{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"V. Zivilsenat","decided":"2009-01-29","aktenzeichen":"V ZR 152/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nV ZR 152/08 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n29. Januar 2009 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 29. Januar 2009 durch den \n\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger, die Richter Dr. Lemke und Dr. Schmidt-\n\nRäntsch, die Richterin Dr. Stresemann und den Richter Dr. Czub \n\nbeschlossen: \n\nDie Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem \n\nUrteil des 16. Zivilsenats des Schleswig-Holsteinischen Oberlan-\n\ndesgerichts in Schleswig vom 26. Juni 2008 wird auf Kosten der \n\nBeklagten als unzulässig verworfen. \n\nDer Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens beträgt \n\n10.000 €. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\nDie Parteien sind Eigentümer benachbarter Grundstücke \n\nin A. \n\n(Schleswig-Holstein). Die Klägerin zu 1 veräußerte im Oktober 2002 ein so ge-\n\nnanntes Pfeifenstielgrundstück an die Rechtsvorgänger der Beklagten. Auf \n\nGrund einer Vereinbarung in dem notariellen Kaufvertrag wurde das veräußerte \n\nGrundstück mit einer Grunddienstbarkeit für den jeweiligen Eigentümer des der \n\nKlägerin zu 1 gehörenden Nachbargrundstücks belastet. Der im Grundbuch \n\neingetragene Inhalt dieser Grunddienstbarkeit ist, dass auf dem dienenden \n\nGrundstück an der Grenze zu dem benachbarten Grundstück nur Büsche und \n\nSträucher und niedrig wachsende Pflanzen angepflanzt werden dürfen. \n\n2 \n\nDie Beklagten haben nach dem Erwerb des Grundstücks in einem Ab-\n\nstand von 74 cm zur Grundstücksgrenze einen Carport errichtet. Die Kläger \n\nhaben von den Beklagten die Beseitigung des Carports und die Erstattung vor-\n\ngerichtlicher Rechtsanwaltskosten in Höhe von 667,35 € verlangt. Das Landge-\n\nricht hat die Klage abgewiesen, das Oberlandesgericht hat der Klage der Kläge-\n\nrin zu 1 stattgegeben und die Revision nicht zugelassen. \n\n3 \n\n4 \n\nII. \n\nDie dagegen gerichtete Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten ist \n\nunzulässig, weil der Wert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer \n\n20.000 € nicht übersteigt (§ 26 Nr. 8 EGZPO). \n\n1. Der Wert der Beschwer im Rechtsmittelverfahren bestimmt sich auch \n\nbei Rechtsstreitigkeiten, die eine Grunddienstbarkeit betreffen, nur nach dem \n\nInteresse des Rechtsmittelklägers an der Abänderung des Berufungsurteils \n\n(Senat, BGHZ 23, 205, 206). Die Beschwer dessen, der zur Beseitigung eines \n\nBauwerks verurteilt worden ist, ist grundsätzlich nach den Kosten einer Ersatz-\n\nvornahme des Abrisses zu bemessen, die ihm im Falle des Unterliegens drohen \n\n(Senat, BGHZ 124, 313, 319; BGH, Beschl. v. 29. April 2004, III ZB 72/03, WuM \n\n2004, 352, 353; v. 20. April 2005, XII ZR 92/02, NJW-RR 2005, 1011, 1012; \n\nBeschl. v. 15. Juni 2005, XII ZR 104/02, NZM 2005, 677 - std. Rspr.). Diese \n\nKosten sind - worauf die Beschwerdeerwiderung zutreffend hinweist - in den \n\nTatsacheninstanzen von beiden Parteien mit ca. 6.000 € angegeben worden. \n\nOb der Wert der Beschwer der Beklagten höher anzusetzen ist, weil deren In-\n\nteresse am Erhalt des Carports die Kosten eines Abrisses übersteigt, bedarf \n\nhier deshalb keiner Entscheidung, da die Beklagten dieses Interesse mit \n\n10.000 € angegeben haben. \n\n5 \n\n2. Entgegen der Ansicht der Nichtzulassungsbeschwerde kann zu die-\n\nsem Betrag die durch ein Gutachten dargelegte Wertminderung des Grund-\n\nstücks in Höhe von ca. 16.000 € durch die Grunddienstbarkeit nicht hinzuad-\n\ndiert werden. Die Wertminderung des Grundstücks betrifft nicht den Gegen-\n\nstand der Verurteilung der Beklagten, die nur den Abriss eines Bauwerks an-\n\nordnet und auch keine weiteren Rechtskraftwirkungen erzeugt. \n\nIII. \n\n6 \n\n7 \n\n1. Der Gebührenstreitwert bestimmt sich nach dem Interesse der Kläge-\n\nrin zu 2 an der Durchsetzung des ihr zuerkannten Anspruchs (vgl. Senat, BGHZ \n\n124, 313, 317), den das Berufungsgericht auf 10.000 € festgesetzt hat. \n\n2. Die Kostenentscheidung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO. \n\nKrüger \n\nLemke \n\n Schmidt-Räntsch \n\nStresemann \n\n Czub \n\nVorinstanzen: \nLG Lübeck, Entscheidung vom 21.01.2008 - 10 O 136/07 - \nOLG Schleswig, Entscheidung vom 26.06.2008 - 16 U 29/08 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-01-29/v-zr-152-08","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPOEG","ref":"§ 26","ref_norm":"26","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2009-01-29/v-zr-152-08","retrieved":"2026-07-10 19:05:48.467336+00:00"},"card":{"id":"bgh/2009-01-29/v-zr-152-08","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"V. 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