{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"Senat für Anwaltssachen","decided":"2012-07-02","aktenzeichen":"AnwZ (Brfg) 53/11","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nAnwZ (Brfg) 53/11\n\nvom\n\n2. Juli 2012\n\nin der verwaltungsrechtlichen Anwaltssache\n\nwegen Wiederzulassung zur Rechtsanwaltschaft\n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch den Vorsitzenden\nRichter Prof. Dr. Kayser, den Richter Prof. Dr. König, die Richterin Dr. Fetzer\nsowie die Rechtsanwälte Dr. Frey und Dr. Martini\n\nam 2. Juli 2012 beschlossen:\n\nAuf Antrag des Klägers wird die Berufung gegen das Urteil des\nII. Senats des Anwaltsgerichtshofs Baden-Württemberg vom\n6. September 2011 zugelassen.\n\nGründe:\n\n1 Der Kläger begehrt die Wiederzulassung zur Rechtsanwaltschaft. Er war\nvon 1982 bis 1987 und von Juli 1996 bis zu dem im Dezember 1997 wegen\nVermögensverfalls erfolgten Zulassungswiderruf als Rechtsanwalt zugelassen.\nSeinen Antrag auf erneute Zulassung zur Rechtsanwaltschaft vom 21. August\n2009 hat die Beklagte mit Bescheid vom 19. Februar 2010 abgelehnt und seinen Widerspruch mit Bescheid vom 3. August 2010 zurückgewiesen. Die hierauf erhobene Klage hat der Anwaltsgerichtshof abgewiesen. Dagegen richtet\nsich der Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung.\n\n2 1. Der nach § 112e Satz 2 BRAO, § 124a Abs. 4 VwGO statthafte Antrag\nhat Erfolg. Die Berufung ist zuzulassen, weil ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des erstinstanzlichen Urteils bestehen (§ 112e Satz 2 BRAO, § 124 Abs. 2\nNr. 1, § 124a Abs. 5 Satz 2 VwGO).\n\n3 Dieser Zulassungsgrund setzt voraus, dass ein einzelner tragender\nRechtssatz oder eine erhebliche Tatsachenfeststellung mit schlüssigen Argumenten in Frage gestellt wird (BVerfGE 110, 77, 83; BVerfG, NVwZ 2000, 1163,\n\n1164; NVwZ-RR 2008, 1; NJW 2009, 3642; BGH, Beschluss vom 23. März\n2011 - Anwz (Brfg) 9/10, juris Rn. 3). Der Kläger hat die Auffassung des Anwaltsgerichtshofs mit beachtlichen Argumenten angegriffen. Bei der im Zulassungsverfahren allein möglichen summarischen Überprüfung kann nicht ausgeschlossen werden, dass die von ihm angestrebte Berufung Erfolg hat.\n\n4 2. Das Verfahren wird als Berufungsverfahren fortgesetzt; der Einlegung\neiner Berufung bedarf es nicht (§ 112e Satz 2 BRAO, § 124a Abs. 5 Satz 5\nVwGO).\n\nRechtsmittelbelehrung:\n\nDie Berufung ist innerhalb eines Monats nach Zustellung des Beschlusses über die Zulassung der Berufung zu begründen. Die\nBegründung ist beim Bundesgerichtshof, Herrenstraße 45a, 76133\nKarlsruhe, einzureichen. Die Begründungsfrist kann auf einen vor\nihrem Ablauf gestellten Antrag vom Vorsitzenden verlängert werden. Die Begründung muss einen bestimmten Antrag enthalten\nsowie die im Einzelnen anzuführenden Gründe der Anfechtung\n(Berufungsgründe). Wegen der Verpflichtung, sich im Berufungsverfahren vertreten zu lassen, wird auf die Rechtsmittelbelehrung\nin der angefochtenen Entscheidung Bezug genommen. Mangelt\nes an einem dieser Erfordernisse, so ist die Berufung unzulässig\n(§ 112e Satz 2 BRAO, § 124a Abs. 6 VwGO).\n\nEs wird darauf hingewiesen, dass dem Kläger gemäß § 32 BRAO,\n§ 26 Abs. 1 VwVfG die Verpflichtung obliegt, an der Aufklärung\ndes maßgeblichen Sachverhalts mitzuwirken. Nach § 125 Abs. 1\nSatz 1 VwGO i.V.m. § 87b Abs. 2 VwGO wird ihm aufgegeben, innerhalb der Frist für die Begründung der Berufung eine geordnete\nAufstellung seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse vorzulegen, einschließlich einer Aufstellung sämtlicher gegen ihn erhobener Forderungen und eines Zins- und Tilgungsplans hinsichtlich der Verbindlichkeiten gegenüber der Kreissparkasse. Außerdem wird ihm aufgegeben, die letzten Steuererklärungen und\nSteuerbescheide ab dem Jahre 2009 vorzulegen. Erklärungen und\n\nBeweismittel, die erst nach Ablauf der Frist vorgelegt werden,\nkönnen aus diesem Grund zurückgewiesen werden, wenn ihre Zulassung nach der freien Überzeugung des Gerichts die Erledigung\ndes Rechtsstreits verzögern würde und der Kläger die Verspätung\nnicht hinreichend entschuldigt (§ 87b Abs. 3 VwGO).\n\nKayser König Fetzer\nFrey Martini\n\nVorinstanz:\nAGH Stuttgart, Entscheidung vom 06.09.2011 - AGH 11/10 (II)","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2012-07-02/anwz-brfg-53-11","cited_norms":[{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 112e","ref_norm":"112e","n":4},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124a","ref_norm":"124a","n":4},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 87b","ref_norm":"87b","n":2},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 125","ref_norm":"125","n":1},{"jurabk":"VwVfG","ref":"§ 26","ref_norm":"26","n":1},{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 32","ref_norm":"32","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2012-07-02/anwz-brfg-53-11","retrieved":"2026-10-24 07:50:43.923829+00:00"},"card":{"id":"bgh/2012-07-02/anwz-brfg-53-11","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat für Anwaltssachen","date":"2012-07-02","dockets":["AnwZ (Brfg) 53/11"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 02.07.2012 – AnwZ (Brfg) 53/11","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2012-07-02/anwz-brfg-53-11","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Auf Antrag des Klägers wird die Berufung gegen das Urteil des\nII. 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