{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"2011-06-22","aktenzeichen":"2 StR 97/11","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n2 StR 97/11\nvom\n22. Juni 2011\nin der Strafsache\ngegen\n\nwegen Betrugs\n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 22. Juni 2011 gemäß\n§ 349 Abs. 1 StPO beschlossen:\n\nDie von Rechtsanwalt D. eingelegte Revision gegen das Urteil des Landgerichts Marburg vom 27. März 2009 wird auf seine\nKosten als unzulässig verworfen.\n\nGründe:\n\n1 Die von Rechtsanwalt D. gemäß § 297 StPO im eigenen Namen\neingelegte Revision ist unzulässig.\n\n2 Das angefochtene Urteil ist seit 27. März 2009 rechtskräftig, weil der\nVerurteilte, sein Verteidiger Rechtsanwalt W. und die Staatsanwaltschaft im Anschluss an die Verkündung des Urteils auf Rechtsmittel verzichtet\nhaben (§ 302 Abs. 1 Satz 1 StPO). Dieser Verzicht ist unwiderruflich und unanfechtbar (st. Rspr.; vgl. BGH NJW 1999, 2449, 2451; NStZ-RR 2002, 114).\nGründe, die ausnahmsweise zur Unwirksamkeit des Rechtsmittelverzichts hätten führen können, sind nicht ersichtlich. Der Verurteilte selbst betreibt die Revision nicht. Die Revision kann daher durch einen Verteidiger nicht mehr\nrechtswirksam eingelegt werden (vgl. Meyer-Goßner, StPO, 54. Aufl. § 297\nRn. 5; Paul im KK StPO, 6. Aufl. § 297 Rn. 3 mwN).\n\n3 Rechtsanwalt D. fehlt es zudem bereits an einer Bevollmächtigung\nals Verteidiger im Zeitpunkt der Revisionseinlegung. Er handelte zwar zunächst\nals Wahlverteidiger des Verurteilten und wurde anschließend als dessen\n\nPflichtverteidiger bestellt. Mit Beschluss vom 16. August 2008 hat ihn jedoch\ndas Oberlandesgericht Frankfurt am Main als Verteidiger des Verurteilten ausgeschlossen. Die dagegen eingelegten sofortigen Beschwerden hat der Bundesgerichtshof mit Beschluss vom 22. Oktober 2008 (2 ARs 206/08) verworfen.\nUngeachtet dessen, dass das Verfahren rechtskräftig abgeschlossen ist, wirkt\ndiese Ausschließung mangels zwischenzeitlich erfolgter Aufhebung fort.\n\n4 Die Pflicht zur Kostentragung ergibt sich aus § 473 Abs. 1 StPO. Die\nKosten des unzulässigen Rechtsmittels hat danach der zu tragen, der es eingelegt hat; das gilt auch für den vollmachtlosen Verteidiger (Meyer-Goßner, StPO,\n54. Aufl. § 473 Rn. 8; Hilger in Löwe-Rosenberg, StPO, 26. Aufl. § 473 Rn. 9 je\nmwN). Mit Schreiben vom 6. April 2011 hat der Verurteilte erklärt, dass er weder in Kontakt zu Rechtsanwalt D. stehe noch die Einlegung der Revision\nveranlasst habe.\n\nFischer Appl Berger\n\nEschelbach Ott","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2011-06-22/2-str-97-11","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 297","ref_norm":"297","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 302","ref_norm":"302","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 473","ref_norm":"473","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2011-06-22/2-str-97-11","retrieved":"2026-10-24 07:52:46.903287+00:00"},"card":{"id":"bgh/2011-06-22/2-str-97-11","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. Strafsenat","date":"2011-06-22","dockets":["2 StR 97/11"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 22.06.2011 – 2 StR 97/11","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2011-06-22/2-str-97-11","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die von Rechtsanwalt D. eingelegte Revision gegen das Urteil des Landgerichts Marburg vom 27. März 2009 wird auf seine\nKosten als unzulässig verworfen.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"StPO/297","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"297","label":"§ 297 StPO","mentions":1},{"id":"StPO/302","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"302","label":"§ 302 StPO","mentions":1},{"id":"StPO/349","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"349","label":"§ 349 StPO","mentions":1},{"id":"StPO/473","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"473","label":"§ 473 StPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-24T07:52:46.903287+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}