{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2008-02-14","aktenzeichen":"1 StR 542/07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\n1 StR 542/07 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n14. Februar 2008 \n\nin der Strafsache \n\ngegen \n\nwegen Vergewaltigung u.a. \n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 14. Februar 2008 beschlos-\n\nsen: \n\n1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landge-\n\nrichts München II vom 30. August 2007, soweit es die Maßregel \n\naus dem Strafbefehl des Amtsgerichts Weilheim vom \"14. April \n\n2007\" - richtig: 23. März 2007 - aufrechterhalten hat, mit der \n\nMaßgabe aufgehoben, dass eine nachträgliche gerichtliche \n\nEntscheidung über die Maßregel nach den §§ 460, 462 StPO \n\nzu treffen ist. \n\n2. Die weitergehende Revision wird verworfen. \n\n3. Der Angeklagte hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen. \n\nGründe: \n\n1 \n\nDas Landgericht hat den Angeklagten wegen Vergewaltigung in drei Fäl-\n\nlen, jeweils in Tateinheit mit Körperverletzung, in Tatmehrheit mit einer weiteren \n\nKörperverletzung - unter Einbeziehung der Geldstrafe aus einem Strafbefehl \n\ndes Amtsgerichts Weilheim - zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren \n\nund drei Monaten verurteilt. Die Maßregel aus dem Strafbefehl des Amtsge-\n\nrichts Weilheim hat das Landgericht aufrechterhalten. \n\n2 \n\nDie auf die allgemeine Sachrüge gestützte Revision des Angeklagten \n\nführt zur Aufhebung der angeordneten Aufrechterhaltung der Maßregel aus \n\ndem einbezogenen Strafbefehl; im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des \n\n§ 349 Abs. 2 StPO. \n\n3 \n\nZur Maßregelanordnung hat der Generalbundesanwalt zutreffend ausge-\n\nführt: \n\n\"Zwar ist den Feststellungen zum Sachverhalt des Strafbefehls ohne \n\nWeiteres zu entnehmen, dass das Amtsgericht Weilheim dem Angeklag-\n\nten die Fahrerlaubnis entzogen und eine Sperrfrist für deren Wiederertei-\n\nlung angeordnet hat (§§ 69, 69a StGB). Nicht nachprüfen kann das Revi-\n\nsionsgericht aber, ob die Sperrfrist zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung \n\nam 30. August 2007 schon verstrichen war. Die Trunkenheitsfahrt selbst \n\ndatiert auf den 27. Januar 2007, so dass bei Annahme einer vorläufigen \n\nEntziehung der Fahrerlaubnis gemäß § 111a StPO jedenfalls die gesetz-\n\nliche Mindestsperrfrist von sechs Monaten (§ 69a Abs. 1 Satz 1 StGB) im \n\nZeitpunkt der Urteilsverkündung bereits abgelaufen wäre (zur Fristbe-\n\nrechnung vgl. § 69a Abs. 4 bis 6 StGB). Nach der Rechtsprechung des \n\nBundesgerichtshofs ist, wenn bei einer Gesamtstrafenbildung ein Urteil \n\neinzubeziehen ist, das unter anderem auf Entziehung der Fahrerlaubnis \n\nund Anordnung einer Sperrfrist erkannt hat, zu prüfen, ob sich die Sperr-\n\nfrist infolge Zeitablaufs erledigt hat (BGH NStZ 1996, 433; BGH, Be-\n\nschluss vom 25. Juli 2007 - 2 StR 279/07). Sollte sich die Sperrfrist infol-\n\nge des Zeitablaufs erledigt haben, so ist lediglich die Entziehung der \n\nFahrerlaubnis, nicht aber die Sperrfrist aufrecht zu erhalten (BGH NJW \n\n2002, 1813, 1814; StV 1983, 14). Aufgrund der unzureichenden Angaben \n\nin den Urteilsgründen ist es dem Revisionsgericht im vorliegenden Fall \n\nnicht möglich, die Berechtigung der angeordneten Maßnahme zu über-\n\nprüfen.\" \n\n4 \n\nDer Senat hat von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, nach § 354 \n\nAbs. 1b StPO zu entscheiden. Die zur Maßregelanordnung zu treffende neue \n\nEntscheidung obliegt dem nach § 462a Abs. 3 StPO zuständigen Gericht. \n\n5 \n\nDie Kostenentscheidung ist hier nicht dem Nachverfahren nach §§ 460, \n\n462 StPO vorzubehalten, weil sicher abzusehen ist, dass das Rechtsmittel nur \n\neinen geringfügigen Teilerfolg haben kann. \n\nNack Kolz Hebenstreit \n\n Elf Graf","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-02-14/1-str-542-07","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 69a","ref_norm":"69a","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 460","ref_norm":"460","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 462","ref_norm":"462","n":2},{"jurabk":"StGB","ref":"§ 69","ref_norm":"69","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 354","ref_norm":"354","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 462a","ref_norm":"462a","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 111a","ref_norm":"111a","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-02-14/1-str-542-07","retrieved":"2026-07-10 19:22:33.986229+00:00"},"card":{"id":"bgh/2008-02-14/1-str-542-07","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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