{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"7. Zivilsenat","decided":"2011-05-05","aktenzeichen":"VII ZB 15/11","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nVII ZB 15/11\n\nvom\n\n5. Mai 2011\n\nin dem Zwangsvollstreckungsverfahren\n\nDer VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 5. Mai 2011 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kniffka und die Richter Bauner, Dr. Eick, Halfmeier\nund Prof. Leupertz\n\nbeschlossen:\n\nAuf die Rechtsbeschwerde des Gläubigers wird der Beschluss der\n5. Zivilkammer des Landgerichts Lüneburg (Einzelrichterin) vom\n14. Januar 2011 aufgehoben.\n\nDie Sache wird zur erneuten Entscheidung, auch über die Kosten\ndes Rechtsbeschwerdeverfahrens, an das Beschwerdegericht\n(Einzelrichterin) zurückverwiesen.\n\nGerichtskosten für das Rechtsbeschwerdeverfahren werden nicht\nerhoben.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Der Gläubiger betreibt aus übergegangenem Recht auf Grund eines Unterhaltsfestsetzungsbeschlusses die Zwangsvollstreckung gegen den Schuldner. Er hat den Erlass eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses beantragt. Diesen Antrag hat der Rechtspfleger zurückgewiesen, da die vorgelegte,\nnach § 724 Abs. 2 ZPO erteilte vollstreckbare Ausfertigung nicht ausreiche. Die\nForderung sei nur bedingt tituliert, nämlich unter der Voraussetzung, dass und\n\nsoweit Unterhaltsvorschüsse erbracht würden. Erforderlich sei daher eine vollstreckbare Ausfertigung nach § 726 Abs. 1 ZPO.\n\n2 Die dagegen eingelegte sofortige Beschwerde des Gläubigers ist ohne\nErfolg geblieben. Mit der durch die Einzelrichterin zugelassenen Rechtsbeschwerde begehrt der Gläubiger die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und die Zurückverweisung der Sache an das Beschwerdegericht.\n\nII.\n\n3 Die Rechtsbeschwerde hat Erfolg.\n\n4 1. Die Rechtsbeschwerde ist gemäß § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3\nSatz 2 ZPO statthaft. Ihre Zulassung ist nicht deshalb unwirksam, weil die Einzelrichterin entgegen § 568 Satz 2 Nr. 2 ZPO anstelle des Kollegiums entschieden hat.\n\n5 2. Die Einzelrichterentscheidung unterliegt der Aufhebung, weil sie unter\nVerletzung des Verfassungsgebots des gesetzlichen Richters ergangen ist. Die\nEinzelrichterin durfte über die Zulassung nicht selbst entscheiden, sondern hätte das Verfahren gemäß § 568 Abs. 2 Nr. 2 ZPO der Kammer übertragen müssen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 13. März 2003 - IX ZB 134/02, BGHZ 154, 200;\nvom 10. April 2003 - VII ZB 17/02, BauR 2003, 1252 = ZfBR 2003, 557; vom\n11. September 2003 - XII ZB 188/02, NJW 2003, 3712; vom 24. Juli 2008\n- VII ZB 2/08, in juris).\n\n6 3. Die Aufhebung führt zur Zurückverweisung der Sache an die Einzelrichterin, die den angefochtenen Beschluss erlassen hat.\n\nKniffka Bauner Eick\n\nHalfmeier Leupertz\n\nVorinstanzen:\nAG Winsen (Luhe), Entscheidung vom 20.09.2010 - 9a M 21355/10 -\nLG Lüneburg, Entscheidung vom 14.01.2011 - 5 T 95/10 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2011-05-05/vii-zb-15-11","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 568","ref_norm":"568","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 726","ref_norm":"726","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 724","ref_norm":"724","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2011-05-05/vii-zb-15-11","retrieved":"2026-10-24 07:59:53.889710+00:00"},"card":{"id":"bgh/2011-05-05/vii-zb-15-11","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"7. 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