{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"9. Zivilsenat","decided":"2010-03-26","aktenzeichen":"IX ZB 272/09","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\nBESCHLUSS\nIX ZB 272/09\n\nvom\n\n26. März 2010\n\nin dem Insolvenzverfahren\n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter\nDr. Ganter, die Richter Raebel, Prof. Dr. Kayser, Prof. Dr. Gehrlein und Grupp\n\nam 26. März 2010\nbeschlossen:\n\nDer Antrag des Schuldners auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Verfahren der Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss\nder 2. Zivilkammer des Landgerichts Koblenz vom 9. November\n2009 wird abgelehnt.\n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den bezeichneten Beschluss wird\nauf Kosten des Schuldners als unzulässig verworfen.\n\nGründe:\n\n1 1. Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Rechtsbeschwerdeverfahren ist abzulehnen, weil die Rechtsbeschwerde des Schuldners\nkeine Aussicht auf Erfolg hat (§ 114 Satz 1 ZPO).\n\n2 Die form- und fristgerecht eingelegte Rechtsbeschwerde ist statthaft\n(§§ 6, 7, § 296 Abs. 3 Satz 1 InsO), jedoch unzulässig, weil diese nicht innerhalb der bis zum 4. März 2010 verlängerten Frist (§ 575 Abs. 2 Satz 3, § 551\nAbs. 2 Satz 6 ZPO) begründet worden ist. Ein Gesuch des Schuldners auf Wiedereinsetzung in die versäumte Frist zur Begründung der Rechtsbeschwerde\n(§ 233 ZPO) verspricht keinen Erfolg.\n\n3 a) Einer Partei, welche nicht über die finanziellen Möglichkeiten zur Einlegung oder Begründung eines Rechtsmittels verfügt, wird auf Antrag Wiedereinsetzung in eine versäumte Frist gewährt, wenn die Partei innerhalb der Frist\nein Prozesskostenhilfegesuch bei Gericht eingereicht und alles in ihren Kräften\nStehende getan hat, damit über diesen Antrag ohne Verzögerung entschieden\nwerden kann. Diesem Erfordernis ist nur genügt, wenn mit dem Prozesskostenhilfeantrag auch eine Erklärung zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nebst der erforderlichen Belege (§ 117 Abs. 2 Satz 1 ZPO) vorgelegt\nwerden (BGH, Beschl. v. 31. August 2005 - XII ZB 116/05, NJW-RR 2006, 140,\n141; v. 13. April 2006 - IX ZA 3/06, FamRZ 2006, 1028 f; v. 6. Juli 2006 - IX ZA\n10/06, FamRZ 2006, 1522, 1523; v. 13. Februar 2008 - XII ZB 151/07, NJW-RR\n2008, 942, 943 Rn. 10; v. 8. Januar 2009 - V ZA 14/08, bei juris Rn. 3). Weisen\ndie Darlegungen des Antragstellers zu seinen persönlichen und wirtschaftlichen\nVerhältnissen Lücken auf, so kann Wiedereinsetzung in die versäumte Frist nur\ngewährt werden, wenn der Antragsteller darauf vertrauen durfte, die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe ausreichend\ndargetan zu haben; dies kommt in Betracht, wenn die Lücken auf andere Weise\ngeschlossen oder Zweifel beseitigt werden können, etwa aufgrund der beigefügten Unterlagen (BGH, Beschl. v. 13. Februar 2008 aaO S. 943 Rn. 11; v.\n19. November 2008 - IV ZB 38/08, NJW-RR 2009, 563, 564 Rn. 10).\n\n4 b) Das Prozesskostenhilfegesuch des Schuldners ist zwar noch innerhalb der Frist zur Begründung der Rechtsbeschwerde und damit rechtzeitig\nbeim Bundesgerichtshof eingegangen; wegen fehlender Belege zu seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen kann über den Antrag jedoch nicht\nohne weitere Darlegungen entschieden werden. Da der Schuldner auch nicht\ndarauf vertrauen konnte, einen ordnungsgemäßen und vollständigen Prozess-\n\nkostenhilfeantrag eingereicht zu haben, ist die Versäumung der Frist zur Begründung der Rechtsbeschwerde nicht unverschuldet (§ 233 ZPO). Ein Antrag\nauf Wiedereinsetzung in die versäumte Begründungsfrist hat daher keine Aussicht auf Erfolg.\n\n5 aa) Insoweit ohne Gründe gemäß § 127 Abs. 1 Satz 3 ZPO.\n\n6 bb) Insoweit ohne Gründe gemäß § 127 Abs. 1 Satz 3 ZPO.\n\n7 2. Die bereits eingelegte Rechtsbeschwerde ist wegen der fehlenden Beschwerdebegründung als unzulässig zu verwerfen (§ 577 Abs. 1 Satz 2, § 575\nAbs. 2 Satz 1 ZPO).\n\nGanter Raebel Kayser\n\nGehrlein Grupp\n\nVorinstanzen:\nAG Mayen, Entscheidung vom 24.09.2009 - 7 IN 115/02 -\nLG Koblenz, Entscheidung vom 09.11.2009 - 2 T 769/09 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2010-03-26/ix-zb-272-09","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 233","ref_norm":"233","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 127","ref_norm":"127","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 575","ref_norm":"575","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 551","ref_norm":"551","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 296","ref_norm":"296","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 117","ref_norm":"117","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2010-03-26/ix-zb-272-09","retrieved":"2026-10-24 08:00:25.071493+00:00"},"card":{"id":"bgh/2010-03-26/ix-zb-272-09","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"9. 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