{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"9. Zivilsenat","decided":"2011-06-09","aktenzeichen":"IX ZA 21/11","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIX ZA 21/11\n\nvom\n\n9. Juni 2011\n\nin dem Insolvenzverfahren\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\nProf. Dr. Kayser, die Richter Prof. Dr. Gehrlein, Vill, Dr. Fischer und Grupp\n\nam 9. Juni 2011\nbeschlossen:\n\nDer Antrag des Schuldners auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Verfahren der Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss\nder 5. Zivilkammer des Landgerichts Saarbrücken vom 22. März\n2011 wird abgelehnt.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Das Insolvenzgericht hat den Antrag der weiteren Beteiligten zu 1, dem\nSchuldner die Restschuldbefreiung wegen Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflichten (§ 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO) zu versagen, zurückgewiesen. Auf\ndie sofortige Beschwerde der weiteren Beteiligten zu 1 versagte das Landgericht die Restschuldbefreiung, weil der Schuldner während des Insolvenzverfahrens ohne Genehmigung der weiteren Beteiligten zu 2 eine Kapitallebensversicherung in eine unpfändbare Rentenversicherung umgewandelt habe. Der\nSchuldner beantragt nunmehr Prozesskostenhilfe für das Verfahren der\nRechtsbeschwerde.\n\nII.\n\n2 Die Voraussetzungen für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe liegen\nnicht vor. Die beabsichtigte Rechtsverfolgung bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg (§ 114 Satz 1 ZPO), denn eine Rechtsbeschwerde wäre unzulässig (§ 574 Abs. 2 ZPO). Ein Zulässigkeitsgrund ist nicht ersichtlich.\n\n3 Die Versagung der Restschuldbefreiung erfolgte auf einen zulässigen,\nvon der weiteren Beteiligten zu 1 unter Glaubhaftmachung des Versagungsgrundes gestellten Antrag (§ 290 Abs. 2 InsO). Die objektiven Voraussetzungen\ndes geltend gemachten Versagungsgrundes sind unstreitig, so dass insoweit\neine Glaubhaftmachung entbehrlich war (vgl. BGH, Beschluss vom 8. Januar\n2009 - IX ZB 80/08, ZInsO 2009, 298 Rn. 4; v. 5. Februar 2009 - IX ZB 185/08,\nZVI 2009, 308 Rn. 7). Aus § 97 Abs. 3 Satz 1 InsO ergibt sich für den Schuldner während des Insolvenzverfahrens eine Mitwirkungspflicht. Insbesondere ist\ner verpflichtet, verfahrenswidrige Handlungen, wie etwa die Vernichtung von\nUnterlagen oder die Verschiebung von Vermögenswerten, zu unterlassen (vgl.\nFK-InsO/Ahrens, 6. Aufl., § 290 Rn. 59; Jaeger/Schilken, InsO, § 97 Rn. 37;\nLüke in Kübler/Prütting/Bork, InsO, § 97 Rn. 12; MünchKomm-InsO/Passauer/\nStephan, InsO, 2. Aufl., § 97 Rn. 40; Uhlenbruck, InsO, 13. Aufl., § 97 Rn. 21).\nGleiches gilt für verfahrenswidrige Verfügungen des Schuldners über zur Masse gehörende Vermögenswerte, wie sie vorliegend gegeben sind.\n\n4 Bei der Beurteilung der subjektiven Voraussetzungen (Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit) hat das Beschwerdegericht die vom Senat hierzu entwickelten Maßstäbe zugrunde gelegt (vgl. etwa BGH, Beschluss vom 9. Februar 2006\n\n- IX ZB 218/04, WM 2006, 1438 Rn. 10). Klärungsbedürftige Grundsatzfragen\nwirft der Fall nicht auf.\n\nKayser Gehrlein Vill\n\nFischer Grupp\n\nVorinstanzen:\nAG Saarbrücken, Entscheidung vom 30.09.2010 - 60 IN 2/03 -\nLG Saarbrücken, Entscheidung vom 22.03.2011 - 5 T 466/10 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2011-06-09/ix-za-21-11","cited_norms":[{"jurabk":"InsO","ref":"§ 290","ref_norm":"290","n":2},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2011-06-09/ix-za-21-11","retrieved":"2026-10-24 08:00:33.952732+00:00"},"card":{"id":"bgh/2011-06-09/ix-za-21-11","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"9. 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