{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2009-10-08","aktenzeichen":"IX ZR 227/07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZR 227/07 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n8. Oktober 2009 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter \n\nDr. Ganter, die Richter Raebel und Vill, die Richterin Lohmann und den Richter \n\nDr. Pape \n\nam 8. Oktober 2009 \n\nbeschlossen: \n\nDie Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem \n\nUrteil des 27. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom \n\n20. November 2007 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen. \n\nDer Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens wird auf \n\n36.500 € festgesetzt. \n\nGründe: \n\n1 \n\n2 \n\nDie Nichtzulassungsbeschwerde ist statthaft (§ 544 Abs. 1 Satz 1 ZPO) \n\nund zulässig (§ 544 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO). Sie hat jedoch keinen Erfolg, \n\nweil sie keinen Zulassungsgrund aufdeckt (§ 543 Abs. 2 ZPO). \n\n1. Die Annahme des Berufungsgerichts, spätestens mit der Übergabe \n\nder Kfz-Briefe sei das Eigentum an den Fahrzeugen auf die Beklagte überge-\n\ngangen, lässt keinen - geschweige denn einen zulassungsrelevanten - Rechts-\n\nfehler erkennen. Der Alleingesellschafter und Geschäftsführer der beiden \n\nSchwestergesellschaften wollte als Vertreter der wahren Eigentümerin auftre-\n\nten, und nur mit dieser wollte die verklagte Bank kontrahieren. \n\n3 \n\n2. Die Darlegungs- und Beweislast des Klägers hat das Berufungsgericht \n\nnicht verkannt. Nachdem die Beklagte vorgetragen und unter Beweis gestellt \n\nhatte, dass die Briefe unmittelbar im Anschluss an den Vertragsschluss über-\n\ngeben worden seien, hätte der Kläger darlegen und unter Beweis stellen müs-\n\nsen, dass eine spätere Übergabe der Briefe oder zumindest eine Auszahlung \n\nder Darlehensvaluta vor der Übereignung erfolgt sei. Ein weitergehendes sub-\n\nstantiiertes Bestreiten der Beklagten war nur nach schlüssigem Vortrag des \n\nKlägers erforderlich. \n\n4 \n\n3. Das Vorbringen des Klägers im Schriftsatz vom 19. November 2007 \n\nerfolgte seinem Inhalt nach auf entsprechende Hinweise des Berufungsgerichts \n\nin der mündlichen Verhandlung, ohne dass der Kläger schon dort Beweis ange-\n\ntreten oder wenigstens Schriftsatzfrist beantragt hätte. Das Berufungsgericht \n\nmusste den nach Schluss der mündlichen Verhandlung eingereichten, nicht \n\nnachgelassenen Schriftsatz nicht mehr berücksichtigen, weil es seine Hinweis-\n\npflichten nicht verletzt hatte (§§ 525, 296a, 156 Abs. 2 Nr. 1 ZPO). \n\n5 \n\n4. Die behauptete Divergenz zu den Senatsentscheidungen vom \n\n19. März 1998 (IX ZR 22/97, ZIP 1998, 793, 802) und 1. Juni 2006 (IX ZR \n\n159/04, ZIP 2006, 1362, 1363) liegt nicht vor. Das Berufungsgericht ist zutref-\n\nfend davon ausgegangen, dass das Kriterium des eigenen wirtschaftlichen Inte-\n\nresses des Sicherungsgebers für die Beurteilung der Unentgeltlichkeit nach \n\n§ 134 InsO nach der neueren Rechtsprechung entfallen ist. \n\n6 \n\n5. Die Frage, ob das \"Stehenlassen\" eines (ungekündigten, aber kündba-\n\nren) Darlehens im Hinblick auf das Stellen einer Sicherheit ein entgeltliches \n\nRechtsgeschäft darstellt, ist geklärt (vgl. BGH, Urt. v. 7. Mai 2009 - IX ZR 71/08, \n\nZIP 2009, 1122). Für den vorliegenden Rechtsstreit ist die Frage jedoch bei \n\ndem vom Berufungsgericht zugrunde gelegten Sachverhalt nicht entschei-\n\ndungserheblich. \n\n7 \n\n8 \n\n6. Dadurch, dass das Berufungsgericht § 133 InsO nicht geprüft hat, \n\nwurde der Kläger nicht in seinen Verfahrensgrundrechten verletzt. Das Beru-\n\nfungsgericht musste den Kläger, der Insolvenzverwalter ist, nicht auf diese An-\n\nfechtungsvorschrift hinweisen. \n\nVon einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 \n\nHalbs. 2 ZPO abgesehen. \n\nGanter \n\nRaebel \n\n Vill \n\nLohmann \n\nPape \n\nVorinstanzen: \n\nLG Essen, Entscheidung vom 08.02.2007 - 6 O 247/06 - \n\nOLG Hamm, Entscheidung vom 20.11.2007 - 27 U 33/07 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-10-08/ix-zr-227-07","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":2},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 133","ref_norm":"133","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 134","ref_norm":"134","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 156","ref_norm":"156","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 296a","ref_norm":"296a","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 525","ref_norm":"525","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-10-08/ix-zr-227-07","retrieved":"2026-07-10 19:56:40.084823+00:00"},"card":{"id":"bgh/2009-10-08/ix-zr-227-07","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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