{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2007-03-22","aktenzeichen":"IX ZB 201/05","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZB 201/05 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n22. März 2007 \n\nin dem Insolvenzeröffnungsverfahren \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter Dr. Ganter, \n\nRaebel, Dr. Kayser, Cierniak und Dr. Fischer \n\nam 22. März 2007 \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 3. Zivilkammer \n\ndes Landgerichts Chemnitz vom 23. Juni 2005 wird auf Kosten \n\ndes weiteren Beteiligten als unzulässig verworfen. \n\nDer Gegenstandswert für das Rechtsbeschwerdeverfahren wird \n\nauf 269.608,83 € festgesetzt. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\nDer weitere Beteiligte war vorläufiger, mit einem Zustimmungsvorbehalt \n\nausgestatteter Insolvenzverwalter (§ 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Alt. 2 InsO) in dem \n\nInsolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der Schuldnerin. Er hat be-\n\nantragt, seine Vergütung nebst Auslagen und Umsatzsteuer auf 501.282,10 € \n\nfestzusetzen. Hierbei hat er einen Regelsatz von 25 v.H. und Zuschläge von \n\ninsgesamt 170 v.H. - unter anderem 75 v.H. für die Betriebsfortführung und \n\n50 v.H. für die Vermietung und Verwaltung von Immobilien - zugrunde gelegt. \n\nDas Amtsgericht hat die Vergütung auf 205.996,23 € festgesetzt. Es hat ledig-\n\nlich Zuschläge von insgesamt 55 v.H. anerkannt. Das Landgericht hat mit Be-\n\nschluss vom 26. Januar 2004 die sofortige Beschwerde des weiteren Beteiligten \n\nzurückgewiesen und dabei zum Ausdruck gebracht, dass Zuschläge von jeweils \n\n15 v.H. auf die Betriebsfortführung und die Mietverwaltung entfallen. Der Senat \n\nhat diese Entscheidung aufgehoben und die Sache an das Beschwerdegericht \n\nzurückverwiesen (BGH, Beschl. v. 4. November 2004 - IX ZB 52/04, NZI 2006, \n\n106 m. Anm. Nowak). Dieses hat mit Beschluss vom 23. Juni 2005 die Vergü-\n\ntung auf 231.673,27 € angehoben. Es hat nunmehr Zuschläge von 25 v.H. für \n\ndie Betriebsfortführung und 20 v.H. für die Mietverwaltung gewährt. Im Übrigen \n\nhat es die sofortige Beschwerde wiederum zurückgewiesen. Mit seiner neuerli-\n\nchen Rechtsbeschwerde verfolgt der vorläufige Insolvenzverwalter sein ur-\n\nsprüngliches Begehren weiter. \n\nII. \n\n2 \n\nDie Rechtsbeschwerde ist statthaft (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO, §§ 6, \n\n7, 64 Abs. 3 Satz 1 InsO), jedoch unzulässig (§ 574 Abs. 2 ZPO). Weder hat die \n\nRechtssache grundsätzliche Bedeutung noch erfordert die Fortbildung des \n\nRechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entschei-\n\ndung des Rechtsbeschwerdegerichts. \n\n3 \n\n1. Der Senat hat bereits mit Beschluss vom 1. März 2007 (IX ZB 277/05, \n\nz.V.b.) ausgesprochen, dass es nicht Sache des Rechtsbeschwerdegerichts \n\nsein kann, für die Bemessung von Zuschlägen auf die Insolvenzverwaltervergü-\n\ntung \"Faustregel-Tabellen\" aufzustellen. Ebenso wenig kann er die Instanzge-\n\nrichte an etwa bereits existierende, in der untergerichtlichen Rechtsprechung \n\noder im Schrifttum entwickelte Tabellen binden. Die Bemessung vorzunehmen-\n\nder Zu- oder Abschläge ist die nach den Umständen des jeweiligen Einzelfalls \n\nzu erfüllende Aufgabe des Tatrichters und grundsätzlich von ihm zu verantwor-\n\nten (ständige Rechtsprechung, vgl. zuletzt BGH, Beschl. v. 11. Mai 2006 - IX ZB \n\n249/04, NZI 2006, 464 m. Anm. Nowak; v. 28. September 2006 - IX ZB 230/05, \n\nNZI 2007, 40, 41; v. 1. März 2007 - IX ZB 277/05, z.V.b.). \n\n4 \n\n2. Da das Beschwerdegericht nicht an anderweitig entwickelte \"Faustre-\n\ngel-Tabellen\" gebunden war und seine auf die Umstände des konkreten Falles \n\nbezogene Bewertung offen gelegt hat, ist der von der Rechtsbeschwerde erho-\n\nbene Vorwurf der Willkür unberechtigt. Dass die Rechtsbeschwerde die zugebil-\n\nligten Zuschläge für zu niedrig hält, reicht nicht aus. \n\nGanter Raebel Kayser \n\n Cierniak Fischer \n\nVorinstanzen: \n\nAG Chemnitz, Entscheidung vom 01.04.2003 - 10 IN 419/02 - \n\nLG Chemnitz, Entscheidung vom 23.06.2005 - 3 T 1993/03 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-03-22/ix-zb-201-05","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":2},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 6","ref_norm":"6","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 64","ref_norm":"64","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-03-22/ix-zb-201-05","retrieved":"2026-07-10 21:29:18.605117+00:00"},"card":{"id":"bgh/2007-03-22/ix-zb-201-05","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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