{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2009-07-07","aktenzeichen":"1 StR 268/09","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n7. Juli 2009 \n\nin der Strafsache \n\ngegen \n\n1 StR 268/09 \n\n1. \n\n2. \n\n3. \n\nwegen zu 1. und 2.: versuchten Mordes u.a. \n\nzu 3.: \n\ngefährlicher Körperverletzung \n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 7. Juli 2009 beschlossen: \n\nDie Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landge-\n\nrichts München II vom 16. Januar 2009 werden als unbegründet \n\nverworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisi-\n\nonsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Ange-\n\nklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO). \n\nJeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels und \n\ndie der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen not-\n\nwendigen Auslagen zu tragen. \n\n1. Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts vom \n\n19. Mai 2009 bemerkt der Senat zu der Verfahrensrüge der An-\n\ngeklagten K. , mehrere in der Hauptverhandlung vernom-\n\nmene Zeugen seien - im allseitigen Einverständnis - entlassen \n\nworden, ohne dass eine Entscheidung über ihre Vereidigung \n\ngemäß § 59 Abs. 1 StPO getroffen worden sei: \n\n Die Revision benennt zwar zutreffend Entscheidungen des Se-\n\nnats, in denen dieser - nicht tragend - die Ansicht vertreten hat, \n\nauch nach der Neufassung des § 59 StPO habe der Vorsitzen-\n\nde eine als wesentliche Förmlichkeit zu protokollierende Ent-\n\nscheidung über die Vereidigung eines Zeugen zu treffen (vgl. \n\nBGHR StPO § 59 Abs. 1 Entscheidung 1 und Rügevorausset-\n\nzungen 1). Daran hält der Senat aber nicht fest. Denn nach \n\ndem Wortlaut des neu gefassten § 59 Abs. 1 StPO ist die \n\nNichtvereidigung eines Zeugen die Regel. Fehlen besondere \n\nUmstände, ist einer Entlassungsverfügung des Vorsitzenden \n\ndaher - so auch vorliegend - konkludent zu entnehmen, er habe \n\ndie Voraussetzungen, vom regelmäßigen Verfahrensgang ab-\n\nzuweichen, nicht als gegeben angesehen (vgl. BGHSt 50, 282, \n\n283). Die Zulässigkeit einer sich hiergegen richtenden Verfah-\n\nrensrüge setzt jedoch voraus, dass diese Entscheidung in der \n\nHauptverhandlung beanstandet und gemäß § 238 Abs. 2 StPO \n\nein gerichtlicher Beschluss herbeigeführt worden ist (vgl. BGHR \n\nStPO § 59 Abs. 1 Rügevoraussetzungen 1). Dies ist nach dem \n\nVorbringen der Revision bei keinem der Zeugen geschehen. \n\n2. Der Antrag der Nebenklägerin vom 19. März 2009, ihr für das \n\nRevisionsverfahren Prozesskostenhilfe zu bewilligen, ist ge-\n\ngenstandslos. Denn ihr wurde durch Beschluss des Landge-\n\nrichts München II vom 14. November 2008 Rechtsanwalt H. \n\nbeigeordnet. Diese Beiordnung versteht der Senat als vorlie-\n\ngend allein in Betracht kommende Bestellung zum Beistand \n\ngemäß § 397a Abs. 1 StPO. Diese aber wirkt über die jeweilige \n\nInstanz hinaus (vgl. BGHR StPO § 397a Abs. 1 Beistand 2). \n\nNack Wahl Graf \n\n Jäger Sander","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-07-07/1-str-268-09","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 59","ref_norm":"59","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 238","ref_norm":"238","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 397a","ref_norm":"397a","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-07-07/1-str-268-09","retrieved":"2026-07-10 19:44:12.772148+00:00"},"card":{"id":"bgh/2009-07-07/1-str-268-09","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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