{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"Senat fuer Anwaltssachen","decided":"2008-07-28","aktenzeichen":"AnwZ (B) 30/07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nAnwZ (B) 30/07 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n28. Juli 2008 \n\nin dem Verfahren \n\nwegen Zulassung zur Rechtsanwaltschaft \nhier: Ablehnungsgesuch \n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch den Präsidenten \n\ndes Bundesgerichtshofs Prof. Dr. Tolksdorf, die Richter Dr. Ernemann, \n\nDr. Frellesen und Schall sowie die Rechtsanwältinnen Dr. Hauger und Kappel-\n\nhoff und den Rechtsanwalt Prof. Dr. Stüer \n\nam 28. Juli 2008 \n\nbeschlossen: \n\n1. Das Ablehnungsgesuch des Antragstellers vom 10. Dezember \n\n2007 wird verworfen. \n\n2. Der Antrag des Antragstellers, das Verfahren auszusetzen, bis \n\nüber die Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss des \n\nSenats vom 10. Dezember 2007 entschieden worden ist, wird \n\nzurückgewiesen. \n\nGründe:\n\nI. \n\n1 \n\nIn der mündlichen Verhandlung vom 10. Dezember 2007 hat der Senat \n\ndem Antragsteller einen Beschluss bekannt gegeben, mit dem unter anderem \n\ndie Ablehnungsgesuche des Antragstellers vom 12. September 2007 gegen die \n\nehrenamtlichen Richter des Senats in den Verfahren AnwZ (B) 64/06, AnwZ (B) \n\n73/06 und AnwZ (B) 79/06 als unzulässig verworfen wurden. \n\n2 \n\nDer Antragsteller hat daraufhin erklärt, er lehne \"alle Entscheider des \n\nSenats für Anwaltssachen aufgrund des (...) heute überreichten Beschlusses\" \n\nab. Die Ablehnung beruhe im Wesentlichen auf der Missachtung der den \"Ent-\n\nscheidern\" bekannten Entscheidung des EGMR im Fall Langborger sowie auf \n\neiner Missachtung der Vorlagepflicht gemäß Art. 234 Abs. 3 EG. Die angekün-\n\ndigte schriftliche Begründung hat der Antragsteller bis heute nicht eingereicht. \n\nII. \n\n3 \n\n1. a) Das Ablehnungsgesuch ist rechtsmissbräuchlich und damit unzu-\n\nlässig. Bei der Ablehnung eines Richters müssen ernsthafte Umstände ange-\n\nführt werden, die die Befangenheit des einzelnen Richters aus Gründen recht-\n\nfertigen, die in persönlichen Beziehungen dieses Richters zu den Parteien oder \n\nzu der zur Verhandlung stehenden Streitsache stehen (BGH NJW 1974, 55, 56; \n\nBVerwG NJW 1997, 3327). Unzulässig ist ein Ablehnungsgesuch daher, wenn \n\nder Antragsteller - wie vorliegend - die bloße Tatsache beanstandet, die Richter \n\nhätten an einer Zwischenentscheidung mitgewirkt (BVerfG, NStZ-RR 2007, 275 \n\nTz. 54). \n\n4 \n\nDer Antragsteller beschränkt sich lediglich darauf, seine Bedenken ge-\n\ngen die Mitwirkung der ehrenamtlichen Richter unter Hinweis auf die Entschei-\n\ndung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte Langborger zu wie-\n\nderholen und die Richtigkeit der in dem Beschluss vom 10. Dezember 2007 \n\nzum Ausdruck kommenden entgegenstehenden Rechtsauffassung anzuzwei-\n\nfeln. Befangenheitsgründe, über die das Gericht bereits durch unanfechtbaren \n\nBeschluss entschieden hat, können im Übrigen im weiteren Verfahren nicht in \n\nzulässiger Weise wiederholt geltend gemacht werden (vgl. BFH, BFH/NV 2006, \n\n1620 Tz. 6). \n\n5 \n\nb) Über ein unzulässiges Ablehnungsgesuch entscheidet der Senat nicht \n\nin der aus § 42 Abs. 6 Satz 2 BRAO in Verbindung mit § 45 ZPO analog (dazu \n\nSenat, BGHZ 46, 195, 198) folgenden Besetzung ohne die abgelehnten Mitglie-\n\nder. Er entscheidet vielmehr in der regulären Besetzung (BGH, Beschl. v. \n\n14. April 2005, V ZB 7/05, NJW-RR 2005, 1226, 1227). \n\n6 \n\n2. Der Antrag des Antragstellers, das Verfahren auszusetzen, bis das \n\nVerfassungsgericht über die Verfassungsbeschwerde hinsichtlich des das erste \n\nAblehnungsgesuch zurückweisenden Beschlusses entschieden hat, war zu-\n\nrückzuweisen. Eine Verfassungsbeschwerde ist kein zusätzliches Rechtsmittel \n\n(BVerfG, Beschl. v. 10. Februar 1987 - 2 BvR 314/86, NJW 1987, 1191). Ihr \n\nkommt weder ein Suspensiv- noch ein Devolutiveffekt zu. \n\nTolksdorf \n\nErnemann \n\nFrellesen \n\nSchaal \n\nHauger \n\nKappelhoff \n\nStüer \n\nVorinstanz: \n\nAGH Naumburg, Entscheidung vom 22.03.2007 - 1 AGH 13/06 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-07-28/anwz-b-30-07","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-07-28/anwz-b-30-07","retrieved":"2026-07-10 18:32:55.344837+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-07-28/anwz-b-30-07","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat fuer Anwaltssachen","date":"2008-07-28","dockets":["AnwZ (B) 30/07"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 28.07.2008 – AnwZ (B) 30/07","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-07-28/anwz-b-30-07","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"1. 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