{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2008-11-06","aktenzeichen":"IX ZB 58/05","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZB 58/05 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n6. November 2008 \n\nin dem Insolvenzeröffnungsverfahren \n\nDer \n\nIX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter \n\nProf. Dr. Kayser, Raebel, Prof. Dr. Gehrlein, Dr. Pape und Grupp \n\nam 6. November 2008 \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten gegen den Be-\n\nschluss des Landgerichts Kaiserslautern, Zivilkammer 1, vom \n\n30. Dezember 2004 wird auf seine Kosten als unzulässig verwor-\n\nfen. \n\nDer Gegenstandswert \n\nfür die Rechtsbeschwerde wird auf \n\n5.772,74 € festgesetzt. \n\nGründe: \n\n1 \n\nDie Rechtsbeschwerde ist nach § 574 Abs. 2 ZPO unzulässig. Die Zu-\n\nlässigkeitsvoraussetzungen der kraft Gesetzes - hier § 7 InsO - statthaften \n\nRechtsbeschwerde beurteilen sich nach dem Zeitpunkt der Entscheidung über \n\ndieses Rechtsmittel (BGH, Beschl. v. 23. September 2003 - VI ZA 16/03, NJW \n\n2003, 3781, 3782 unter 3. am Ende). Die von der Rechtsbeschwerde aufgewor-\n\nfenen Rechtsfragen sind seither geklärt, ohne dass die Einheitlichkeit der \n\nRechtsprechung im Blick auf die Beschwerdeentscheidung zum Nachteil des \n\nRechtsbeschwerdeführers berührt wäre. \n\n2 \n\nDie Bemessung vorzunehmender Zu- und Abschläge ist grundsätzlich \n\nAufgabe des Tatrichters. Sie ist in der Rechtsbeschwerdeinstanz nur darauf zu \n\nüberprüfen, ob sie die Gefahr einer Verschiebung der Maßstäbe mit sich bringt \n\n(st. Rspr., siehe zuletzt etwa BGH, Beschl. v. 14. Februar 2008 - IX ZB 181/04 \n\nZIP 2008, 618, 619 Rn. 3; v. 12. Juni 2008 - IX ZB 184/07 Rn. 4 m.w.N.). \n\n3 \n\nDie Rechtsbeschwerde zeigt nicht auf, dass der Beschwerderichter bei \n\nseiner Entscheidung die Maßstäbe der - auch später ergangenen - Rechtspre-\n\nchung des Bundesgerichtshofes verschoben hat. Es ist anerkannt, dass die \n\nkurze Dauer des Insolvenzeröffnungsverfahrens bei der Vergütung des vorläu-\n\nfigen Insolvenzverwalters einen Abschlag von dem Regelfall rechtfertigen kann \n\n(BGH, Beschl. v. 16. November 2006 - IX ZB 302/05, ZIP 2007, 284, 286 unter \n\nII. 2. f), der sich hier gemäß § 19 Abs. 1 InsVV noch nicht nach § 11 Abs. 1 \n\nSatz 2 InsVV in der Fassung vom 4. Oktober 2004 bestimmte, sondern nach \n\nden vorausgegangenen Rechtsprechungsgrundsätzen. Zu Lasten des weiteren \n\nBeteiligten ist ebenfalls geklärt, dass die Mitwirkung bei arbeitsrechtlichen An-\n\ngelegenheiten von bis zu 20 Beschäftigten keinen Anspruch auf einen Vergü-\n\ntungszuschlag begründet (BGH, Beschl. v. 25. Oktober 2007 - IX ZB 55/06, \n\nZInsO 2007, 1272, 1273 Rn. 15), während das Beschwerdegericht dies zu sei-\n\nnen Gunsten besonders berücksichtigt hat. \n\n4 \n\nDie Rüge der Rechtsbeschwerde, das Landgericht habe den Vortrag des \n\nweiteren Beteiligten in seinem Schriftsatz vom 16. April 2004 übergangen, zeigt \n\nnicht auf, in welcher Hinsicht nach diesem Vorbringen eine dem Beschwerde-\n\nführer günstigere Entscheidung hätte getroffen werden können. \n\n5 \n\n6 \n\nDie Rechtsbeschwerde wendet sich nicht dagegen, dass das Beschwer-\n\ndegericht im Hinblick auf das vorhandene Immobilienvermögen einen Abschlag \n\ngemäß § 3 Abs. 2 Buchst. d) InsVV für erforderlich gehalten hat. \n\nDie Rechtsbeschwerde ist im Übrigen auch offensichtlich unbegründet. \n\nSchon nach der aufgegebenen Senatsentscheidung vom 14. Dezember 2000 \n\n(BGHZ 146, 165, 177) wäre hier wegen einer allenfalls nennenswerten Befas-\n\nsung mit dem beträchtlichen Immobilienvermögen des Schuldners ein deutli-\n\ncher Abschlag geboten gewesen, wie er in der Festsetzung der Vorinstanzen \n\nzum Ausdruck kommt. Richtigerweise hätte die Vergütung des Beklagten nur \n\nauf der Grundlage der freien Masse von 62.598,35 € berechnet werden dürfen \n\n(vgl. BGHZ 165, 266, 271 f; 168, 321, 324 Rn. 6). Diese Grundsätze sind hier \n\njedenfalls nach § 19 Abs. 1 InsVV weiter maßgebend (vgl. Vill, Festschrift für \n\nGero Fischer S. 547, 565). \n\nKayser \n\nRaebel \n\nGehrlein \n\nPape \n\nGrupp \n\nVorinstanzen: \n\nAG Kaiserslautern, Entscheidung vom 21.11.2003 - InsO IN 321/03 - \n\nLG Kaiserslautern, Entscheidung vom 30.12.2004 - 1 T 12/04 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-11-06/ix-zb-58-05","cited_norms":[{"jurabk":"InsVV","ref":"§ 19","ref_norm":"19","n":2},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":1},{"jurabk":"InsVV","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"InsVV","ref":"§ 11","ref_norm":"11","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-11-06/ix-zb-58-05","retrieved":"2026-07-10 18:57:44.147716+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-11-06/ix-zb-58-05","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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