{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"VI. Zivilsenat","decided":"2009-10-06","aktenzeichen":"VI ZB 19/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nVI ZB 19/08 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n6. Oktober 2009 \n\nin dem Rechtsbeschwerdeverfahren \n\nDer VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 6. Oktober 2009 durch den \n\nVorsitzenden Richter Galke, die Richter Zoll und Wellner, die Richterin Diede-\n\nrichsen und den Richter Pauge \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des 6. Zivilsenats \n\ndes Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 8. Februar 2008 \n\nwird auf Kosten der Antragstellerin verworfen. \n\nDer Wert des Beschwerdeverfahrens wird auf bis zu 4.000 € fest-\n\ngesetzt. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\n2 \n\nDie Parteien streiten über die Auslegung der zeitlichen Zulässigkeits-\n\nschranke einer Streitwertbeschwerde nach §§ 68 Abs. 1 Satz 3, 63 Abs. 2 \n\nSatz 3 GKG. \n\nDas Landgericht hat mit Beschluss vom 7. November 2005 antragsge-\n\nmäß eine einstweilige Verfügung erlassen, durch die den Antragsgegnern be-\n\nstimmte Äußerungen auf einer Internetseite untersagt worden sind, und setzte \n\nzugleich den Streitwert - entsprechend der Wertangabe der Antragstellerin - auf \n\n100.000 € fest. Die Antragsgegner haben gegen die einstweilige Verfügung Wi-\n\nderspruch eingelegt. Nach Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklä-\n\nrung durch die Antragsgegner erklärte die Antragstellerin mit Schriftsatz vom \n\n27. März 2006 die Hauptsache für erledigt. Mit Schriftsatz vom 22. Mai 2006 \n\nschlossen sich die Antragsgegner der Erledigungserklärung an. Mit Beschluss \n\nvom 26. Juli 2006 entschied das Landgericht gemäß § 91a ZPO über die Kos-\n\nten, die es den Antragsgegnern auferlegte. Die gegen diesen Beschluss einge-\n\nlegte sofortige Beschwerde haben die Antragsgegner mit Schriftsatz vom \n\n14. Mai 2007, eingegangen am 15. Mai 2007, zurückgenommen und gleichzei-\n\ntig Streitwertbeschwerde gegen den Beschluss des Landgerichts vom \n\n7. November 2005 eingelegt. Sie haben beantragt, den Streitwert entsprechend \n\nder Festsetzung in einem Parallelverfahren auf 15.000 € festzusetzen. Das \n\nLandgericht hat der Streitwertbeschwerde nicht abgeholfen. Demgegenüber hat \n\ndas Beschwerdegericht den Beschluss des Landgerichts abgeändert und den \n\nStreitwert für den Zeitraum bis zur Erledigungserklärung auf 15.000 € festge-\n\nsetzt. Seiner Auffassung zufolge ist die Streitwertbeschwerde zulässig und be-\n\ngründet, insbesondere innerhalb der 6-Monats-Frist gemäß §§ 68 Abs. 1 \n\nSatz 3, 63 Abs. 3 Satz 2 GKG eingelegt worden. Mit der vom Beschwerdege-\n\nricht zugelassenen Rechtsbeschwerde begehrt die Antragstellerin unter Aufhe-\n\nbung des angefochtenen Beschlusses des Beschwerdegerichts die Streitwert-\n\nbeschwerde der Antragsgegner gegen den Streitwertfestsetzungsbeschluss des \n\nLandgerichts zurückzuweisen. \n\n3 \n\n4 \n\nII. \n\nDie Rechtsbeschwerde ist nicht statthaft. \n\nGemäß § 68 Abs. 1 Satz 5 i.V.m. § 66 Abs. 3 Satz 3 GKG findet eine Be-\n\nschwerde gegen die Festsetzung des Streitwerts an einen obersten Gerichtshof \n\ndes Bundes nicht statt (vgl. § 66 Abs. 4 Satz 1 und 3 GKG sowie Senatsbe-\n\nschluss vom 6. April 2009 - VI ZB 88/08 - juris). Daran ändert auch die Zulas-\n\nsung der Rechtsbeschwerde durch das Oberlandesgericht nichts (vgl. etwa \n\nBGHZ 154, 102 ff. für Arrest und einstweilige Verfügung; Beschlüsse vom \n\n1. Oktober 2002 - IX ZB 271/02 - VersR 2004, 488; vom 17. Oktober 2002 \n\n- IX ZB 303/02 - NJW 2003, 69 und vom 11. September 2008 - I ZB 36/07 - \n\nMDR 2009, 45 ff.). Eine Bindung des Rechtsbeschwerdegerichts an die Zulas-\n\nsung gemäß § 574 Abs. 3 Satz 2 ZPO besteht nicht, weil eine Entscheidung, \n\ndie vom Gesetz der Anfechtung entzogen ist, auch bei - irriger - Rechtsmittelzu-\n\nlassung unanfechtbar bleibt (vgl. BGH, Beschluss vom 12. September 2002 \n\n- III ZB 43/02 - VersR 2003, 482, 483). Die Bindungswirkung der Rechtsmittel-\n\nzulassung umfasst bei der Rechtsbeschwerde ebenso wie bei der Revision nur \n\ndie Bejahung der in den §§ 574 Abs. 3 Satz 1 und 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO ge-\n\nnannten Zulassungsvoraussetzungen (vgl. BT-Drucks. 14/4722, S. 105, 116; \n\nZöller/Heßler ZPO, 27. Aufl., § 574 Rn. 15). Die Zulassung des Rechtsmittels \n\nkann dagegen nicht dazu führen, dass dadurch ein gesetzlich nicht vorgesehe-\n\nner Instanzenzug eröffnet wird. \n\nGalke Zoll Wellner \n\n Diederichsen Pauge \n\nVorinstanzen: \n\nLG Frankfurt/Main, Entscheidung vom 07.11.2005 - 2/6 O 534/05 - \n\nOLG Frankfurt/Main, Entscheidung vom 08.02.2008 - 6 W 129/07 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-10-06/vi-zb-19-08","cited_norms":[{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 63","ref_norm":"63","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 68","ref_norm":"68","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 91a","ref_norm":"91a","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 66","ref_norm":"66","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-10-06/vi-zb-19-08","retrieved":"2026-07-10 19:57:18.432072+00:00"},"card":{"id":"bgh/2009-10-06/vi-zb-19-08","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"VI. 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