{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2008-03-13","aktenzeichen":"IX ZR 155/05","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZR 155/05 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n13. März 2008 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter \n\nDr. Fischer, die Richter Raebel, Vill, Cierniak und die Richterin Lohmann \n\nam 13. März 2008 \n\nbeschlossen: \n\nDie Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem \n\nUrteil des 22. Zivilsenats in Darmstadt des Oberlandesgerichts \n\nFrankfurt am Main vom 9. August 2005 wird auf Kosten der Kläge-\n\nrin zurückgewiesen. \n\nDer Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens wird auf \n\n27.094,91 € festgesetzt. \n\nGründe:\n\n1 \n\nDie zulässige Beschwerde (§ 544 ZPO) ist unbegründet. Ein Grund zur \n\nZulassung der Revision (§ 543 Abs. 2 ZPO) besteht nicht. Die von der Be-\n\nschwerde in diesem Zusammenhang bezeichneten Rechtsfragen und Rechts-\n\nsätze sind nicht entscheidungserheblich; sie sind überdies, was die Auslegung \n\nvon § 138 ZPO anbetrifft, im Grundsatz geklärt (vgl. BGHZ 100, 190, 195 f; 109, \n\n47, 54 f). \n\n2 \n\n1. Die Klägerin verlangt von der Beklagten den Ausgleich des (negativen) \n\nSchlusssaldos ihrer auf Anderkonto geführten Treuhandverwaltung einschließ-\n\nlich Zinsen und Bankgebühren nebst Feststellung der Einstandpflicht der Be-\n\nklagten für weitere Kreditkosten. Anspruchsgrundlagen sind die §§ 675, 670 \n\nBGB. Dieser Anspruch besteht nur, soweit die von der Beklagten unstreitig un-\n\nmittelbar und mittelbar zur Ausführung des Auftrags erbrachten Zahlungen auf \n\ndas Treuhandanderkonto, die als selbständige Forderungen nach § 667 BGB \n\nerste Alternative zu beurteilen wären, zur Deckung der Aufwendungen nicht \n\nausreichten (vgl. BGHZ 105, 263, 265; BGH, Urt. v. 5. Mai 1983 - III ZR 187/81, \n\nNJW 1983, 2879, 2880 unter I. 2. b; v. 28. Mai 1991 - XI ZR 214/90, WM 1991, \n\n1294, 1295 unter II. 1. a). \n\n3 \n\n2. Wie beide Vorinstanzen im Kern übereinstimmend und zutreffend an-\n\ngenommen haben, ist die von der Klägerin zur Begründung des eingeforderten \n\nSaldos vorgelegte Buchliste (Anlage zum Schriftsatz vom 30. Mai 2001, GA I \n\n173-196) in wesentlichen Teilen nicht einlassungsfähig. Die in der \"Haben\"-\n\nSpalte verzeichneten Auslagen sind mit ihren in der \"Text\"-Spalte enthaltenen \n\nKurzbezeichnungen nicht durchweg, aber doch in vielen Einzelfällen so unge-\n\nnau beschrieben, dass sie aus sich selbst heraus nicht verständlich sind und \n\nauch für die Beklagte eine Zuordnung zu bestimmten Forderungen, deren Erfül-\n\nlung sie schuldete, anhand der Liste nicht möglich war. Dieser Mindestanforde-\n\nrung musste aber das Klagevorbringen genügen. Die Nachforschungspflicht der \n\nBeklagten setzte erst ein, wenn aus dem Sachvortrag der Klägerin selbst er-\n\nsichtlich war, welche Verbindlichkeiten sie für die Beklagte getilgt haben wollte. \n\n4 \n\nZieht man den nicht einlassungsfähigen Teil der Buchungsliste von den \n\nAusgaben ab, die der Klage zugrunde liegen, so ist nicht erkennbar, dass für \n\ndie Klägerin eine nach § 670 BGB ersatzfähige Unterdeckung des Treuhand-\n\nkontos verbleibt. Dieser Abzug ist geboten, weil in den Grenzen, in denen die \n\nBeklagte sich nicht weiter einzulassen brauchte, auch ihr einfaches Bestreiten \n\ngenügte, um dem fiktiven Zugeständnis gemäß § 138 Abs. 3 ZPO zu entgehen. \n\nBei diesem Sachstand schuldete die Beklagte gemäß § 670 BGB auch keinen \n\nErsatz der auf den Negativsaldo entfallenden Sollzinsen, welche die Klägerin zu \n\ntragen hatte. Die Klage ist zu Recht als unbegründet abgewiesen worden. \n\nFischer \n\nRaebel \n\nVill \n\nCierniak \n\n Lohmann \n\nVorinstanzen: \n\nLG Darmstadt, Entscheidung vom 30.04.2002 - 9 O 147/00 - \n\nOLG Frankfurt in Darmstadt, Entscheidung vom 09.08.2005 - 22 U 124/02 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-03-13/ix-zr-155-05","cited_norms":[{"jurabk":"BGB","ref":"§ 670","ref_norm":"670","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 138","ref_norm":"138","n":2},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 667","ref_norm":"667","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 675","ref_norm":"675","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-03-13/ix-zr-155-05","retrieved":"2026-07-10 19:25:39.459641+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-03-13/ix-zr-155-05","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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