{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"II. Zivilsenat","decided":"2006-11-06","aktenzeichen":"II ZR 314/05","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nII ZR 314/05 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n6. November 2006 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 6. November 2006 durch \n\nden Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und die Richter Dr. Kurzwelly, \n\nKraemer, Prof. Dr. Gehrlein und Caliebe \n\nbeschlossen: \n\nDer (erneute) Antrag des Klägers auf Bewilligung von Prozess-\n\nkostenhilfe wird abgelehnt. \n\nGründe: \n\n1 \n\nDer erneute Antrag des Klägers auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe \n\nwird abgelehnt, weil die besonderen Voraussetzungen des § 116 Abs. 1 Nr. 1 \n\nZPO nicht vorliegen. Den am Gegenstand des Rechtsstreits wirtschaftlich Be-\n\nteiligten ist es zuzumuten, die Prozesskosten aufzubringen (§ 116 Abs. 1 Nr. 1 \n\n2. Halbs. ZPO). \n\n2 \n\nVorschüsse auf die Prozesskosten sind nur solchen Beteiligten zuzumu-\n\nten, welche die erforderlichen Mittel unschwer aufbringen können und für die \n\nder zu erwartende Nutzen bei vernünftiger, auch das Eigeninteresse sowie das \n\nProzesskostenrisiko angemessen berücksichtigender Betrachtungsweise bei \n\neinem Erfolg der Rechtsverfolgung voraussichtlich größer sein wird (BGH, \n\nBeschl. v. 27. September 1990 - IX ZR 250/89, ZIP 1990, 1490; BAG, Beschl. \n\nv. 28. April 2003 - 2 AZB 78/02, ZIP 2003, 1947, 1948). Dabei bestimmt sich \n\ndie Zumutbarkeit anhand einer wertenden Abwägung der Gesamtumstände \n\n(Sen.Beschl. v. 6. März 2006 - II ZB 11/05, ZIP 2006, 682). \n\n3 \n\nDie genannten Voraussetzungen sind entgegen der Ansicht des Klägers \n\njedenfalls bei den Gläubigern P. und K. und Kl. N. erfüllt, \n\nauf die 143.821,62 DM der bisher von dem Konkursverwalter anerkannten For-\n\nderungen in Höhe von insgesamt 159.618,28 DM entfallen. Sie haben bei ei-\n\nnem Erfolg der Klage aus der Insolvenzmasse einen Betrag zu erwarten, der \n\ndeutlich höher ist als das für sie mit dem Verfahren verbundene Kostenrisiko. \n\n4 \n\nWerden die im Berufungsurteil ausgeurteilten Beträge rechtskräftig zuer-\n\nkannt, beträgt die freie Masse nach Abzug der Verfahrenskosten I. und \n\nII. Instanz ca. 88.000,00 €. Davon stünden im Erfolgsfall 37.909,62 € zur Ver-\n\nteilung an die Konkursgläubiger der Rangklasse VI zur Verfügung, was einer \n\nQuote von 46 % entspricht. 46 % von 143.821,62 DM bedeutet eine zusätzliche \n\nVerteilungsmasse für die drei o.a. Gläubiger in Höhe von 33.826,02 €. Dem \n\nsteht ein Gesamtkostenrisiko in Höhe von lediglich 7.860,00 € gegenüber. \n\nGoette Kurzwelly Kraemer \n\n Gehrlein Caliebe \n\nVorinstanzen: \n\nLG Heidelberg, Entscheidung vom 11.05.2000 - 1 O 264/98 - \n\nOLG Karlsruhe, Entscheidung vom 16.11.2005 - 1 U 138/00 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-11-06/ii-zr-314-05","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 116","ref_norm":"116","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-11-06/ii-zr-314-05","retrieved":"2026-07-10 21:04:07.042207+00:00"},"card":{"id":"bgh/2006-11-06/ii-zr-314-05","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"II. 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