 Abs. 1 InsO befugt. Die Entscheidung bindet den Insolvenzschuldner. Der Anspruch auf Kostenerstattung auf Beklagtenseite war damit\nerloschen, die später erfolgte Freigabe der Forderung aus der Masse im\nSchreiben an den Senat vom 27. Mai 2013 geht daher ins Leere.\n\n4 Der Verzicht auf den Kostenerstattungsanspruch bewirkt, dass der Antrag des Klägers auf Kostentragung des Beklagten unbegründet ist\n(MüKoZPO/Becker-Eberhard, 4. Aufl., § 269 Rn. 71).\n\n5 Die Erklärung der Wirkungslosigkeit der vorangegangenen gerichtlichen\nEntscheidungen erfolgt nach § 269 Abs. 3 ZPO.\n\nKniffka Safari Chabestari Eick\n\nKosziol Kartzke\n\nVorinstanzen:\nAG Fürth, Entscheidung vom 28.03.2011 - 1 C 97/11 (10) -\nLG Darmstadt, Entscheidung vom 13.06.2012 - 7 S 187/11 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-07-08/vii-zb-35-12","cited_norms":[{"jurabk":"InsO","ref":"§ 80","ref_norm":"80","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 269","ref_norm":"269","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-07-08/vii-zb-35-12","retrieved":"2026-10-24 07:59:55.359859+00:00"},"card":{"id":"bgh/2013-07-08/vii-zb-35-12","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"7. 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