{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2010-04-27","aktenzeichen":"1 StR 155/10","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\n1 StR 155/10\n\nvom\n27. April 2010\nin der Strafsache\ngegen\n\n1.\n\n2.\n\nwegen versuchter Anstiftung zum Mord\n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 27. April 2010 beschlossen:\n\nDie Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Waldshut-Tiengen vom 9. November 2009 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund\nder Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil\nder Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).\n\nJeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu\ntragen.\n\nErgänzend zu den Ausführungen des Generalbundesanwalts merkt der\nSenat zu den Verfahrensrügen an:\n\n1. Es kann dahinstehen, ob die Rüge gemäß §§ 244 Abs. 2, 55 StPO zulässig erhoben ist, insbesondere, ob eine bestimmte Tatsachenbehauptung vorliegt. Sie ist jedenfalls unbegründet, da nach den Urteilsfeststellungen dem\nZeugen H. ein umfassendes Auskunftsverweigerungsrecht (§ 55 StPO) zustand. Im Übrigen wurde in der Hauptverhandlung die diesbezügliche Entscheidung nicht als unzulässig beanstandet (vgl. BGHSt 51, 144 ff.), sondern zur\nEntlassung des (teilweise vernommenen) Zeugen das Einverständnis erklärt\n(Protokollband Bl. 19).\n\n2. Die Rüge (§ 244 Abs. 2 StPO), das Landgericht hätte den Zeugen\nG. vernehmen müssen, hat keinen Erfolg. Es kann dahinstehen, ob diesem Zeugen gemäß §§ 53, 53a StPO ein Zeugnisverweigerungsrecht zustand.\nJedenfalls fehlt es an einer hinreichend konkreten Tatsachenbehauptung.\n\n3. Die Rüge (§ 244 Abs. 2 StPO), das Landgericht hätte den Zeugen\nM. vernehmen müssen, greift nicht durch. Es bestehen bereits Bedenken\n\ngegen die Zulässigkeit, da die Formulierungen \"ob\" und \"günstigeres Ergebnis\"\nkeine hinreichend bestimmten Tatsachenbehauptungen enthalten. Auch werden\nder entsprechende Beweisantrag und der dazu ergangene Gerichtsbeschluss\nnicht mitgeteilt, was auch im Rahmen der Aufklärungsrüge grundsätzlich zur\nBeurteilung der Sachlage geboten ist. Die Rüge ist jedenfalls unbegründet. Die\nAufklärungspflicht drängte nicht zu der Vernehmung, da hier zugunsten des\nAngeklagten eine Wahrunterstellung erfolgte und diese Zusage eingehalten\nwurde.\n\n4. Die Rüge einer Verletzung des § 265 Abs. 1 StPO ist unbegründet. In\nder Anklage ist der Vorwurf einer Mittäterschaft inhaltlich enthalten, nur wird\n§ 25 Abs. 2 StGB nicht ausdrücklich erwähnt. § 25 Abs. 1 StGB wird aber ebenfalls nicht angeführt. Es hatte danach kein rechtlicher Hinweis zu erfolgen.\n\nNack Rothfuß Hebenstreit\n\nElf Graf","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2010-04-27/1-str-155-10","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 244","ref_norm":"244","n":3},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 55","ref_norm":"55","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 265","ref_norm":"265","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 53a","ref_norm":"53a","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 53","ref_norm":"53","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2010-04-27/1-str-155-10","retrieved":"2026-10-24 07:51:50.365181+00:00"},"card":{"id":"bgh/2010-04-27/1-str-155-10","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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