{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"Senat fuer Landwirtschaftssachen","decided":"2008-07-23","aktenzeichen":"BLw 3/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nBLw 3/08 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n23. Juli 2008 \n\nin der Landwirtschaftssache \n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Landwirtschaftssachen, hat am 23. Juli 2008 \n\ndurch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger und die Richter Dr. Lemke und \n\nDr. Czub - gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 4 LwVG ohne Zuziehung ehrenamtlicher \n\nRichter - \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den auf die mündliche Ver-\n\nhandlung vom 21. Januar 2008 ergangenen Beschluss des \n\n7. Zivilsenats - Senat für Landwirtschaftssachen - des Ober-\n\nlandesgerichts Celle wird auf Kosten des Rechts-\n\nbeschwerdeführers, der den übrigen Beteiligten auch ihre \n\naußergerichtlichen Kosten zu erstatten hat, als unzulässig \n\nverworfen. \n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens be-\n\nträgt 16.386,50 €. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\nDer am 25. Februar 1972 verstorbene Erblasser war Eigentümer land-\n\nwirtschaftlicher Flächen und einer Hofstelle in H. (Niedersachsen) mit \n\neiner Größe von über 43 ha. Im Grundbuch ist ein Hofvermerk eingetragen. Der \n\nErblasser hatte keine Abkömmlinge. Die Hofstelle hatte er mit Vertrag vom \n\n7. Februar 1972 an den Vater des Beteiligten zu 1 verpachtet. \n\n2 \n\n3 \n\nNach dem Tod des Erblassers wurde dessen Witwe durch Hoffolgezeug-\n\nnis vom 3. August 1972 zur Hofvorerbin ausgewiesen, die in einem handschrift-\n\nlichen Testament vom 11. November 1998 niederlegte, dass sie wünsche, dass \n\nder Beteiligte zu 1 auch nach ihrem Ableben Pächter des Hofes bleibe. \n\nNach deren Tod am 7. Mai 2006 beantragten die Beteiligten zu 1, 4, 5 \n\nund 7, allesamt Neffen und Nichten des Erblassers, als Hofnacherbe festgestellt \n\nzu werden. Der Beteiligte zu 7 (Rechtsbeschwerdeführer) stellte zudem hilfs-\n\nweise den Antrag, festzustellen, dass die Hofeigenschaft bereits vor dem Tod \n\ndes Erblassers weggefallen sei. \n\n4 \n\nDas Amtsgericht (Landwirtschaftsgericht) hat die Beteiligte zu 4 als Hof-\n\nnacherbin festgestellt und die Anträge der anderen Beteiligten zurückgewiesen. \n\nDie sofortige Beschwerde des Beteiligten zu 1 und des Beteiligten zu 7 hat das \n\nOberlandesgericht (Landwirtschaftssenat) zurückgewiesen. Mit der nicht zuge-\n\nlassenen Rechtsbeschwerde verfolgt der Beteiligte zu 7 seinen Hilfsantrag wei-\n\nter. \n\nII. \n\n5 \n\n6 \n\nDie Rechtsbeschwerde ist nicht statthaft. Da das Beschwerdegericht sie \n\nnicht zugelassen hat (§ 24 Abs. 1 LwVG) und ein Fall von § 24 Abs. 2 Nr. 2 \n\nLwVG nicht vorliegt, wäre sie nur unter den Voraussetzungen der Divergenz-\n\nrechtsbeschwerde nach § 24 Abs. 2 Nr. 1 LwVG zulässig. Daran fehlt es. \n\nDie Rechtsbeschwerde meint, dass das Beschwerdegericht entgegen \n\nden Entscheidungen der Oberlandesgerichte Oldenburg (AUR 2006, 143 ff.) \n\nund Hamm (AUR 2003, 356 ff.) die Hofeigenschaft nach dem von ihm ermittel-\n\nten Willen des Erblassers, und nicht - wie geboten - auf Grund einer objektiven \n\nBetrachtung der tatsächlichen Verhältnisse festgestellt habe. \n\n7 \n\n1. Eine die Zulässigkeit der Rechtsbeschwerde begründende Divergenz \n\nergibt sich daraus nicht. Diese liegt nur vor, wenn das Beschwerdegericht in \n\neinem seine Entscheidung tragenden Grund einem abstrakten Rechtssatz \n\n(Obersatz) gefolgt ist, der von einem in der Vergleichsentscheidung benannten \n\nRechtssatz abweicht (Senat, BGHZ 89, 149, 151). Diese Abweichung ist von \n\nder Rechtsbeschwerde aufzuzeigen; ein Hinweis auf Unterschiede in einzelnen \n\nElementen der Begründung der miteinander verglichenen Entscheidungen \n\nreicht für die Statthaftigkeit der Abweichungsrechtsbeschwerde ebenso wenig \n\naus wie ein Hinweis auf eine möglicherweise fehlerhafte Rechtsanwendung im \n\nEinzelfall (Senat, Beschl. v. 19. Februar 2004, BLw 24/03, NL-BzAR 2004, 192, \n\n193; st. Rspr., vgl. schon Senat, Beschl. v. 1. Juni 1977, V BLw 1/77, \n\nAgrarR 1977, 327, 328). \n\n8 \n\n2. Diesen Anforderungen wird die Rechtsbeschwerde nicht gerecht. Sie \n\nzeigt nicht einmal ansatzweise einen Rechtssatz in den von ihr benannten Ver-\n\ngleichsentscheidungen auf, wonach dem von dem Beschwerdegericht berück-\n\nsichtigten Willen des Hofeigentümers für die Frage der Hofeigenschaft keine \n\nBedeutung zukommen solle. Im Übrigen widerspräche die Nichtberücksichti-\n\ngung des Willens auch der Rechtsprechung des Senats (vgl. dazu Beschl. v. \n\n29. März 2001, BLw 20/00, RdL 2005, 180, 181). Das verdeutlicht, dass die \n\nRechtsbeschwerde allein die Würdigung der Umstände durch das Beschwerde-\n\ngericht für rechtsfehlerhaft erachtet. Darauf kann die Abweichungsrechtsbe-\n\nschwerde aber nicht gestützt werden. \n\nIII. \n\n9 \n\nDie Kostenentscheidung beruht auf §§ 44, 45 LwVG und die Bestimmung \n\ndes Gegenstandswerts auf § 33 LwVG i.V.m. § 18 Abs. 1 Satz 1 KostO. \n\nKrüger Lemke Czub \n\nVorinstanzen: \n\nAG Buxtehude, Entscheidung vom 10.09.2007 - 10 Lw 10/07 - \n\nOLG Celle, Entscheidung vom 21.01.2008 - 7 W 93/07 (L) -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-07-23/blw-3-08","cited_norms":[{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 24","ref_norm":"24","n":3},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 20","ref_norm":"20","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 33","ref_norm":"33","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 44","ref_norm":"44","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-07-23/blw-3-08","retrieved":"2026-07-10 19:52:24.582294+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-07-23/blw-3-08","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat fuer Landwirtschaftssachen","date":"2008-07-23","dockets":["BLw 3/08"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 23.07.2008 – BLw 3/08","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-07-23/blw-3-08","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Rechtsbeschwerde gegen den auf die mündliche Ver-\n\nhandlung vom 21. 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