{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2007-09-25","aktenzeichen":"1 StR 350/07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\n1 StR 350/07 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n25. September 2007 \n\nin der Strafsache \n\ngegen \n\nwegen Raubes u. a. \n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 25. September 2007 be-\n\nschlossen: \n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts \n\nKempten (Allg.) vom 13. März 2007 wird als unbegründet verwor-\n\nfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrecht-\n\nfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten er-\n\ngeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO). \n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tra-\n\ngen. \n\nErgänzend zu den Ausführungen des Generalbundesanwalts in \n\nder Antragsschrift vom 18. Juli 2007 sowie der weiteren Stellung-\n\nnahme vom 9. August 2007 bemerkt der Senat: \n\nDie Rügen zu § 250 StPO i.V.m. § 251 Abs. 1 StPO sind unbe-\n\ngründet. Die Strafprozessordnung sieht zur Beweiserhebung über \n\nden Inhalt von Urkunden und anderen als Beweismittel dienenden \n\nSchriftstücken grundsätzlich die Verlesung gemäß § 249 Abs. 1 \n\nStPO vor. Ein Verstoß gegen den Grundsatz der Unmittelbarkeit, \n\nder in § 250 StPO zur Geltung kommt, liegt darin nicht (BGH, Urt. \n\nvom 30. Januar 2001 - 1 StR 454/00). § 250 StPO untersagt näm-\n\nlich nur die Ersetzung der Zeugenaussage durch die Verwertung \n\neiner berichtenden, zu Beweiszwecken erstellten Urkunde, mag es \n\nsich dabei nun um ein Protokoll oder um eine schriftliche Erklä-\n\nrung des Zeugen handeln. Dass neben der Vernehmung der in \n\nBetracht kommenden Person als Zeuge eine frühere protokolla-\n\nrisch oder in einer schriftlichen Erklärung festgehaltene Äußerung \n\ndieser Person im Wege des Urkundenbeweises verwertet wird, \n\nverbietet die Vorschrift nicht. Es ist vielmehr von dem der Syste-\n\nmatik des Gesetzes zu entnehmenden allgemeinen Grundsatz \n\nauszugehen, dass das Gesetz den Urkundenbeweis zulässt, wo \n\nes ihn nicht ausdrücklich untersagt (BGHSt 20, 160, 161 f.; 49, 68, \n\n70). Letztlich ist es eine Frage der Aufklärungspflicht und der Be-\n\nweiswürdigung, ob das Gericht nach der Vernehmung von Zeugen \n\nzur Erlangung ergänzender Erkenntnisse - insbesondere Fragen \n\nder Glaubwürdigkeit - den Inhalt der polizeilichen Vernehmung \n\nverliest. \n\nDie nach § 251 Abs. 1 Nr. 1 StPO erforderlichen Genehmigungen \n\nder Verfahrensbeteiligten haben - wie die Revision selbst vor- \n\nträgt - vorgelegen. Dabei reichte in den vorgenannten Fällen zur \n\nBegründung der Hinweis auf die Vorschrift (vgl. Meyer-Goßner, \n\nStPO \n\n50. Aufl. § 251 Rdn. 41). Im Übrigen ergibt sich aus der Zustim-\n\nmung aller Verfahrensbeteiligten, dass ihnen offensichtlich der \n\nGrund der zusätzlichen Verlesungen bekannt war. \n\nNack Wahl Boetticher \n\n Hebenstreit Graf","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-09-25/1-str-350-07","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 250","ref_norm":"250","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 251","ref_norm":"251","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 249","ref_norm":"249","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-09-25/1-str-350-07","retrieved":"2026-07-10 22:02:20.375706+00:00"},"card":{"id":"bgh/2007-09-25/1-str-350-07","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. 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