{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2006-09-21","aktenzeichen":"IX ZB 127/05","doktyp":"Beschluss","leitsatz":"InsO § 148 Abs. 2; ZPO § 793 Gegen die Entscheidung des Insolvenzgerichts über eine Erinnerung gegen die Art und Weise der Herausgabevollstreckung aus einem Eröffnungsbeschluss findet die sofortige Beschwerde nach § 793 ZPO statt.","text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZB 127/05 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n21. September 2006 \n\nin dem Zwangsvollstreckungsverfahren \n\nwährend der Insolvenz \n\nNachschlagewerk: \n\nja \n\nBGHZ: \n\nBGHR: \n\nnein \n\nja \n\nInsO § 148 Abs. 2; ZPO § 793 \n\nGegen die Entscheidung des Insolvenzgerichts über eine Erinnerung gegen die Art \n\nund Weise der Herausgabevollstreckung aus einem Eröffnungsbeschluss findet die \n\nsofortige Beschwerde nach § 793 ZPO statt. \n\nBGH, Beschluss vom 21. September 2006 - IX ZB 127/05 - LG Köln \n\nAG Köln \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter \n\nDr. Fischer, die Richter Raebel, Vill, Cierniak und die Richterin Lohmann \n\nam 21. September 2006 \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 1. Zivilkammer \n\ndes Landgerichts Köln vom 13. April 2005 wird auf Kosten des \n\nSchuldners als unzulässig verworfen. \n\nDer Gegenstandswert des Verfahrens der Rechtsbeschwerde wird \n\nauf 4.000 Euro festgesetzt. \n\nGründe:\n\n1 \n\n1. Über das Vermögen des Schuldners ist am 12. Februar 2004 das In-\n\nsolvenzverfahren eröffnet worden. Der (weitere) Beteiligte zu 2 ist zum Insol-\n\nvenzverwalter bestellt worden. Dieser beabsichtigt, die Herausgabe der im Ge-\n\nwahrsam des Schuldners befindlichen Sachen im Wege der Zwangsvollstre-\n\nckung durchzusetzen. Der Schuldner vertritt die Ansicht, dass der Eröffnungs-\n\nbeschluss keinen vollstreckungsfähigen Inhalt habe. Er hat Erinnerung gegen \n\ndie Art und Weise der Zwangsvollstreckung eingelegt. Das Amtsgericht \n\n- Abteilungsrichter - hat die Vollstreckungserinnerung zurückgewiesen. Die so-\n\nfortige Beschwerde des Schuldners ist als unzulässig verworfen worden. Mit \n\nseiner Rechtsbeschwerde will der Schuldner die Aufhebung des Verwerfungs-\n\n2 \n\n3 \n\nbeschlusses und die Zurückverweisung der Sache an das Beschwerdegericht \n\nerreichen. \n\n2. Die Rechtsbeschwerde ist nicht statthaft, weil das Beschwerdegericht \n\nsie nicht zugelassen hat (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO). \n\na) Nach mittlerweile gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs \n\nrichtet sich der Rechtmittelzug nach allgemeinen vollstreckungsrechtlichen Vor-\n\nschriften, wenn das Insolvenzgericht kraft besonderer Zuweisung funktional als \n\nVollstreckungsgericht entscheidet (BGH, Beschl. v. 5. Februar 2004 - IX ZB \n\n97/03, WM 2004, 834, 835; v. 6. Mai 2004 - IX ZB 104/04, ZIP 2004, 1379; v. \n\n12. Januar 2006 - IX ZB 239/04, ZIP 2006, 340 f). Gemäß § 148 Abs. 2 InsO \n\nkann der Verwalter auf Grund einer vollstreckbaren Ausfertigung des Eröff-\n\nnungsbeschlusses die Herausgabe der Sachen, die sich im Gewahrsam des \n\nSchuldners befinden, im Wege der Zwangsvollstreckung durchsetzen. § 766 \n\nZPO gilt mit der Maßgabe, dass an die Stelle des Vollstreckungsgerichts das \n\nInsolvenzgericht tritt. Ob die Art und Weise der Zwangsvollstreckung zulässig \n\nist, ist nach den Vorschriften der Zivilprozessordnung zu beurteilen, welche für \n\ndie Durchführung der Zwangsvollstreckung gelten (vgl. BT-Drucks. 12/2443, \n\nS. 170). \n\n4 \n\nb) Die sofortige Beschwerde gegen den Beschluss des Insolvenzgerichts \n\nvom 20. Dezember 2004 war daher - entgegen der Ansicht des Beschwerdege-\n\nrichts - nach § 793 ZPO statthaft. Gilt jedoch der allgemeine Vollstreckungs-\n\nrechtsschutz, findet die Rechtsbeschwerde nur auf Zulassung des Beschwer-\n\ndegerichts statt (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO; vgl. BGH, Beschl. v. 5. Februar \n\n2004, aaO). Die Rechtsbeschwerde ist nicht zugelassen worden. Auf die Frage \n\nder grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache kommt es nur in den Fällen \n\ndes § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO an, also bei Rechtsbeschwerden, die kraft \n\nausdrücklicher gesetzlicher Anordnung statthaft sind. \n\n5 \n\n3. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 577 Abs. 6 Satz 2 ZPO \n\nabgesehen. \n\nFischer \n\nRaebel \n\nVill \n\nCierniak \n\nLohmann \n\nVorinstanzen: \n\nAG Köln, Entscheidung vom 20.12.2004 - 73 IN 741/02 - \n\nLG Köln, Entscheidung vom 13.04.2005 - 1 T 116/05 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-09-21/ix-zb-127-05","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 793","ref_norm":"793","n":2},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 148","ref_norm":"148","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 577","ref_norm":"577","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 766","ref_norm":"766","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-09-21/ix-zb-127-05","retrieved":"2026-07-10 20:57:31.921331+00:00"},"card":{"id":"bgh/2006-09-21/ix-zb-127-05","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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