{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"9. Zivilsenat","decided":"2010-09-30","aktenzeichen":"IX ZR 236/09","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIX ZR 236/09\n\nvom\n\n30. September 2010\n\nin dem Rechtsstreit\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\nDr. Ganter, den Richter Vill, die Richterin Lohmann sowie die Richter\nDr. Fischer und Dr. Pape\n\nam 30. September 2010\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem\nUrteil des 11. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom 2. Dezember 2009 wird auf Kosten der Klägerin zurückgewiesen.\n\nDer Wert des Verfahrens der Nichtzulassungsbeschwerde wird auf\n72.960,56 € festgesetzt.\n\nGründe:\n\n1 Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung, und weder die\nFortbildung des Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung\nerfordert eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 ZPO).\n\n2 Betrifft die Rechtsfrage, wegen der grundsätzliche Bedeutung oder das\nErfordernis der Rechtsfortbildung geltend gemacht wird, auslaufendes Recht,\nkommt eine Zulassung nur in Betracht, wenn eine höchstrichterliche Entscheidung gleichwohl für die Zukunft richtungsweisend sein kann (BGH, Beschl. v.\n27. März 2003 - V ZR 291/02, WM 2003, 987, 988, in BGHZ 154, 288 insoweit\nnur im Leitsatz abgedruckt; ebenso zur Rechtsbeschwerde auch BGH, Beschl.\n\nv. 19. November 2009 - IX ZB 105/08, NZI 2010, 300, 301 Rn. 14). Das ist hier\nnicht der Fall. Entgegen der Ansicht der Nichtzulassungsbeschwerde hat § 35\nAbs. 2 InsO, der durch das Gesetz zur Vereinfachung des Insolvenzverfahrens\nvom 13. April 2007 (BGBl. I 509) eingeführt worden ist, nicht nur die bis dahin\nschon geltende Rechtslage klargestellt. Bis zum Inkrafttreten dieser Vorschrift\nwar vielmehr nur die Freigabe eines zur Masse gehörenden Gegenstandes\nmöglich. Eine Erklärung des Verwalters dazu, ob Vermögen aus der selbständigen Tätigkeit des Schuldners zur Insolvenzmasse gehört und ob Ansprüche aus\ndieser Tätigkeit im Insolvenzverfahren geltend gemacht werden können, war\nnicht vorgesehen und hätte keine unmittelbaren rechtlichen Wirkungen gezeitigt. Daraus, dass sie im vorliegenden Fall - vor Inkrafttreten des Gesetzes zur\nVereinfachung des Insolvenzverfahrens - unterblieben ist, lassen sich deshalb\nebenso wenig rechtliche Schlussfolgerungen ziehen. Eine Klärung von Zweifelsfragen, die sich auch nach heutiger Rechtslage stellen könnten, wenn der Verwalter etwa eine Erklärung herauszögert oder sie in Unkenntnis der selbständigen Tätigkeit des Schuldners unterlässt, ist anhand des vorliegenden Falles\nnicht möglich.\n\n3 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.\n\nGanter Vill Lohmann\n\nFischer Pape\n\nVorinstanzen:\nLG Köln, Entscheidung vom 16.04.2009 - 20 O 541/08 -\nOLG Köln, Entscheidung vom 02.12.2009 - 11 U 85/09 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2010-09-30/ix-zr-236-09","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 35","ref_norm":"35","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2010-09-30/ix-zr-236-09","retrieved":"2026-10-24 08:00:29.207146+00:00"},"card":{"id":"bgh/2010-09-30/ix-zr-236-09","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"9. 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