{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"Senat fuer Anwaltssachen","decided":"2008-04-11","aktenzeichen":"AnwZ (B) 58/07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nAnwZ (B) 58/07 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n11. April 2008 \n\nin dem Verfahren \n\ngegen \n\nwegen Widerrufs der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft \n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch den Präsidenten \n\ndes Bundesgerichtshofs Prof. Dr. Tolksdorf, die Richter Dr. Frellesen, Schaal \n\nund die Richterin Roggenbuck sowie die Rechtsanwältin Dr. Hauger und die \n\nRechtsanwälte Dr. Wosgien und Dr. Martini am 11. April 2008 \n\nbeschlossen: \n\nDie sofortige Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss \n\ndes 1. Senats des Sächsischen Anwaltsgerichtshofs vom 27. April \n\n2007 wird als unzulässig verworfen. \n\nDer Antragsteller hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu \n\ntragen und der Antragsgegnerin die ihr im Beschwerdeverfahren \n\nentstandenen notwendigen außergerichtlichen Auslagen zu erstat-\n\nten. \n\nDer Geschäftswert \n\nfür das Beschwerdeverfahren wird auf \n\n50.000 € festgesetzt. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\nDer Antragsteller war seit 1989 zur Rechtsanwaltschaft zugelassen. Mit \n\nBescheid vom 17. November 2006 hat die Antragsgegnerin die Zulassung des \n\nAntragstellers wegen Vermögensverfalls widerrufen. Der Anwaltsgerichtshof hat \n\nden Antrag auf gerichtliche Entscheidung am 27. April 2007 zurückgewiesen. \n\n2 \n\nGegen diesen dem Antragsteller am 29. Mai 2007 zugestellten Be-\n\nschluss richtet sich dessen als Berufung bezeichnete sofortige Beschwerde. \n\nDas Rechtsmittel ist erst am 28. Juni 2007 beim Anwaltsgerichtshof eingegan-\n\ngen. Mit Schriftsatz vom 26. September 2007 hat der Antragsteller vorgetragen, \n\nder angefochtene Beschluss habe keine Rechtsmittelbelehrung enthalten. Des-\n\nhalb habe die Zweiwochenfrist des § 42 Abs. 4 Satz 1 BRAO nicht mit Zustel-\n\nlung des Beschlusses zu laufen begonnen. \n\n3 \n\nDie an sich statthafte sofortige Beschwerde (§ 42 Abs. 1 Nr. 2 BRAO) ist \n\nII. \n\nwegen Versäumung der zweiwöchigen Beschwerdefrist (§ 42 Abs. 4 BRAO) als \n\nunzulässig zu verwerfen. Es hinderte den Lauf der Frist nicht, dass dem Be-\n\nschluss des Anwaltsgerichtshofs keine Rechtsmittelbelehrung beigefügt war. \n\nNach der Bundesrechtsanwaltsordnung ist für Entscheidungen, die im Zulas-\n\nsungsverfahren ergehen, eine Rechtsmittelbelehrung nicht vorgeschrieben. Sie \n\nist wegen der Rechtskunde der Beteiligten auch nicht erforderlich. Das ist in \n\nRechtsprechung und Schrifttum hinsichtlich der Monatsfrist gemäß § 16 Abs. 5 \n\nBRAO für den Antrag auf gerichtliche Entscheidung gegen die Zurücknahme \n\nder Zulassung zur Rechtsanwaltschaft anerkannt (vgl. BGHZ 107, 281, 283 \n\nm.w.N.; BGH, Beschluss vom 23. Februar 1987 - AnwZ (B) 54/86, BRAK-Mitt \n\n1987, 152; Feuerich/Weyland, BRAO 6. Aufl. § 16 Rdn. 15). Im Hinblick auf den \n\nidentischen Personenkreis ist hinsichtlich der Frist gemäß § 42 Abs. 4 BRAO \n\neine andere Beurteilung nicht geboten. \n\n4 \n\nDie sofortige Beschwerde ist danach unzulässig. Der Verwerfung der \n\nBeschwerde steht auch nicht entgegen, dass während des Beschwerdeverfah-\n\nrens die Zulassung des Antragstellers zur Rechtsanwaltschaft aus einem ande-\n\nren Grunde rechtskräftig widerrufen wurde und die Hauptsache damit erledigt \n\nist. Die verfahrensrechtlichen Wirkungen der Erledigung des Rechtsstreits in \n\nder Hauptsache können nur eintreten, wenn das Rechtsmittel statthaft und zu-\n\nlässig ist (BGHZ 50, 197; vgl. auch BFH, Beschluss vom 15. März 2000 \n\n- I R 56/99, BFH/NV 2000, 1211). \n\n5 \n\nÜber die unzulässige Beschwerde konnte der Senat ohne mündliche \n\nVerhandlung entscheiden (BGHZ 44, 25). \n\nTolksdorf Frellesen Schaal Roggenbuck \n\n Hauger Wosgien Martini \n\nVorinstanz: \n\nAGH Dresden, Entscheidung vom 27.04.2007 - AGH 25/06 (I) -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-04-11/anwz-b-58-07","cited_norms":[{"jurabk":"BRAO","ref":"§ 16","ref_norm":"16","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-04-11/anwz-b-58-07","retrieved":"2026-07-10 19:31:00.896219+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-04-11/anwz-b-58-07","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat fuer Anwaltssachen","date":"2008-04-11","dockets":["AnwZ (B) 58/07"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 11.04.2008 – AnwZ (B) 58/07","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-04-11/anwz-b-58-07","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die sofortige Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss\n\ndes 1. 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