{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2008-06-12","aktenzeichen":"IX ZB 41/06","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZB 41/06 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n12. Juni 2008 \n\nin dem Insolvenzverfahren \n\nDer \n\nIX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter \n\nProf. Dr. Kayser, Raebel, Vill, Dr. Fischer und Dr. Pape \n\nam 12. Juni 2008 \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der Zivilkammer 26 \n\ndes Landgerichts Hamburg vom 10. Februar 2006 wird auf Kosten \n\ndes Schuldners als unzulässig verworfen. \n\nDer Wert des Beschwerdeverfahrens wird auf 5.000 € festgesetzt. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\nAuf Antrag des Schuldners vom 11. November 2004 wurde über sein \n\nVermögen am 24. November 2004 das (Verbraucher-)Insolvenzverfahren eröff-\n\nnet, in dem er Restschuldbefreiung begehrt. Die am Verfahren als Gläubigerin \n\nbeteiligte I. AG hat innerhalb der vom Insolvenzgericht im \n\nschriftlichen Verfahren bestimmten Frist zur Geltendmachung von Versagungs-\n\ngründen mit Anwaltsschreiben vom 1. Juni 2005 beantragt, dem Schuldner die \n\nRestschuldbefreiung zu versagen, weil er \n\nin einem Kreditvertrag vom \n\n12. August 2002 \n\nfalsche Angaben hinsichtlich bestehender Vorschulden/ \n\nKredite gemacht habe. \n\n2 \n\nAuf diesen Antrag hat das Insolvenzgericht dem Schuldner die Rest-\n\nschuldbefreiung versagt. Die gegen diesen Beschluss gerichtete Beschwerde \n\nhatte keinen Erfolg. Mit seiner Rechtsbeschwerde begehrt der Schuldner die \n\nAufhebung der Beschlüsse der Vorinstanzen und Erteilung der Restschuldbe-\n\nfreiung. \n\nII. \n\n3 \n\n4 \n\nDie Rechtsbeschwerde ist gemäß §§ 7, 6 Abs. 1, § 289 Abs. 2 Satz 1 \n\nInsO, § 547 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO statthaft. Sie ist jedoch unzulässig, weil die \n\nVoraussetzungen des § 574 Abs. 2 ZPO nicht gegeben sind. \n\n1. Die Rechtsbeschwerde legt - wie schon das Vorbringen des Schuld-\n\nners in den Vorinstanzen - keinen ausreichenden Zusammenhang zwischen der \n\nSelbstauskunft des Schuldners im Internet, die noch nicht dem konkreten Ver-\n\ntragsabschluss gedient hat, und der Ausfüllung der Selbstauskunft im Kreditan-\n\ntrag dar. Ob die ursprüngliche Vertragsanbahnung überhaupt über das Inter-\n\nnetportal erfolgt ist, dessen Ausdruck im Verfahren vorgelegt wird, kann der \n\nSchuldner nicht einmal mit Bestimmtheit sagen. Ohne Feststellungen zu der \n\näußeren Form der Internetseite und den dort gestellten Fragen ist die Versa-\n\ngung der Restschuldbefreiung allein an der vom Schuldner unterschriebenen \n\nSelbstauskunft zu messen. \n\n5 \n\n2. Das Landgericht hat ohne Zulassungsrelevanz grobe Fahrlässigkeit im \n\nSinne des § 290 Abs. 1 Nr. 2 InsO angenommen. Die Rechtsgrundsätze seiner \n\nEntscheidung weichen nicht erkennbar von der Rechtsprechung des Senats ab \n\n(vgl. BGH, Beschl. v. 27. September 2007 - IX ZB 243/06, NZI 2007, 733, 734 \n\nRn. 9; v. 20. Dezember 2007 - IX ZB 189/06, NZI 2008, 195, 196 Rn. 10). \n\n6 \n\n3. Die Entscheidung des Landgerichts verstößt nicht gegen das Verfah-\n\nrensgrundrecht des Schuldners auf rechtliches Gehör aus Art. 103 Abs. 1 GG \n\nund auf ein willkürfreies Verfahren gemäß Art. 3 Abs. 1 GG. Das Landgericht \n\nhat den Vortrag des Schuldners zur Kenntnis genommen. Die Rechtsbe-\n\nschwerde führt selbst aus, der Schuldner wisse nicht mehr exakt, ob er den \n\nvorgelegten Internet-Kreditantrag ausgefüllt habe. Damit waren Feststellungen \n\nhierzu nicht geboten. Von einer weiteren Begründung wird abgesehen. Sie wäre \n\nnicht geeignet, zur Klärung von Rechtsfragen grundsätzlicher Bedeutung, zur \n\nFortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung \n\nbeizutragen (§ 4 InsO, § 577 Abs. 6 Satz 3 ZPO). \n\nKayser Raebel Vill \n\n Fischer Pape \n\nVorinstanzen: \n\nAG Hamburg, Entscheidung vom 05.09.2005 - 68g IK 371/04 - \n\nLG Hamburg, Entscheidung vom 10.02.2006 - 326 T 12/06 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-06-12/ix-zb-41-06","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 289","ref_norm":"289","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 290","ref_norm":"290","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 547","ref_norm":"547","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 577","ref_norm":"577","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 4","ref_norm":"4","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-06-12/ix-zb-41-06","retrieved":"2026-07-10 19:41:37.985011+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-06-12/ix-zb-41-06","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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