{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"Xa. Zivilsenat","decided":"2009-02-12","aktenzeichen":"Xa ZB 22/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nXa ZB 22/08 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n12. Februar 2009 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer Xa. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 12. Februar 2009 \n\ndurch die Richter Prof. Dr. Meier-Beck, Scharen und Keukenschrijver, die Rich-\n\nterin Mühlens und den Richter Dr. Achilles \n\nbeschlossen: \n\nAuf die Rechtsbeschwerde des Klägers wird der Beschluss der \n\n16. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt am Main vom 2. Mai \n\n2008 aufgehoben. \n\nDie Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über \n\ndie Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens, an das Berufungsge-\n\nricht zurückverwiesen. \n\nGründe: \n\n1 \n\nI. Der Kläger hat im Mai 2007 vor dem Amtsgericht Hannover Zahlungs-\n\nklage gegen die Beklagte erhoben. Vor dem Amtsgericht Hannover hat die Be-\n\nklagte die örtliche Unzuständigkeit gerügt und vorgetragen, sie habe ihren Sitz \n\nin Frankfurt am Main. Daraufhin hat der Kläger Verweisung an das Amtsgericht \n\nFrankfurt am Main beantragt. Das Amtsgericht Hannover hat diesem Antrag \n\nentsprochen. Nach Abweisung seiner Klage hat der Kläger Berufung zum \n\nLandgericht Frankfurt am Main eingelegt. Das Landgericht hat die Berufung als \n\nunzulässig verworfen und den Antrag des Klägers auf Wiedereinsetzung in den \n\nvorigen Stand zurückgewiesen. Es sei gerichtsbekannt, dass der Sitz der Be-\n\n \n \n \n \n \n \n \n \n\n2 \n\n3 \n\n4 \n\nklagten in den Niederlanden sei; der Kläger habe die Berufung nicht bei dem \n\ndeshalb nach § 119 Abs. 1 Nr. 1 b GVG zuständigen Oberlandesgericht einge-\n\nlegt. \n\nMit seiner Rechtsbeschwerde wendet sich der Kläger gegen diese Ent-\n\nscheidung. \n\nII. Die nach § 522 Abs. 1 Satz 4 ZPO eröffnete Rechtsbeschwerde ist zu-\n\nlässig (§ 574 Abs. 2 Nr. 2 ZPO) und begründet. Das Berufungsgericht hat die \n\nBerufung zu Unrecht verworfen. Entgegen seiner Auffassung ist die Berufung \n\nbei dem zuständigen Gericht eingelegt und die Rechtsmittelfrist damit gewahrt. \n\nNach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der im Ver-\n\nfahren vor dem Ausgangsgericht unangegriffen gebliebene inländische oder \n\nausländische Gerichtsstand einer Partei zugrunde zu legen und einer Nachprü-\n\nfung durch das Rechtsmittelgericht entzogen (BGH Beschl. v. 19.9.2006 \n\n- X ZB 31/05, JurBüro 2007, 55; Beschl. v. 08.01.2008 - X ZB 26/07 GuT 2008, \n\n46 f.; Beschl. v. 10.07.2007 - VIII ZB 73/06, NJW-RR 2008, 144; Beschl. v. \n\n03.05.2006 \n\n- VIII ZB 88/05, NJW 2006, 2782 f.; Beschl. v. 28.01.2004 \n\n- VIII ZB 66/03, BGHRep. 2004, 983, 984). In der ersten Instanz war zwischen \n\nden Parteien unstreitig, dass die Beklagte ihren allgemeinen Gerichtsstand in \n\nFrankfurt am Main hat. Dies ergab sich aus dem Vortrag der Beklagten, die un-\n\nter Hinweis auf ihren Sitz in Frankfurt am Main die örtliche Unzuständigkeit des \n\nAmtsgerichts Hannover gerügt hat. Der Kläger hat sich diesen Vortrag zu eigen \n\ngemacht, indem er daraufhin die Verweisung des Rechtsstreits an das Amtsge-\n\nricht Frankfurt am Main beantragt hat. \n\n5 \n\nBei dieser Sachlage ist es auch mit dem Gebot der Rechtsmittelklarheit \n\nnicht in Einklang zu bringen, wenn das Berufungsgericht den inländischen Ge-\n\nrichtsstand deshalb in Frage gestellt hat, weil es gerichtsbekannt sei, dass der \n\nSitz der Beklagten sich in den Niederlanden befinde. Denn für die betroffene \n\nPartei war damit nicht erkennbar, bei welchem Gericht ein Rechtsmittel einzule-\n\ngen war; dies hing vielmehr davon ab, ob das Berufungsgericht von dem un-\n\nstreitig gebliebenen Parteivortrag ausging, oder einen anderen Sachverhalt als \n\ngerichtsbekannt zugrunde legte. \n\nMeier-Beck \n\n Scharen \n\n Keukenschrijver \n\nMühlens \n\nAchilles \n\nVorinstanzen: \n\nAG Frankfurt am Main, Entscheidung vom 18.02.2008 - 31 C 2140/07 - 23 - \nLG Frankfurt/Main, Entscheidung vom 02.05.2008 - 2/16 S 61/08 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-02-12/xa-zb-22-08","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 522","ref_norm":"522","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-02-12/xa-zb-22-08","retrieved":"2026-07-10 19:12:16.910858+00:00"},"card":{"id":"bgh/2009-02-12/xa-zb-22-08","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Xa. 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