{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"Senat fuer Landwirtschaftssachen","decided":"2008-07-23","aktenzeichen":"BLw 10/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nBLw 10/08 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n23. Juli 2008 \n\nin der Landwirtschaftssache \n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Landwirtschaftssachen, hat am 23. Juli 2008 \n\ndurch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger und die Richter Dr. Lemke und \n\nDr. Czub \n\n- gemäß \n\n§ 20 Abs. 1 Nr. 4 \n\nLwVG \n\nohne Zuziehung \n\nehrenamtlicher Richter - \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des 3. Zivilsenats \n\n- Senat für Landwirtschaftssachen - des Schleswig-Holsteinischen \n\nOberlandesgerichts in Schleswig vom 18. Februar 2008 wird auf \n\nKosten der Antragsteller, die den Antragsgegnern auch die außer-\n\ngerichtlichen Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens zu erstat-\n\nten haben, als unzulässig verworfen. \n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt \n\n29.483 €. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\nDie Beteiligten streiten über die Hofeigenschaft im Sinne der Höfeord-\n\nnung des im Grundbuch von M. Blatt eingetragenen Grundbesitzes \n\nund über die Wirtschaftsfähigkeit des Antragsgegners zu 2. Das Amtsgericht \n\n- Landwirtschaftsgericht - hat die entsprechenden Feststellungsanträge der An-\n\ntragsteller zurückgewiesen. Ihre sofortige Beschwerde ist erfolglos geblieben. \n\nMit der - nicht zugelassenen - Rechtsbeschwerde verfolgen die Antragsteller \n\nihre Anträge weiter. Der Antragsgegner zu 2 beantragt die Zurückweisung des \n\nRechtsmittels. \n\nII. \n\n2 \n\nDie Rechtsbeschwerde ist nicht statthaft. Da das Beschwerdegericht sie \n\nnicht zugelassen hat (§ 24 Abs. 1 LwVG) und ein Fall von § 24 Abs. 2 Nr. 2 \n\nLwVG nicht vorliegt, wäre sie nur unter den Voraussetzungen der Divergenz-\n\nrechtsbeschwerde nach § 24 Abs. 2 Nr. 1 LwVG zulässig. Daran fehlt es je-\n\ndoch. \n\n3 \n\n1. Eine die Zulässigkeit der Rechtsbeschwerde begründende Divergenz \n\nliegt nur vor, wenn das Beschwerdegericht in einem seine Entscheidung tra-\n\ngenden Grund einem abstrakten Rechtssatz (Obersatz) gefolgt ist, der von ei-\n\nnem in der Vergleichsentscheidung benannten Rechtssatz abweicht (Senat, \n\nBGHZ 89, 149, 151). Diese Abweichung ist von der Rechtsbeschwerde aufzu-\n\nzeigen; ein Hinweis auf Unterschiede in einzelnen Elementen der Begründung \n\noder der Sachverhaltsdarstellung der miteinander verglichenen Entscheidungen \n\nreicht für die Statthaftigkeit der Abweichungsrechtsbeschwerde ebenso wenig \n\naus wie ein Hinweis auf eine möglicherweise fehlerhafte Rechtsanwendung im \n\nEinzelfall (Senat, Beschl. v. 19. Februar 2004, BLw 24/03, NL-BzAR 2004, 192, \n\n193). \n\n4 \n\n2. So ist es hier. Die Rechtsbeschwerde behauptet zwar, dass der ange-\n\nfochtene Beschluss von näher bezeichneten Entscheidungen des Senats, des \n\nOberlandesgerichts Celle und des Oberlandesgerichts Oldenburg abweicht. Sie \n\nversucht aber noch nicht einmal ansatzweise, eine Divergenz in dem vorste-\n\nhend unter 1. dargelegten Sinn aufzuzeigen. Vielmehr erschöpft sie sich, wie \n\nauch die Rechtsbeschwerdeerwiderung, in der Auseinandersetzung mit der \n\nWürdigung der gesamten Umstände durch das Beschwerdegericht. Dies und ihr \n\nHinweis auf die Befugnis des Rechtsbeschwerdegerichts zur eingeschränkten \n\nÜberprüfung der tatrichterlichen Würdigung zeigt, dass die Antragsteller in \n\nWahrheit keine Divergenz zu den von ihnen genannten Entscheidungen aufzei-\n\ngen können, sondern lediglich die Entscheidung des Beschwerdegerichts für \n\nrechtsfehlerhaft halten. Darauf kann eine Rechtsbeschwerde nach § 24 Abs. 2 \n\nNr. 1 LwVG jedoch nicht gestützt werden. Ob dem Beschwerdegericht ein \n\nRechtsfehler unterlaufen ist, ist für die Frage der Zulässigkeit der Rechtsbe-\n\nschwerde ohne Belang; denn ein solcher Fehler macht - für sich genommen - \n\ndas Rechtsmittel nicht statthaft (ständige Senatsrechtsprechung, siehe schon \n\nBGHZ 15, 5, 9 f. und Beschl. v. 1. Juni 1977, V BLw 1/77, AgrarR 1977, 327, \n\n328). \n\nIII. \n\n5 \n\nDie Kostenentscheidung beruht auf §§ 44, 45 LwVG; die Entscheidung \n\nüber die Festsetzung des Gegenstandswerts hat ihre Grundlage in § 19 \n\nBuchst. a HöfeVfO, § 30 KostO. \n\n6 \n\nObwohl das Rechtsmittel ohne Rücksicht auf die gesetzlichen Voraus-\n\nsetzungen eingelegt worden ist, sieht das Gesetz keine Möglichkeit vor, dem \n\nVerfahrensbevollmächtigten der Antragsteller die Kosten des Rechtsbeschwer-\n\ndeverfahrens aufzuerlegen. Etwaige Ersatzansprüche der Antragsteller gegen \n\nihren Verfahrensbevollmächtigten werden hiervon jedoch nicht berührt. \n\nKrüger Lemke Czub \n\nVorinstanzen: \n\nAG Plön, Entscheidung vom 13.07.2007 - 20 Lw 16/07 - \n\nOLG Schleswig, Entscheidung vom 18.02.2008 - 3 WLw 64/07 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-07-23/blw-10-08","cited_norms":[{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 24","ref_norm":"24","n":4},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 20","ref_norm":"20","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 44","ref_norm":"44","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-07-23/blw-10-08","retrieved":"2026-07-10 19:48:47.217924+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-07-23/blw-10-08","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat fuer Landwirtschaftssachen","date":"2008-07-23","dockets":["BLw 10/08"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 23.07.2008 – BLw 10/08","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-07-23/blw-10-08","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des 3. 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