{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2008-10-09","aktenzeichen":"IX ZB 182/04","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZB 182/04 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n9. Oktober 2008 \n\nin dem Insolvenzeröffnungsverfahren \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter \n\nDr. Ganter und die Richter Raebel, Prof. Dr. Kayser, Prof. Dr. Gehrlein und \n\nGrupp \n\nam 9. Oktober 2008 \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde des weiteren Beteiligten gegen den Be-\n\nschluss des Landgerichts Chemnitz, 3. Zivilkammer, vom 7. Juli \n\n2004 wird auf seine Kosten als unzulässig verworfen. \n\nDer Gegenstandswert \n\nfür die Rechtsbeschwerde wird auf \n\n14.175,04 € festgesetzt. \n\nGründe: \n\n1 \n\nDie Rechtsbeschwerde ist nach § 574 Abs. 2 ZPO unzulässig. Die Zu-\n\nlässigkeitsvoraussetzungen der kraft Gesetzes - hier § 7 InsO - statthaften \n\nRechtsbeschwerde beurteilen sich nach dem Zeitpunkt der Entscheidung über \n\ndieses Rechtsmittel (BGH, Beschl. v. 23. September 2003 - VI ZA 16/03, NJW \n\n2003, 3781, 3782 unter 3. am Ende). Die von der Rechtsbeschwerde aufgewor-\n\nfenen Rechtsfragen sind inzwischen geklärt, ohne dass die Einheitlichkeit der \n\nRechtsprechung im Blick auf die Beschwerdeentscheidung zum Nachteil des \n\nRechtsbeschwerdeführers berührt wäre. \n\n2 \n\n3 \n\nDie Vorfinanzierung von Insolvenzgeld rechtfertigt bei Betrieben mit 20 \n\nArbeitnehmern oder weniger - hier 12 Arbeitnehmer - entgegen der Annahme \n\ndes Beschwerdegerichts keinen Vergütungszuschlag \n\n(BGH, Beschl. v. \n\n22. Februar 2007 - IX ZB 120/06, ZIP 2007, 826, 827 Rn. 8, 9). \n\nDie Betriebsfortführung während des Eröffnungsverfahrens führt dage-\n\ngen grundsätzlich zu einem Vergütungszuschlag, auch wenn ein vorläufiger \n\nInsolvenzverwalter mit Zustimmungsvorbehalt daran mitgewirkt hat (BGH, \n\nBeschl. v. 13. April 2006 - IX ZB 158/05, ZIP 2006, 1008, 1009 Rn. 7; v. \n\n26. April 2007 - IX ZB 160/06, ZIP 2007, 1330, 1332 Rn. 18), ebenso die Vorbe-\n\nreitung einer übertragenden Sanierung (BGH, Beschl. v. 1. Februar 2007 \n\n- IX ZB 279/05, bei juris Rn. 3, 9). Von der Zuschlagswürdigkeit dieser genann-\n\nten Tätigkeiten des vorläufigen Insolvenzverwalters ist jedoch auch das Be-\n\nschwerdegericht ausgegangen. \n\n4 \n\nEine Einzelbewertung mehrerer Zuschlagsgründe, wie sie die Rechtsbe-\n\nschwerde verlangt, ist nicht erforderlich (BGH, Beschl. v. 24. Juli 2003 - IX ZB \n\n607/02, ZIP 2003, 1757, 1758 f; v. 12. Januar 2006 - IX ZB 127/04, ZIP 2006, \n\n672, 673 f; v. 1. März 2007 - IX ZB 280/05, ZIP 2007, 639, 640 unter II. 2.); al-\n\nlerdings bedarf es einer nachvollziehbaren Darlegung der für das Endergebnis \n\nmaßgebenden Umstände (BGH, Beschl. v. 26. April 2007 - IX ZB 160/06, aaO \n\nRn. 16). Diese ist durch den Tatrichter erfolgt. \n\n5 \n\nDie Rechtsbeschwerde vertritt zwar mit Recht, dass die beantragten Zu-\n\nschläge für den vorläufigen Insolvenzverwalter grundsätzlich ebenso hoch an-\n\nzusetzen seien wie bei einem endgültigen Verwalter, wenn sie damit meint, \n\ndass der Hundertsatz des Zuschlages bei einem vorläufigen Insolvenzverwalter \n\nebenso zu bemessen ist wie bei einem endgültigen Insolvenzverwalter, voraus-\n\ngesetzt, dass die Umstände sich nicht von denen unterscheiden, die bei einem \n\nendgültigen Insolvenzverwalter zu einem Zuschlag führen würden (BGH, \n\nBeschl. v. 4. November 2004 - IX ZB 52/04, ZIP 2004, 2448, 2449 f unter II. 4.). \n\nJedoch ist nicht eindeutig, dass das Beschwerdegericht hierzu einen anderen \n\nRechtssatz aufgestellt hat, wenn es auf die möglichen tatsächlichen Belas-\n\ntungsunterschiede bei Zuschlagsgründen - etwa unterschiedlich langer Dauer \n\nder Betriebsfortführung oder Verringerung des Fortführungsaufwandes durch \n\nStilllegungen oder Entlassungen - abstellen wollte. Es ist ferner nicht erkennbar, \n\ndass die Entscheidung des Beschwerdegerichts auf einer von der Rechtspre-\n\nchung des Bundesgerichtshofes insoweit abweichenden Rechtssatzbildung be-\n\nruht. \n\n6 \n\nDie Frage, inwieweit auch eine überhöhte Berechnungsgrundlage den \n\nVergütungsanspruch des vorläufigen Insolvenzverwalters beeinflussen würde, \n\nwenn dem nicht das Verschlechterungsverbot entgegenstünde, bedarf keiner \n\nErörterung. \n\nGanter Raebel Kayser \n\n Gehrlein Grupp \n\nVorinstanzen: \n\nAG Chemnitz, Entscheidung vom 04.12.2003 - 1106 IN 1512/01 - \n\nLG Chemnitz, Entscheidung vom 07.07.2004 - 3 T 1771/04 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-10-09/ix-zb-182-04","cited_norms":[{"jurabk":"InsO","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-10-09/ix-zb-182-04","retrieved":"2026-07-10 18:56:25.902781+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-10-09/ix-zb-182-04","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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