{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"X. Zivilsenat","decided":"2007-10-23","aktenzeichen":"X ZR 20/05","doktyp":"Urteil","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIM NAMEN DES VOLKES \n\nX ZR 20/05\n\nURTEIL \n\nVerkündet am: \n23. Oktober 2007 \nWermes \nJustizhauptsekretär \nals Urkundsbeamter \nder Geschäftsstelle \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer X. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat im schriftlichen Verfahren, \n\nin dem Schriftsätze bis zum 24. September 2007 eingereicht werden konnten, \n\ndurch den Vorsitzenden Richter Dr. Melullis, den Richter Keukenschrijver, die \n\nRichterin Mühlens und die Richter Prof. Dr. Meier-Beck und Asendorf \n\nfür Recht erkannt: \n\nAuf die Revision des Klägers wird das Urteil des 7. Zivilsenats des \n\nKammergerichts vom 11. Januar 2005 aufgehoben. \n\nDer Rechtsstreit wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, \n\nauch über die Kosten der Revision, an das Berufungsgericht zu-\n\nrückverwiesen. \n\nVon Rechts wegen \n\nTatbestand: \n\n1 \n\nDer Kläger und der Beklagte zu 2, sein Sohn, streiten darum, wem eine \n\nForderung gegen die C. bank AG aus einem Sparvertrag zusteht, \n\nden der Kläger am 22. April 1987 mit der Rechtsvorgängerin der C. bank abge- \n\nschlossen hat. Der als K. -Vorsorgeplan bezeichnete Sparvertrag ist auf den \n\nBeklagten zu 2 ausgestellt, der jedoch bis zu seinem 26. Lebensjahr von der \n\nVerfügung über das Sparguthaben ausgeschlossen sein sollte. \n\n2 \n\n3 \n\nDie C. bank verweigerte dem Kläger die Auszahlung des Guthabens, da \n\ndieser die Kontoauszüge nicht vorlegen konnte. Nach den Allgemeinen Ge-\n\nschäftsbedingungen der Bank ist diese berechtigt, an den Inhaber der Sparur-\n\nkunde und der jährlich erteilten Kontoauszüge zu leisten. \n\nDer Kläger hat zunächst die Beklagte zu 1, seine frühere Lebensgefähr-\n\ntin und Mutter des Beklagten zu 2, und sodann den Beklagten zu 2 auf Heraus-\n\ngabe der Kontoauszüge in Anspruch genommen. Das Landgericht hat durch \n\nTeilurteil die Klage gegen die Beklagte zu 1 abgewiesen und durch Schlussur-\n\nteil den Beklagten zu 2 antragsgemäß verurteilt. \n\n4 \n\nWährend des Berufungsverfahrens ist über das Vermögen des Klägers \n\ndas Insolvenzverfahren eröffnet worden. In Unkenntnis dessen hat das Beru-\n\nfungsgericht die Berufung des Klägers gegen das Teilurteil des Landgerichts \n\nzurückgewiesen und auf die Berufung des Beklagten zu 2 die Klage auch gegen \n\ndiesen abgewiesen. \n\n5 \n\nHiergegen richtet sich die vom Senat zugelassene Revision des Klägers. \n\nEntscheidungsgründe: \n\n6 \n\n7 \n\nDie zulässige Revision führt zur Aufhebung des Berufungsurteils und zur \n\nZurückverweisung der Sache an das Berufungsgericht. \n\nWegen der Unterbrechung des Verfahrens (§ 240 ZPO) hätte weder am \n\n7. Januar 2005 mündlich verhandelt noch am 11. Januar 2005 ein Urteil ver-\n\nkündet werden dürfen; auf eine Kenntnis des Gerichts vom Unterbrechungs-\n\ngrund kommt es nicht an (BGHZ 66, 59, 61). Obwohl die Prozesshandlungen \n\nder Parteien unwirksam sind (§ 249 Abs. 2 ZPO), ist das Urteil nicht nichtig, \n\nsondern mit dem gegebenen Rechtsmittel anfechtbar (BGHZ 66, 59, 61 f.). Das \n\naufgrund einer nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen \n\ndes Klägers durchgeführten mündlichen Verhandlung erlassene Berufungsurteil \n\nist zuungunsten einer Partei ergangen, die nicht nach der Vorschrift des Geset-\n\nzes vertreten war; ein solcher Verfahrensfehler begründet den absoluten Revi-\n\nsionsgrund des § 547 Nr. 4 ZPO (BGH, Urt. v. 5.11.1987 - VII ZR 208/87, ZIP \n\n1988, 446; Urt. v. 21.6.1995 - VIII ZR 224/94, NJW 1995, 2563). \n\n8 \n\nAuf die Revision des Klägers sind das angefochtene Urteil daher aufzu-\n\nheben und der Rechtsstreit an das Berufungsgericht zurückzuverweisen. Hier-\n\nfür kommt es nicht darauf an, ob die Unterbrechung des Verfahrens noch fort-\n\ndauert. Denn die Aufhebung des Berufungsurteils dient gerade dazu, die Unter-\n\nbrechungswirkung durchzusetzen; sie ist daher unbeschadet einer fortdau- \n\nernden Unterbrechung des Verfahrens im Übrigen auf den Antrag des Insol-\n\nvenzschuldners möglich (BGH, Urt. v. 16.1.1997 - IX ZR 220/96, NJW 1997, \n\n1445; Beschl. v. 29.6.2005 - XII ZB 195/04, MDR 2006, 55). \n\nMelullis \n\nKeukenschrijver \n\n Mühlens \n\nMeier-Beck \n\n Asendorf \n\nVorinstanzen: \n\nLG Berlin, Entscheidung vom 13.05.2004 - 14 O 233/03 - \n\nKG Berlin, Entscheidung vom 11.01.2005 - 7 U 293/03 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-10-23/x-zr-20-05","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 240","ref_norm":"240","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 249","ref_norm":"249","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 547","ref_norm":"547","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-10-23/x-zr-20-05","retrieved":"2026-07-10 22:02:52.570408+00:00"},"card":{"id":"bgh/2007-10-23/x-zr-20-05","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"X. 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