{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"V. Zivilsenat","decided":"2007-02-08","aktenzeichen":"V ZB 156/06","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nV ZB 156/06 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n8. Februar 2007 \n\nDer V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 8. Februar 2007 durch den \n\nVorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger und die Richter Dr. Klein, Dr. Lemke, \n\nDr. Schmidt-Räntsch und Dr. Roth \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der Zivilkammer 82 \n\ndes Landgerichts Berlin vom 6. September 2006 wird auf Kosten \n\ndes Antragsgegners als unzulässig verworfen. \n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird auf \n\n1.006,88 € festgesetzt. Gerichtskosten für das Verfahren vor dem \n\nBundesgerichtshof werden nicht erhoben. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\nDie Antragsteller haben gegen den Antragsgegner gemäß §§ 46a, 43 \n\nAbs. 1 WEG einen Vollstreckungsbescheid erwirkt. Das Amtsgericht hat den \n\nEinspruch des Antragsgegners gegen den Vollstreckungsbescheid verworfen. \n\nDie Beschwerde und die weitere Beschwerde des Antragsgegners sind erfolg-\n\nlos geblieben. Dem Antragsgegner sind die durch den Einspruch und seine \n\nRechtsmittel entstandenen außergerichtlichen Kosten des Verfahrens auferlegt \n\nworden. Das Amtsgericht hat die von den Antragstellern insoweit geltend ge-\n\nmachten Kosten gegen den Antragsgegner festgesetzt. \n\n2 \n\nDer Antragsgegner hat die Festsetzung teilweise angegriffen. Das Amts-\n\ngericht hat der sofortigen Beschwerde des Antragsgegners nicht abgeholfen, \n\ndas Landgericht hat die Beschwerde zurückgewiesen. Es hat die weitere Be-\n\nschwerde und die Rechtsbeschwerde zugelassen. Mit der bei dem Bundesge-\n\nrichtshof eingelegten Rechtsbeschwerde erstrebt der Antragsgegner die Ände-\n\nrung des Kostenfestsetzungsbeschlusses des Amtsgerichts. \n\n3 \n\n4 \n\nII. \n\nDie Rechtsbeschwerde ist nicht statthaft. \n\nEin Rechtsmittel gegen die Entscheidungen der Landgerichte als Be-\n\nschwerdegericht war in Kostensachen bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur \n\nReform des Zivilprozesses vom 27. Juli 2001 am 1. Januar 2002 gemäß § 568 \n\nAbs. 3 ZPO a.F. ausgeschlossen. Der Ausschluss galt auch für die weitere Be-\n\nschwerde gemäß § 27 FGG gegen Kostenentscheidungen in Verfahren der \n\nfreiwilligen Gerichtsbarkeit (BGHZ 33, 205, 207 f.). Die Aufhebung von § 568 \n\nAbs. 3 ZPO a.F. hat entgegen der Meinung der Rechtsbeschwerde nicht dazu \n\ngeführt, dass gegen die Entscheidungen der Landgerichte als Beschwerdege-\n\nricht in Kostenangelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit nunmehr die \n\nRechtsbeschwerde gemäß §§ 574 ff. ZPO eröffnet wäre, sondern dazu, dass in \n\ndiesen Sachen gemäß § 43 Abs. 1 WEG, § 27 FGG die weitere Beschwerde \n\nstattfindet, sofern sie von dem Landgericht zugelassen worden ist (BayObLGZ \n\n2002, 274, 275). \n\n5 \n\nÜber die weitere Beschwerde hat gemäß § 28 Abs. 1 FGG das Oberlan-\n\ndesgericht zu entscheiden (Senat, Beschl. v. 28. September 2006, V ZB \n\n105/06, NJW 2007, 158, 159 f., unter ausdrücklicher Aufgabe von Senat, \n\nBeschl. v. 9. März 2006, V ZB 164/05, NJW 2006, 2495 f.), es sei denn, die Sa-\n\nche wird von dem Oberlandesgericht zur Wahrung der Einheitlichkeit der \n\nRechtsprechung gemäß § 28 Abs. 2, 3 FGG dem Bundesgerichtshof zur Ent-\n\nscheidung vorgelegt. Dass das Bundesjustizministerium erwägt, im Rahmen der \n\nReform des Gesetzes über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit \n\ndas Vorlageverfahren abzuschaffen, führt nicht dazu, dass zum geltenden \n\nRecht anders zu entscheiden wäre. Etwas anderes folgt auch nicht daraus, \n\ndass das Landgericht die Rechtsbeschwerde zugelassen hat. Ein unstatthaftes \n\nRechtsmittel ist nicht deshalb zulässig, weil es zu Unrecht zugelassen worden \n\nist (st. Rspr., vgl. BGH, Urt. v. 24. Juni 1987, IVb ZR 5/86, NJW 1988, 49, 50 f.; \n\nv. 18. Mai 1992, VIII ZR 112/91, DtZ 1992, 216 f.; Beschl. v. 1. Oktober 2002, \n\nIX ZB 271/02, NJW 2003, 70). Einer Umdeutung der Rechtsbeschwerde in eine \n\nweitere Beschwerde und einer Verweisung der Sache an das zuständige Kam-\n\nmergericht steht entgegen, dass eine solche Beschwerde bei dem Kammerge-\n\nricht von dem Antragsgegner eingelegt worden ist. \n\nIII. \n\n6 \n\nDie Nebenentscheidungen folgen aus § 47 WEG, § 16 Abs. 1 KostO. \n\nKrüger Klein Lemke \n\n Schmidt-Räntsch Roth \n\nVorinstanzen: \n\nAG Berlin-Neukölln, Entscheidung vom 26.06.2006 - 70 II 22/04 WEG - \n\nLG Berlin, Entscheidung vom 06.09.2006 - 82 T 388/06 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-02-08/v-zb-156-06","cited_norms":[{"jurabk":"WoEigG","ref":"§ 43","ref_norm":"43","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":1},{"jurabk":"WoEigG","ref":"§ 47","ref_norm":"47","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-02-08/v-zb-156-06","retrieved":"2026-07-10 21:20:23.323953+00:00"},"card":{"id":"bgh/2007-02-08/v-zb-156-06","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"V. 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