{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"Senat fuer Landwirtschaftssachen","decided":"2008-10-09","aktenzeichen":"BLw 15/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nBLw 15/08 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n9. Oktober 2008 \n\nin der Landwirtschaftssache \n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Landwirtschaftssachen, hat am 9. Oktober \n\n2008 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger und die Richter \n\nDr. Lemke und Dr. Czub – gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 4 LwVG ohne Zuziehung \n\nehrenamtlicher Richter – \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den auf die mündliche Verhandlung \n\nvom 16. Juni 2008 ergangenen Beschluss des 7. Zivilsenats – Se-\n\nnat für Landwirtschaftssachen – des Oberlandesgerichts Celle \n\nwird auf Kosten der Beteiligten zu 1, die der Beteiligten zu 2 auch \n\ndie außergerichtlichen Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens \n\nzu erstatten hat, als unzulässig verworfen. \n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt \n\n33.275 €. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\n2 \n\nMit notariellem Vertrag vom 17. Dezember 1992 übertrug der Ehemann \n\nder Beteiligten zu 1 mit deren Zustimmung seinen als Hof eingetragenen land-\n\nwirtschaftlichen Besitz in L. (Niedersachsen) im Wege der vorwegge-\n\nnommenen Erbfolge auf die gemeinsame Tochter, die Beteiligte zu 2. \n\nDiese schloss in den Jahren 2003 und 2005 Nutzungsverträge mit einem \n\nBetreiber von Windenergieanlagen; weiter veräußerte sie im Juli 2004 Zucker-\n\nrübenlieferrechte an einen Dritten. Die Beteiligte zu 1 hat unter Hinweis darauf \n\ngegen die Beteiligte zu 2 Nachabfindungsansprüche nach § 13 HöfeO geltend \n\ngemacht. Das Amtsgericht (Landwirtschaftsgericht) hat den Antrag zurückge-\n\nwiesen. Das Oberlandesgericht (Landwirtschaftssenat) hat die sofortige Be-\n\nschwerde der Beteiligten zu 1 zurückgewiesen. Mit der nicht zugelassenen \n\nRechtsbeschwerde verfolgt diese ihren Antrag weiter. \n\nII. \n\n3 \n\n4 \n\nDie Rechtsbeschwerde ist nicht statthaft. Da das Beschwerdegericht sie \n\nnicht zugelassen hat (§ 24 Abs. 1 LwVG) und ein Fall von § 24 Abs. 2 Nr. 2 \n\nLwVG nicht vorliegt, wäre sie nur unter den Voraussetzungen der Divergenz-\n\nrechtsbeschwerde nach § 24 Abs. 2 Nr. 1 LwVG zulässig. Daran fehlt es. \n\nDie Rechtsbeschwerde meint, dass das Beschwerdegericht von Ent-\n\nscheidungen des Senats (Beschl. v. 24. April 1986, BLw 9/85, NJW-RR 1986, \n\n1014 ff. = AgrarR 1986, 319 f.) sowie des Oberlandesgerichts Hamm (RdL \n\n1972, 191 ff.) abgewichen sei, indem es den Anspruch des Ehegatten des Hof-\n\nübergebers gegen den Hoferben auf Nachabfindung nach § 13 HöfeO wegen \n\nWegfalls des höferechtlichen Zwecks zu Lebzeiten des anderen Ehegatten ver-\n\nneint habe. \n\n5 \n\n1. Eine die Zulässigkeit der Rechtsbeschwerde begründende Divergenz \n\nergibt sich daraus nicht. Diese liegt nur vor, wenn das Beschwerdegericht in \n\neinem seine Entscheidung tragenden Grund einem abstrakten Rechtssatz \n\n(Obersatz) gefolgt ist, der von einem in der in der Vergleichsentscheidung be-\n\nnannten Rechtssatz abweicht (Senat, BGHZ 89, 149, 151). Die Abweichung ist \n\nvon der Rechtsbeschwerde aufzuzeigen; ein Hinweis auf Unterschiede in ein-\n\nzelnen Elementen der Begründung der miteinander verglichenen Entscheidun-\n\ngen reicht für die Statthaftigkeit der Abweichungsrechtsbeschwerde ebenso \n\nwenig aus wie ein Hinweis auf eine möglicherweise fehlerhafte Rechtsanwen-\n\ndung im Einzelfall (Senat, Beschl. v. 19. Februar 2004, BLw 24/03, NL-BzAR \n\n2004, 192, 193; std. Rspr., vgl. schon Senat, Beschl. v. 1. Juni 1977, VBLw \n\n1/77, AgrarR 1977, 327, 328). \n\n6 \n\n2. Diesen Anforderungen wird die Rechtsbeschwerde nicht gerecht. Sie \n\nzeigt nicht einmal ansatzweise einen die Entscheidungen tragenden Rechtssatz \n\nin den von ihr benannten Vergleichsentscheidungen auf, dass die in § 17 Abs. 2 \n\nHöfeO angeordnete Erbfallfiktion bei der Übereignung eines Hofes im Wege \n\nvorweggenommener Erbfolge zugunsten eines anderen Abkömmlings (dazu: \n\nBGHZ 1, 343, 348; Senat, Beschl. v. 24. April 1986, BLw 9/85, NJW-RR 1986, \n\n1014, 1015) über den Gesetzeswortlaut hinaus auch auf den Ehegatten des \n\nÜbergebers anzuwenden wäre. \n\n7 \n\nIn den von der Rechtsbeschwerde zitierten Entscheidungen machte \n\n– worauf schon das Beschwerdegericht hingewiesen hat – ein anderer Ab-\n\nkömmling gegenüber demjenigen Abkömmling, der den Hof durch Vertrag im \n\nWege vorweggenommener Erbfolge übernommen hatte, einen Abfindungser-\n\ngänzungsanspruch nach § 13 HöfeO geltend. Zugunsten des anderen Ab-\n\nkömmlings ist § 17 Abs. 2 HöfeO nach seinem Wortlaut unmittelbar einschlägig. \n\nDie von der Rechtsbeschwerde aufgezeigte Rechtsfrage, ob der Ehegatte des \n\nHofübergebers einen Nachabfindungsanspruch nach § 13 HöfeO noch zu Leb-\n\nzeiten des anderen Ehegatten geltend machen kann, stellte sich bei den Ver-\n\ngleichsentscheidungen nicht. \n\n8 \n\nSoweit die Rechtsbeschwerde demgegenüber darauf verweist, dass in \n\nden Vergleichsentscheidungen bei der Berechnung der Abfindungs- und Abfin-\n\ndungsergänzungsansprüche des Abkömmlings gegenüber dem den Hof über-\n\nnehmenden Abkömmling Ansprüche des Ehegatten des Hofübergebers nach \n\n§§ 12, 13 HöfeO rechnerisch berücksichtigt worden sind, betrifft das lediglich \n\nein, im Übrigen nicht dieselbe Rechtsfrage betreffendes Element aus der Be-\n\ngründung der damaligen Entscheidungen, auf das eine Abweichungsbeschwer-\n\nde jedoch nicht gestützt werden kann. \n\nIII. \n\n9 \n\nDie Kostenentscheidung beruht auf §§ 44, 45 LwVG und die Bestimmung \n\ndes Gegenstandswerts auf § 33 LwVG i.V.m. § 18 Abs. 1 Satz 1 KostO. \n\nKrüger \n\nLemke \n\nCzub \n\nVorinstanzen: \n\nAG Celle, Entscheidung vom 30.10.2007 - 31 Lw 4/07 - \n\nOLG Celle, Entscheidung vom 16.06.2008 - 7 W 109/07 (L) -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-10-09/blw-15-08","cited_norms":[{"jurabk":"HöfeO","ref":"§ 13","ref_norm":"13","n":5},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 24","ref_norm":"24","n":3},{"jurabk":"HöfeO","ref":"§ 17","ref_norm":"17","n":2},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 20","ref_norm":"20","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 33","ref_norm":"33","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 44","ref_norm":"44","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1},{"jurabk":"HöfeO","ref":"§ 12","ref_norm":"12","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-10-09/blw-15-08","retrieved":"2026-07-10 18:56:57.379354+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-10-09/blw-15-08","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat fuer Landwirtschaftssachen","date":"2008-10-09","dockets":["BLw 15/08"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 09.10.2008 – BLw 15/08","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-10-09/blw-15-08","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Rechtsbeschwerde gegen den auf die mündliche Verhandlung\n\nvom 16. 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