{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"V. Zivilsenat","decided":"2008-12-04","aktenzeichen":"V ZR 64/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nV ZR 64/08\n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n4. Dezember 2008 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 4. Dezember 2008 durch den \n\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger, die Richter Dr. Lemke und Dr. Schmidt-\n\nRäntsch, die Richterin Dr. Stresemann und den Richter Dr. Czub \n\nbeschlossen: \n\nDie Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem \n\nUrteil des 10. Zivilsenats des Hanseatischen Oberlandesgerichts \n\nHamburg vom 28. Februar 2008 wird auf Kosten der Kläger als \n\nunzulässig verworfen. \n\nDer Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens beträgt 9.000 €. \n\nGründe: \n\n1 \n\n2 \n\nDie Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil der Wert der mit der \n\nRevision geltend zu machenden Beschwer 20.000 € nicht übersteigt (§ 26 Nr. 8 \n\nEGZPO). \n\n1. Der Wert der Beschwer eines Rechtsmittelführers bestimmt sich nach \n\ndessen Interesse an der Abänderung des angefochtenen Urteils, das unter wirt-\n\nschaftlichen Gesichtspunkten zu bewerten ist (vgl. BGHZ 57, 301, 302; BGH, \n\nBeschl. v. 15. Januar 1992, XII ZB 135/91, NJW 1992, 1513, 1514; Senat, \n\nBeschl. v. 24. April 1998, V ZR 225/97, NJW 1998, 2368). \n\n3 \n\na) Die Beschwer der Kläger durch die Abweisung des Anspruchs auf Zah-\n\nlung des vereinbarten Kaufpreises von 9.000 € ist durch den bezifferten Klagean-\n\ntrag festgelegt. Dieser Betrag ist für die Bestimmung von Streitwert und Beschwer \n\nauch dann maßgebend, wenn das wirtschaftliche Interesse der Kläger anders zu \n\nbewerten sein sollte (vgl. Schumann, NJW 1982, 1257, 1258). \n\n4 \n\nb) Dem weiteren Antrag auf Bestätigung der Vollmacht des für den Be-\n\nklagten beim Abschluss des notariellen Kaufvertrages handelnden Mitarbeiters \n\ndes Auktionshauses ist kein eigenständiger Wert zuzumessen, weil die Erklä-\n\nrung nur die förmlichen Voraussetzungen für das Zustandekommen des Kauf-\n\nvertrages hat herbeiführen sollen und das Interesse der Kläger (Verkäufer) an \n\ndem Zustandekommen des Vertrages nicht höher als der vereinbarte Kaufpreis \n\nzu bemessen ist. \n\n5 \n\naa) Soweit die Nichtzulassungsbeschwerde vorträgt, dass die Kläger \n\nmangels entsprechender Kapazitäten kein Interesse daran hätten, den Wert \n\ndes Grundstücks erhöhende Aufwendungen durch Teilabbruch des alten Ge-\n\nbäudes unter Sicherung der Straßenfassade und des Giebels zum Nachbar-\n\nhaus in einer Höhe von 35.697,92 € gemäß dem von ihr vorgelegten Angebot \n\nvorzunehmen, mag das richtig sein, ist jedoch für die Bestimmung des Werts \n\nder Beschwer der Kläger nicht ausschlaggebend. \n\n6 \n\nbb) Diese bemisst sich nach dem Wert des durch die Klage bestimmten \n\nStreitgegenstands (§ 2 ZPO). Für die Bestimmung dieses Wertes ist das in den \n\nKlageanträgen zum Ausdruck kommende Interesse und nicht ein weitergehen-\n\nder wirtschaftlicher Nutzen maßgebend, den der Kläger durch den Prozessge-\n\nwinn erreicht (Musielak/Heinrich, ZPO, 6. Aufl., § 3 Rdn. 6; Stein-Jonas/Roth, \n\nZPO, 22. Aufl., § 3 Rdn. 15). Auf diesen rechtlichen Gesichtspunkt haben die \n\nKläger in ihrer Erwiderung auf die von dem Beklagten erhobene Streitwertbe-\n\nschwerde zutreffend hingewiesen. Die von der Nichtzulassungsbeschwerde \n\nnunmehr vorgetragenen Vorteile, die sich daraus ergäben, dass man sich nach \n\neiner Veräußerung an den Beklagten nicht mehr um dieses Grundstück küm-\n\nmern müsste, sondern seine betrieblichen Ressourcen anders einsetzen könn-\n\nte, wären ein solcher mittelbarer wirtschaftlicher Nutzen aus dem Prozessge-\n\nwinn, der nicht den Wert des Streitgegenstands bestimmt. Im Übrigen entsprä-\n\nche dieser Vorteil auch nicht den im Angebot ausgewiesenen Kosten für den \n\nTeilabriss des Gebäudes. \n\n7 \n\n2. Die Kostenentscheidung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO. \n\nKrüger \n\nLemke \n\n Schmidt-Räntsch \n\nStresemann \n\n Czub \n\nVorinstanzen: \nLG Hamburg, Entscheidung vom 04.09.2006 - 304 O 227/05 - \nOLG Hamburg, Entscheidung vom 28.02.2008 - 10 U 77/06 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-12-04/v-zr-64-08","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 2","ref_norm":"2","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPOEG","ref":"§ 26","ref_norm":"26","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-12-04/v-zr-64-08","retrieved":"2026-07-10 19:05:42.876310+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-12-04/v-zr-64-08","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"V. 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