{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"7. Zivilsenat","decided":"2011-11-24","aktenzeichen":"VII ZB 58/11","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nVII ZB 58/11\n\nvom\n\n24. November 2011\n\nin der Zwangsvollstreckungssache\n\nDer VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 24. November 2011 durch\nden Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kniffka, den Richter Dr. Kuffer, den Richter\nBauner, die Richterin Safari Chabestari und den Richter Dr. Eick\n\nbeschlossen:\n\nAuf die Rechtsbeschwerde des Schuldners wird der Beschluss der\n9. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt am Main (Einzelrichter)\nvom 29. Juli 2011 aufgehoben.\n\nDie Sache wird zur erneuten Entscheidung, auch über die Kosten\ndes Rechtsbeschwerdeverfahrens, an das Beschwerdegericht\n(Einzelrichter) zurückverwiesen.\n\nGerichtskosten für das Rechtsbeschwerdeverfahren werden nicht\nerhoben (§ 21 GKG).\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Der Schuldner ist Eigentümer eines Grundstücks in Bad V. Mit notarieller\nUrkunde vom 22. März 1985 bestellten die vormaligen Eigentümer als Sicherungsgeber an dem Grundstück eine Briefgrundschuld in Höhe von 740.000 DM\nnebst Zinsen zugunsten der Kreissparkasse F. Wegen des Grundschuldkapitals\nnebst Zinsen haben sich die Sicherungsgeber der sofortigen Zwangsvollstreckung aus dieser Urkunde in das Pfandobjekt in der Weise unterworfen, dass\ndie sofortige Zwangsvollstreckung auch gegen den jeweiligen Eigentümer des\n\nPfandobjekts zulässig sein sollte. Der Schuldner übernahm zudem in gleicher\nHöhe die persönliche Haftung und unterwarf sich insoweit der sofortigen\nZwangsvollstreckung in sein gesamtes Vermögen.\n\n2 Am 1. September 2009 erteilte das Amtsgericht F. der Gläubigerin als\nZessionarin eine zweite - erste vollstreckbare - Ausfertigung der Urkunde. Die\ngegen die Erteilung der Vollstreckungsklausel eingelegte Erinnerung des\nSchuldners ist ohne Erfolg geblieben, ebenso seine sofortige Beschwerde.\n\n3 Mit der durch Beschluss des Einzelrichters zugelassenen Rechtsbeschwerde verfolgt der Schuldner sein Begehren weiter.\n\nII.\n\n4 Die Rechtsbeschwerde hat Erfolg.\n\n5 1. Die Rechtsbeschwerde ist gemäß § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3\nSatz 2 ZPO statthaft. Ihre Zulassung ist nicht deshalb unwirksam, weil der Einzelrichter entgegen § 568 Satz 2 Nr. 2 ZPO anstelle des Kollegiums entschieden hat.\n\n6 2. Die Einzelrichterentscheidung unterliegt indes der Aufhebung, weil sie\nunter Verletzung des Verfassungsgebots des gesetzlichen Richters ergangen\nist. Der Einzelrichter durfte über die Zulassung nicht selbst entscheiden, sondern hätte das Verfahren gemäß § 568 Abs. 2 Nr. 2 ZPO der Kammer übertragen müssen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 13. März 2003 - IX ZB 134/02, BGHZ\n154, 200; vom 10. April 2003 - VII ZB 17/02, BauR 2003, 1252 = ZfBR 2003,\n557; vom 26. Juli 2007 - VII ZB 111/06, in juris dokumentiert).\n\n7 3. Die Aufhebung führt zur Zurückverweisung der Sache an den Einzelrichter, der den angefochtenen Beschluss erlassen hat.\n\nKniffka Kuffer Bauner\n\nSafari Chabestari Eick\n\nVorinstanzen:\nAmtsgericht Frankfurt am Main, Entscheidung vom 29.09.2010 - 32 C 2379/10 - 48 -\nLG Frankfurt/Main, Entscheidung vom 29.07.2011 - 2-9 T 512/10 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2011-11-24/vii-zb-58-11","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 568","ref_norm":"568","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2011-11-24/vii-zb-58-11","retrieved":"2026-10-24 07:59:54.454768+00:00"},"card":{"id":"bgh/2011-11-24/vii-zb-58-11","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"7. 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