{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"3. Strafsenat","decided":"2008-12-11","aktenzeichen":"3 StR 429/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\n3 StR 429/08 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n11. Dezember 2008 \n\nin der Strafsache \n\ngegen \n\nwegen Anstiftung zur Volksverhetzung u. a. \n\nDer 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundes-\n\nanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 11. Dezember 2008 \n\neinstimmig beschlossen: \n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts \n\nBerlin vom 4. Juni 2008 wird als unbegründet verworfen, da die \n\nNachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung \n\nkeinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat \n\n(§ 349 Abs. 2 StPO). \n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tra-\n\ngen. \n\nErgänzend bemerkt der Senat zur Rüge der Verletzung des § 59 StPO: \n\nDer vom Generalbundesanwalt unter Hinweis auf Teile der Literatur (vgl. \n\nMeyer-Goßner, StPO 51. Aufl. § 59 Rdn. 13 m. w. N.) vertretenen Auffassung, \n\ndie Revision könne nur darauf gestützt werden, dass die Vereidigung unter Ver-\n\nstoß gegen § 60 StPO erfolgt sei, im Übrigen sei die Entscheidung über die \n\nVereidigung nicht revisibel, vermag der Senat nicht zu folgen. Die Neufassung \n\ndes § 59 StPO eröffnet dem Tatrichter für diese Entscheidung einen Beurtei-\n\nlungsspielraum (\"wegen der ausschlaggebenden Bedeutung der Aussage oder \n\nzur Herbeiführung einer wahren Aussage\") kombiniert mit einer Ermessensbe-\n\nfugnis (\"nach seinem Ermessen für notwendig hält\"). Wie in sonstigen Fällen \n\nkann auch hier mit der Revision geltend gemacht werden, der Tatrichter habe \n\nden ihm zustehenden Beurteilungsspielraum überschritten oder sein Ermessen \n\nrechtsfehlerhaft ausgeübt (vgl. etwa Meyer-Goßner aaO § 337 Rdn. 16; Kuck-\n\nein in KK 6. Aufl. § 337 Rdn. 19, jeweils m. w. N.). \n\nUmstände, die einen nach diesen Maßstäben beachtlichen Rechtsfehler \n\nbegründen, zeigt die Revision nicht auf. Somit kommt es nicht entscheidungs-\n\nerheblich darauf an, ob die Rüge auch deshalb nicht durchdringen könnte, weil \n\nder Beschwerdeführer nicht vorgetragen hat, dass er die Anordnung des Vorsit-\n\nzenden, den Zeugen unvereidigt zu lassen, in der Hauptverhandlung beanstan-\n\ndet und eine Entscheidung des Gerichts nach § 238 Abs. 2 StPO beantragt hat \n\n(vgl. BGHSt 50, 282, 284). Jedenfalls in den Fällen, in denen erst aus den Ur-\n\nteilsgründen zutage tritt, dass nach der Beurteilung des Gerichts die tatbestand-\n\nlichen Voraussetzungen des § 59 Abs. 1 Satz 1 StPO für die Vereidigung des \n\nZeugen an sich vorlagen, wird die Zulässigkeit der Revisionsrüge schwerlich \n\ndavon abhängig gemacht werden können, dass in der Hauptverhandlung gegen \n\ndie Anordnung des Vorsitzenden zur Nichtvereidigung (vorsorglich) auf Ent-\n\nscheidung des Gerichts angetragen wurde. \n\nBecker Pfister Sost-Scheible \n\n Hubert Schäfer","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-12-11/3-str-429-08","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 59","ref_norm":"59","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 60","ref_norm":"60","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 238","ref_norm":"238","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-12-11/3-str-429-08","retrieved":"2026-07-10 19:07:19.288783+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-12-11/3-str-429-08","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"3. 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