{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2008-12-09","aktenzeichen":"5 StR 426/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"5 StR 426/08 \n\nBUNDESGERICHTSHOF \n\nBESCHLUSS \n\nvom 9. Dezember 2008 \nin der Strafsache \ngegen \n\nwegen besonders schweren Raubes u. a. \n\nhier: Anhörungsrüge \n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 9. Dezember 2008 \n\nbeschlossen: \n\nDer Antrag des Verurteilten S. nach § 356a \n\nStPO gegen den Beschluss des Senats vom 30. Okto-\n\nber 2008 wird kostenpflichtig zurückgewiesen. \n\nG r ü n d e \n\n1 \n\nDas Landgericht Göttingen hat gegen den Verurteilten wegen schwe-\n\nren Raubes in Tateinheit mit schwerer räuberischer Erpressung in zwei Fäl-\n\nlen eine Gesamtfreiheitsstrafe von neun Jahren und sechs Monaten ver-\n\nhängt. Mit am 10. November 2008 den Verteidigern übersandtem Beschluss \n\nvom 30. Oktober 2008 hat der Senat die Revision des Verurteilten nach \n\n§ 349 Abs. 2 StPO verworfen und einen in der Gegenerklärung zum Verwer-\n\nfungsantrag des Generalbundesanwalts enthaltenen Antrag des Verteidigers \n\nRechtsanwalt M. auf Durchführung einer Revisionshauptverhand-\n\nlung durch Bezugnahme auf einen anderen Senatsbeschluss zurückgewie-\n\nsen. \n\nDie Anhörungsrüge versagt. Die im Rechtsbehelf geltend gemachten \n\nBegründungsdefizite des Senatsbeschlusses belegen keine Gehörsverlet-\n\nzung im Sinne des § 356a Satz 1 StPO. \n\n1. Mit der Formulierung „nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet“ hat \n\nder Senat den in dieser Vorschrift vorausgesetzten begründeten Antrag des \n\nGeneralbundesanwalts vom 9. September 2008 in Bezug genommen (vgl. \n\nBGH, Beschluss vom 2. September 2008 – 5 StR 74/08). \n\n2 \n\n3 \n\n4 \n\n2. Eine Gehörsverletzung folgt auch nicht aus dem Umstand, dass der \n\nSenat im Verwerfungsbeschluss nur zu dem Begehren auf Durchführung ei-\n\nner Revisionshauptverhandlung, nicht aber zu der vom Antrag des General-\n\nbundesanwalts abweichenden Rechtsauffassung der Verteidigung in der Ge-\n\ngenerklärung Stellung genommen hat. Dies rechtfertigt nicht die Annahme, \n\nder Senat hätte das Vorbringen nicht zur Kenntnis genommen und in Erwä-\n\ngung gezogen (vgl. BVerfGE 96, 205, 216 f.; BVerfG – Kammer – \n\nStraFo 2007, 463). Das Schweigen des Senats auf Rechtsausführungen in \n\nder Gegenerklärung des Verteidigers offenbart nach der Sachlogik des revi-\n\nsionsgerichtlichen Beschlussverfahrens vielmehr, dass der neue Vortrag un-\n\ngeeignet gewesen ist, die vom Generalbundesanwalt begründete Erfolglosig-\n\nkeit der erhobenen Revisionsrügen zu entkräften (vgl. auch BGHR StPO \n\n§ 349 Abs. 2 Verwerfung 7). \n\n5 \n\n3. Eine weitergehende Begründungspflicht für die letztinstanzliche, mit \n\nordentlichen Rechtsmitteln nicht mehr anfechtbare Entscheidung bestand \n\nnicht (vgl. BVerfGE 50, 287, 289 f.; 65, 293, 295; BVerfG StraFo aaO). Sie \n\nwird auch nicht von der im Rechtsbehelf dargelegten Sorge erheischt, nur \n\neine Begründungspflicht könne den Senat davon abhalten, dass dieselbe \n\nRechtsfrage von demselben Senat in einem Fall so und in einem anderen \n\nFall anders entschieden werde. Solches verkennt die wahrzunehmende und \n\nwahrgenommene Sorgfalt und Verantwortung in der Praxis revisionsgerichtli-\n\ncher Beschlussentscheidungen. \n\nBasdorf Brause Schaal \n\nSchneider Dölp","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-12-09/5-str-426-08","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 356a","ref_norm":"356a","n":2}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-12-09/5-str-426-08","retrieved":"2026-07-10 19:04:18.432198+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-12-09/5-str-426-08","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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