{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"Senat für Notarsachen","decided":"2012-03-05","aktenzeichen":"NotZ (Brfg) 8/11","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nNotZ(Brfg) 8/11\nvom\n\n5. März 2012\n\nin dem Verfahren\n\nwegen Weiterführung der Amtsbezeichnung\n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Notarsachen, hat durch den Vorsitzenden\nRichter Galke, die Richterin Diederichsen, den Richter Dr. Appl, die Notarin\nDr. Brose-Preuß und den Notar Dr. Frank\n\nam 5. März 2012\n\nbeschlossen:\n\nDem Kläger wird auf seine Kosten Wiedereinsetzung wegen\nVersäumung der Frist zur Begründung des Antrags auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Notarsenats des Oberlandesgerichts Celle (ohne Datum), ergangen nach Schriftsatzfrist bis 6. Mai 2011 im schriftlichen Verfahren gewährt.\n\nSein Antrag auf Zulassung der Berufung gegen das vorbezeichnete Urteil wird zurückgewiesen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Zulassungsverfahrens.\n\nDer Streitwert wird auf\n\n5.000 €\nfestgesetzt.\n\nGründe:\n\n1 1. Dem Kläger war auf seinen rechtzeitig gestellten Antrag gemäß\n§ 111b Abs. 1 BNotO, § 60 VwGO Wiedereinsetzung in die Frist zur Begründung seines Antrags auf Zulassung der Berufung zu gewähren.\n\n2 2. Ein Zulassungsgrund (§ 111d Satz 2 BNotO, § 124 Abs. 2\nVwGO) ist nicht gegeben.\n\n3 Es kann dahinstehen, ob ein solcher überhaupt hinreichend dargelegt ist,\nda eine substantiierte Auseinandersetzung mit der angegriffenen Entscheidung\nunter Bezugnahme auf den behaupteten Zulassungsgrund der grundsätzlichen\nBedeutung weitgehend fehlt. Jedenfalls liegt der Zulassungsgrund des § 124\nAbs. 2 Nr. 3 VwGO nicht vor. Nicht klärungsbedürftig ist nämlich eine Frage,\nderen Beantwortung sich ohne weiteres aus dem Gesetz ergibt.\n\n4 a) Der Kläger, ein ehemaliger Anwaltsnotar, war in Vermögensverfall geraten und seine wirtschaftlichen Verhältnisse sowie die Art seiner Wirtschaftsführung gefährdeten die Interessen der Rechtsuchenden, weshalb er im Jahre\n2006 seines Amtes als Notar gemäß § 50 Abs. 1 Nr. 6 und 8 BNotO enthoben\nworden war. Parallel dazu wurde seine Zulassung zur Rechtsanwaltschaft widerrufen, seit 2010 ist er wieder als Rechtsanwalt zugelassen. Seinem Antrag,\ndie Amtsbezeichnung \"Notar a.D.\" führen zu dürfen, hat der Präsident des\nOberlandesgerichts Celle nicht entsprochen, seine dagegen gerichtete Klage\nhatte keinen Erfolg.\n\n5 b) Die Entscheidung des Präsidenten des Oberlandesgerichts beruht auf\neiner eindeutigen Gesetzeslage. Nach der abschließenden Ausnahmeregelung\ndes § 52 Abs. 2 Satz 2 BNotO (Custodis in Eylmann/Vaasen, BNotO, 3. Aufl.\n§ 52 Rn. 11) kann die Landesjustizverwaltung einem Anwaltsnotar, dessen Amt\ndurch Entlassung (§ 48 BNotO) oder wegen Erreichens der Altersgrenze (§ 48a\nBNotO) erloschen ist, die Erlaubnis erteilen, die Amtsbezeichnung \"Notar a.D.\"\nzu führen. Diese Voraussetzungen liegen in der Person des Klägers offensichtlich nicht vor. Ob die dem Wortlaut nach nur auf hauptberufliche Notare anwendbare Vorschrift des § 52 Abs. 2 Satz 1 BNotO, der auch in Fällen einer\nAmtsenthebung aus den in § 50 Abs. 1 Nr. 7 bezeichneten Gründen die Führung der Amtsbezeichnung mit dem Zusatz \"a.D.\" gestattet, auch auf Anwaltsnotare entsprechend anwendbar ist (widersprüchlich Lerch in\nArndt/Lerch/Sandkühler, BNotO, 6. Aufl. § 52 Rn. 6 und 10), kann dahinstehen.\nDer Kläger ist nämlich nicht aus gesundheitlichen Gründen, wie es § 50 Abs. 1\nNr. 7 BNotO voraussetzt, sondern gemäß § 50 Abs. 1 Nr. 6 und 8 BNotO seines\nAmts enthoben worden.\n\n6 3. Die Kostenentscheidung beruht auf § 111b Abs. 1 BNotO, § 154\nAbs. 2 VwGO; die Wertfestsetzung ist gemäß § 111g Abs. 1 BNotO i.V.m. § 52\nAbs. 2 GKG erfolgt.\n\nGalke Diederichsen Appl\n\nBrose-Preuß Frank\n\nVorinstanzen:\nOLG Celle, Urteil ohne Datum - Not 28/10 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2012-03-05/notz-brfg-8-11","cited_norms":[{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124","ref_norm":"124","n":2},{"jurabk":"BNotO","ref":"§ 52","ref_norm":"52","n":2},{"jurabk":"BNotO","ref":"§ 111b","ref_norm":"111b","n":2},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 60","ref_norm":"60","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 52","ref_norm":"52","n":1},{"jurabk":"BNotO","ref":"§ 48","ref_norm":"48","n":1},{"jurabk":"BNotO","ref":"§ 48a","ref_norm":"48a","n":1},{"jurabk":"BNotO","ref":"§ 50","ref_norm":"50","n":1},{"jurabk":"BNotO","ref":"§ 111d","ref_norm":"111d","n":1},{"jurabk":"BNotO","ref":"§ 111g","ref_norm":"111g","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2012-03-05/notz-brfg-8-11","retrieved":"2026-10-24 07:51:47.076854+00:00"},"card":{"id":"bgh/2012-03-05/notz-brfg-8-11","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat für Notarsachen","date":"2012-03-05","dockets":["NotZ (Brfg) 8/11"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 05.03.2012 – NotZ (Brfg) 8/11","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2012-03-05/notz-brfg-8-11","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Dem Kläger wird auf seine Kosten Wiedereinsetzung wegen\nVersäumung der Frist zur Begründung des Antrags auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Notarsenats des Oberlandesgerichts Celle (ohne Datum), ergangen nach Schriftsatzfrist bis 6. 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