{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Zivilsenat","decided":"2011-03-31","aktenzeichen":"V ZA 3/11","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nV ZA 3/11\nvom\n\n31. März 2011\n\nin der Abschiebungshaftsache\n\nDer V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 31. März 2011 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger, die Richter Prof. Dr. Schmidt-Räntsch und\nDr. Roth und die Richterinnen Dr. Brückner und Weinland\n\nbeschlossen:\n\nDem Betroffenen wird für die beabsichtigte Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der Zivilkammer 84 des\nLandgerichts Berlin vom 19. Januar 2011 im Hauptsacheverfahren (84 T 298/10) Verfahrenskostenhilfe unter Beiordnung eines von ihm\n\nbinnen zwei Wochen\n\nzu benennenden bei dem Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalts bewilligt.\n\nDer weitergehende Antrag des Betroffenen auf Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe auch für die beabsichtigte\nRechtsbeschwerde gegen den Beschluss der Zivilkammer\n84 des Landgerichts Berlin vom 19. Januar 2011 im Verfahren über die einstweilige Anordnung (84 T 290/10) wird\nzurückgewiesen.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Auf den Antrag der Beteiligten zu 2 hat das Amtsgericht mit Beschluss\nvom 7. Dezember 2010 (380 XIV 386/10 B) gegen den Betroffenen im Wege\neiner einstweiligen Anordnung die Haft zur Sicherung der Abschiebung bis zum\n30. Dezember 2010 und mit weiterem Beschluss vom 13. Dezember 2010 die\nHaft zur Sicherung der Abschiebung in der Hauptsache bis zum 29. Dezember\n2010 angeordnet. Der Betroffene wurde am 9. Dezember 2010 aus der bis dahin vollzogenen Strafhaft in den Abschiebegewahrsam übernommen.\n\n2 Gegen beide Haftanordnungen hat der Betroffene Beschwerde eingelegt\nund nach seiner Abschiebung am 29. Dezember 2010 beantragt, die Rechtswidrigkeit der Freiheitsentziehung festzustellen. Die Beschwerden hat das\nLandgericht zurückgewiesen. Mit den beabsichtigten Rechtsbeschwerden\nmöchte der Betroffene weiterhin die Feststellung der Rechtswidrigkeit beider\nHaftanordnungen erreichen. Dafür beantragt er die Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe.\n\nII.\n\n3 Der Antrag hat teilweise Erfolg.\n\n4 1. Die Voraussetzungen für die Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe\nohne Raten für die beabsichtigte Rechtsbeschwerde gegen die Haftanordnung\nvom 13. Dezember 2010 in der Hauptsache liegen vor. Der Betroffene ist nach\nseinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht in der Lage, die\nKosten der Verfahrensführung auch nur zum Teil zu tragen. Die beabsichtigte\nRechtsverfolgung bietet insoweit auch hinreichende Aussicht auf Erfolg (§ 76\nAbs. 1 FamFG i.V.m. § 114 Satz 1 ZPO und § 78 Abs. 1 FamFG).\n\n5 2. Die Voraussetzungen für die Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe\nfehlen dagegen bei der beabsichtigten Rechtsbeschwerde gegen die im Wege\nder einstweiligen Anordnung ergangene Haftanordnung vom 7. Dezember\n2010. Dieses Rechtsmittel bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg. Es ist\nnach § 70 Abs. 4 FamFG nicht statthaft und wäre darum als unzulässig zu verwerfen.\n\n6 Nach dieser Vorschrift ist die Rechtsbeschwerde in Verfahren unstatthaft,\nin denen über die Anordnung, Abänderung oder Aufhebung einer einstweiligen\nAnordnung befunden worden ist. Das gilt auch für Anträge nach § 62 Abs. 1\nFamFG (Senat, Beschluss vom 11. November 2010 - V ZB 123/10, juris Rn. 3;\nBeschluss vom 3. Februar 2011 - V ZB 128/10, juris Rn. 4 f.). Denn eine Haftanordnung im Wege der einstweiligen Anordnung kann mit der Beschwerde\nangegriffen werden. In dem Beschwerdeverfahren kann neben der Aufhebung\nder Haftanordnung auch die Feststellung der Rechtswidrigkeit der Haftanordnung beantragt werden (Senat, Beschluss vom 3. Februar 2011 - V ZB\n\n128/10, juris Rn. 7 f.). Damit hat es sein Bewenden (Senat, Beschluss 20. Januar 2011 - V ZB 116/10, juris Rn. 7 f.).\n\nKrüger Schmidt-Räntsch Roth\nBrückner Weinland\n\nVorinstanzen:\nAG Berlin-Tiergarten, Entscheidung vom 07.12.2010 - 380 XIV 386/10 B und 380 XIV 387/10 B -\nLG Berlin, Entscheidung vom 19.01.2011 - 84 T 290/10 B und 298/10 B -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2011-03-31/v-za-3-11","cited_norms":[{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 76","ref_norm":"76","n":1},{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1},{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 70","ref_norm":"70","n":1},{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 62","ref_norm":"62","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2011-03-31/v-za-3-11","retrieved":"2026-10-24 07:58:58.227132+00:00"},"card":{"id":"bgh/2011-03-31/v-za-3-11","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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