{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"9. Zivilsenat","decided":"2013-04-11","aktenzeichen":"IX ZR 226/12","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIX ZR 226/12\n\nvom\n\n11. April 2013\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter Vill,\nProf. Dr. Gehrlein, Raebel, Grupp und die Richterin Möhring\n\nam 11. April 2013\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil\ndes 1. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom\n29. August 2012 wird auf Kosten der Beklagten zurückgewiesen.\n\nDer Streitwert wird auf 207.485,39 € festgesetzt.\n\nGründe:\n\n1 Die Beschwerde deckt keinen Zulassungsgrund auf. Es fehlt bereits an\neiner ordnungsgemäßen Darlegung, weil die aus Art. 12 GG hergeleiteten Rügen nicht in einen der Zulassungsgründe des § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 und 2\nZPO eingebunden werden.\n\n2 1. Ohne Erfolg beanstanden die Beklagten, das Gericht sei gehalten gewesen, die Staatsangehörigkeit der Beklagten zu 1 zu erfragen.\n\n3 Diese - offenbar auf § 139 ZPO gestützte - Rüge ist jedenfalls nicht begründet. Für eine etwaige Verletzung der Aufklärungspflicht ist der materiellrechtliche Standpunkt des Vordergerichts ohne Rücksicht auf seine Richtigkeit\nmaßgeblich (BGH, Urteil vom 30. Oktober 1990 - XI ZR 173/89, NJW 1991,\n\n704; vom 14. Oktober 2008 - VI ZR 36/08, NJW 2009, 355 Rn. 7). Danach\nscheidet ein Verfahrensfehler aus, weil die Staatsangehörigkeit der Beklagten\nfür die materiell-rechtliche Würdigung des Berufungsgerichts ersichtlich ohne\nBedeutung war.\n\n4 2. Ein Verstoß gegen Art. 12 Abs. 1 GG ist nach dem Inhalt der geltend\ngemachten Rüge nicht ersichtlich.\n\n5 Die von der Beschwerde angeführten Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 56, 99, 107; 61, 68, 74) sind auf den Streitfall nicht\nübertragbar. Vorliegend geht es abweichend von den dort entschiedenen Gestaltungen nicht um die Zulässigkeit einer Vertretung allein durch den Anwalt,\nder mit einem nicht vertretungsberechtigten Anwalt in einer Sozietät oder Bürogemeinschaft verbunden ist. Vielmehr wird ungeachtet der für den Beklagten\nnach § 206 Abs. 1 BRAO maßgeblichen Tätigkeitsbeschränkung von der Beschwerde eine gemeinsame Vertretung durch beide Beklagte geltend gemacht.\nDiese Schlussfolgerung kann der von der Beschwerde angeführten Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nicht entnommen werden.\n\n6 3. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2\nHalbsatz 2 ZPO abgesehen.\n\nVill Raebel Gehrlein\n\nGrupp Möhring\n\nVorinstanzen:\nLG Heidelberg, Entscheidung vom 26.07.2011 - 1 O 165/10 -\nOLG Karlsruhe, Entscheidung vom 29.08.2012 - 1 U 138/11 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-04-11/ix-zr-226-12","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 12","ref_norm":"12","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 139","ref_norm":"139","n":1},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 206","ref_norm":"206","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-04-11/ix-zr-226-12","retrieved":"2026-10-24 08:00:50.004766+00:00"},"card":{"id":"bgh/2013-04-11/ix-zr-226-12","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"9. Zivilsenat","date":"2013-04-11","dockets":["IX ZR 226/12"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 11.04.2013 – IX ZR 226/12","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2013-04-11/ix-zr-226-12","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil\ndes 1. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom\n29. August 2012 wird auf Kosten der Beklagten zurückgewiesen.\n\nDer Streitwert wird auf 207.485,39 € festgesetzt.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"GG/12","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"12","label":"Art 12 GG","mentions":2},{"id":"ZPO/139","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"139","label":"§ 139 ZPO","mentions":1},{"id":"BRAO/206","law":"BRAO","abbreviation":"BRAO","ref":"206","label":"§ 206 BRAO","mentions":1},{"id":"ZPO/544","law":"ZPO","abbreviation":"ZPO","ref":"544","label":"§ 544 ZPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-24T08:00:50.004766+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}