{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2008-02-21","aktenzeichen":"IX ZB 96/07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZB 96/07 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n21. Februar 2008 \n\nin dem Insolvenzverfahren \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter \n\nDr. Gero Fischer und die Richter Dr. Ganter, Dr. Kayser, Prof. Dr. Gehrlein und \n\nDr. Detlev Fischer \n\nam 21. Februar 2008 \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 12. Zivilkammer \n\ndes Landgerichts Leipzig vom 10. Mai 2007 wird auf Kosten der \n\nweiteren Beteiligten zu 1 als unzulässig verworfen. \n\nDer Wert des Beschwerdegegenstandes wird auf 5.000 € festge-\n\nsetzt. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\nDas Insolvenzgericht hat den Entscheidungssatz seines Eröffnungsbe-\n\nschlusses über das Vermögen der Schuldnerin vom 21. Februar 2007 auf eine \n\nentsprechende Anregung der weiteren Beteiligten zu 1 durch Beschluss vom \n\n9. März 2007 dahin ergänzt, dass das \"Hauptinsolvenzverfahren (Art. 3 Abs. 1 \n\nEuInsVO)\" eröffnet werde. Der Schuldner hat den Eröffnungsbeschluss und den \n\nErgänzungsbeschluss mit der sofortigen Beschwerde angegriffen. Das Landge-\n\nricht hat die sofortige Beschwerde mit der Maßgabe zurückgewiesen, dass der \n\nErgänzungsbeschluss aufgehoben werde. Hiergegen wendet sich die weitere \n\nBeteiligte zu 1 mit ihrer Rechtsbeschwerde. \n\nII. \n\n2 \n\nDie Rechtsbeschwerde ist unstatthaft. Die Befugnis zur Rechtsbe-\n\nschwerde setzt die Statthaftigkeit der sofortigen Beschwerde voraus \n\n(BGHZ 144, 78, 82; BGH, Beschl. v. 25. Januar 2007 - IX ZB 240/05, NZI 2007, \n\n284). Schließt das Gesetz die Anfechtung einer gerichtlichen Entscheidung im \n\nWege der sofortigen Beschwerde aus, ist auch die Rechtsbeschwerde unzuläs-\n\nsig. \n\n3 \n\nSo liegt der Fall hier. Wird das Insolvenzverfahren über das Vermögen \n\ndes Schuldners eröffnet, so steht hiergegen nur dem Schuldner, nicht aber dem \n\nGläubiger die sofortige Beschwerde zu (vgl. § 34 Abs. 1, 2 InsO). Die von der \n\nbeteiligten Gläubigerin in erster Instanz angeregte besondere Fassung der Er-\n\nöffnungsentscheidung hatte nur deklaratorische Bedeutung, weil das Insolvenz-\n\ngericht seine internationale Zuständigkeit gemäß § 3 Abs. 1 EuInsVO in \n\nDeutschland geprüft und das Verfahren am Mittelpunkt der hauptsächlichen \n\nInteressen des Schuldners eröffnet hat. Hierbei handelt es sich, ohne dass es \n\neines besonderes Ausspruches bedarf, um das Hauptinsolvenzverfahren (vgl. \n\nHK-InsO/Stephan, 4. Aufl. Art. 3 EuInsVO Rn. 2; HmbKomm-InsO/Undritz, \n\n2. Aufl. Art. 3 EuInsVO Rn. 2 ff). Diese Entscheidung hat das Landgericht in der \n\nSache bestätigt. Hätte das Insolvenzgericht die Anregung der beteiligten Gläu-\n\nbigerin nicht aufgegriffen, hätte dieser hiergegen keine sofortige Beschwerde \n\nzugestanden (vgl. § 6 Abs. 1 InsO). Sie kann deshalb gegen die Aufhebung der \n\nBeschlussergänzung durch das Landgericht auch keine Rechtsbeschwerde ein-\n\nlegen. \n\nDr. Gero Fischer \n\nDr. Ganter \n\nDr. Kayser\n\nProf. Dr. Gehrlein \n\nDr. Detlev Fischer \n\nVorinstanzen: \n\nAG Leipzig, Entscheidung vom 21.02.2007 - 405 IE 3656/06 - \n\nLG Leipzig, Entscheidung vom 10.05.2007 - 12 T 344/07 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-02-21/ix-zb-96-07","cited_norms":[{"jurabk":"InsO","ref":"§ 6","ref_norm":"6","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-02-21/ix-zb-96-07","retrieved":"2026-07-10 19:22:02.687454+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-02-21/ix-zb-96-07","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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