{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Zivilsenat","decided":"2010-12-16","aktenzeichen":"V ZB 150/10","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nV ZB 150/10\n\nvom\n\n16. Dezember 2010\n\nin dem Notarbeschwerdeverfahren\n\nDer V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 16. Dezember 2010 durch den\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger, die Richterin Dr. Stresemann, die Richter\nDr. Czub und Dr. Roth und die Richterin Dr. Brückner\n\nbeschlossen:\n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 13. Zivilkammer des Landgerichts München I vom 22. April 2010\nwird als unzulässig verworfen.\n\nGerichtskosten werden nicht erhoben. Die übrigen Kosten\ndes Rechtsbeschwerdeverfahrens trägt der Beteiligte zu 1.\n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens\nbeträgt 3.144.713,06 €.\n\nGründe:\n\nI.\n\n1 Mit Bescheid vom 3. März 2010 hat sich der Notar geweigert, den auf einem Anderkonto hinterlegten Betrag von 3.144.713,06 € auszuzahlen. Die hiergegen gerichtete Beschwerde des Beteiligten zu 1 hat das Landgericht mit Beschluss vom 22. April 2010 zurückgewiesen. Mit weiterem Beschluss vom\n2. Juni 2010 hat es die Beschwerdeentscheidung wegen \"offenbarer Unrichtigkeit\" dahin ergänzt, dass die Rechtsbeschwerde zugelassen werde. Der Betroffene zu 1 hat dieses Rechtsmittel eingelegt.\n\nII.\n\n2 1. Die Rechtsbeschwerde ist unzulässig. In Notarbeschwerdeverfahren\nnach § 15 Abs. 2 BNotO ist die Rechtsbeschwerde nur statthaft, wenn sie von\ndem Beschwerdegericht nach § 70 Abs. 2 FamFG zugelassen worden ist. Daran fehlt es hier. Einen Ausspruch über die Zulassung enthält die Beschwerdeentscheidung weder im Tenor noch in den Gründen. Die Frage der Rechtsmittelzulassung und die dafür erforderlichen Voraussetzungen werden an keiner\nStelle erörtert. Dass die Entscheidung eine Rechtsmittelbelehrung enthält,\nrechtfertigt lediglich den Schluss, dass das Beschwerdegericht von der Statthaftigkeit des Rechtsmittels ausgegangen ist, aus welchen Gründen, bleibt dagegen offen. Vor diesem Hintergrund entfaltet auch der sog. Berichtigungsbeschluss des Beschwerdegerichts keine Bindungswirkung (vgl. nur BGH, Beschluss vom 12. März 2009 - IX ZB 193/08, NJW-RR 2009, 1349, 1350; Zöller/Vollkommer, ZPO, 28. Aufl., § 319 Rn. 29 mwN). Eine offenbare Unrichtigkeit liegt nur vor, wenn selbst für Dritte ohne weiteres deutlich wird, dass zweifelsfrei ein Versehen vorliegt (Senat, Beschluss vom 25. Februar 2000 - V ZR\n206/99, NJW-RR 2001, 61). So liegt es hier nicht.\n\n3 2. Der Senat hat die Nichterhebung der Gerichtskosten nach § 16 KostO\n(dazu Keidel, FamFG, 16. Aufl., § 81 Rn. 20) angeordnet, weil die Einlegung\n\ndes nicht statthaften Rechtsmittels durch die unrichtige Sachbehandlung des\nBeschwerdegerichts veranlasst worden ist. Im Übrigen beruht die Kostenentscheidung auf § 84 FamFG.\n\nKrüger Stresemann Czub\n\nRoth Brückner\n\nVorinstanz:\nLG München I, Entscheidung vom 22.04.2010 - 13 T 5927/10 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2010-12-16/v-zb-150-10","cited_norms":[{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 84","ref_norm":"84","n":1},{"jurabk":"FamFG","ref":"§ 70","ref_norm":"70","n":1},{"jurabk":"BNotO","ref":"§ 15","ref_norm":"15","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2010-12-16/v-zb-150-10","retrieved":"2026-10-24 07:58:57.761841+00:00"},"card":{"id":"bgh/2010-12-16/v-zb-150-10","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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