{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2009-07-09","aktenzeichen":"IX ZB 199/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZB 199/08 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n9. Juli 2009 \n\nin dem Insolvenzverfahren \n\nDer \n\nIX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter \n\nProf. Dr. Kayser, Raebel, Vill, die Richterin Lohmann und den Richter Dr. Pape \n\nam 9. Juli 2009 \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 4. Zivilkammer \n\ndes Landgerichts Bremen vom 25. Juli 2008 wird auf Kosten des \n\nSchuldners als unzulässig verworfen. \n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird auf \n\n5.000 € festgesetzt. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\nIn dem am 1. November 2003 auf Antrag eines Gläubigers eröffneten \n\nInsolvenzverfahren beantragte der Schuldner Erteilung der Restschuldbefrei-\n\nung. In seinem Schlussbericht vom 10. Oktober 2007 teilte der Insolvenzverwal-\n\nter mit, der Schuldner habe entgegen mehrfacher Weisung die zur Masse gehö-\n\nrende Einbauküche einer von ihm verkauften Wohnung kurz vor deren Überga-\n\nbe an den Käufer entfernt und auf den Sperrmüll geschafft. Der Masse sei da-\n\ndurch ein Kaufpreisverlust von 1.500 € entstanden. Gestützt auf diesen Sach-\n\nverhalt hat der weitere Beteiligte zu 1 im Schlusstermin am 4. April 2008 Antrag \n\nauf Versagung der Restschuldbefreiung gestellt. Diesem Antrag hat das Insol-\n\nvenzgericht mit Beschluss vom 14. Mai 2008 stattgegeben. Die dagegen gerich-\n\ntete sofortige Beschwerde des Schuldners ist erfolglos geblieben. Mit der \n\nRechtsbeschwerde verfolgt der Schuldner sein Ziel, ihm Restschuldbefreiung zu \n\nerteilen, weiter. \n\nII. \n\n2 \n\nDie gemäß § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO, §§ 7, 6 Abs. 1, § 289 Abs. 2 \n\nSatz 1 InsO statthafte Rechtsbeschwerde ist unzulässig, weil die Vorausset-\n\nzungen des § 574 Abs. 2 ZPO nicht gegeben sind. Die Rechtssache hat keine \n\ngrundsätzliche Bedeutung, und weder die Fortbildung des Rechts noch die Si-\n\ncherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordern eine Entscheidung des \n\nRechtsbeschwerdegerichts. Gehörsverletzungen liegen nicht vor. \n\n3 \n\n1. In der Rechtsprechung des Senats ist geklärt, dass eine Vermögens-\n\nverschwendung im Sinne des § 290 Abs. 1 Nr. 4 InsO gegeben ist, wenn der \n\nSchuldner Werte außerhalb einer sinnvollen und nachvollziehbaren Verhal-\n\ntensweise verbraucht (BGH, Beschl. v. 21. September 2006 - IX ZB 24/06, \n\nZInsO 2006, 1103, 1104 Rn. 9; v. 5. März 2009 - IX ZB 141/08, ZInsO 2009, \n\n732, 733 Rn. 10). Die Entfernung und Vernichtung einer zur Masse gehörenden \n\nEinbauküche aus der vom Schuldner bis zur Übergabe an den Käufer genutz-\n\nten Wohnung, die der Insolvenzverwalter für einen Mehrpreis von 1.500 € mit \n\nder Eigentumswohnung des Schuldners verkauft hatte, stellt eine entsprechen-\n\nde Vermögensverschwendung dar. Der Schuldner hat die Vernichtung im \n\nSchlusstermin nicht bestritten. Ein späteres Bestreiten ist unerheblich (BGH, \n\nBeschl. v. 8. Januar 2009 - IX ZB 80/08, ZInsO 2009, 298 Rn. 15). \n\n4 \n\n2. Das Beschwerdegericht hat in seinem Beschluss vom 25. Juli 2008 \n\nden Vortrag des Schuldners zur angeblichen Übertragung der Einbauküche auf \n\nseine Schwester vor Verfahrenseröffnung zur Kenntnis genommen. Soweit es \n\nentgegen der Auffassung des Schuldners zu dem Schluss gekommen ist, dass \n\ndie Küche auf Grund fehlender Übergabe oder Vereinbarung eines Übergabe-\n\nsurrogats nicht aus dem Vermögen des Schuldners ausgeschieden ist, stellt \n\ndies keine Gehörsverletzung, sondern eine abweichende rechtliche Würdigung \n\ndar. \n\n5 \n\n3. Der Schuldner hat in seiner Beschwerdebegründung nicht in Abrede \n\ngestellt, dass der Insolvenzverwalter auf den vereinbarten Kaufpreis 1.500 € \n\nnachlassen musste, weil die mitverkaufte Küche nicht an den Käufer übergeben \n\nwerden konnte. Weitere Ermittlungen des Beschwerdegerichts zu diesem vom \n\nGläubiger unter Bezugnahme auf den Schlussbericht des Verwalters glaubhaft \n\ngemachten Sachverhalt bedurfte es nicht. \n\n6 \n\n4. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 4 InsO, § 577 Abs. 6 \n\nSatz 3 ZPO abgesehen. \n\nKayser \n\nRaebel \n\nVill \n\nLohmann \n\nPape \n\nVorinstanzen: \n\nAG Bremerhaven, Entscheidung vom 14.05.2008 - 10 IN 46/03 - \n\nLG Bremen, Entscheidung vom 25.07.2008 - 4 T 345/08 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-07-09/ix-zb-199-08","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":2},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 289","ref_norm":"289","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 290","ref_norm":"290","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 577","ref_norm":"577","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 4","ref_norm":"4","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-07-09/ix-zb-199-08","retrieved":"2026-07-10 19:43:27.543841+00:00"},"card":{"id":"bgh/2009-07-09/ix-zb-199-08","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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