{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2006-07-20","aktenzeichen":"IX ZR 252/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZR 252/03 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n20. Juli 2006 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter \n\nDr. Gero Fischer, die Richter Dr. Ganter und Vill, die Richterin Lohmann und \n\nden Richter Dr. Detlev Fischer \n\nam 20. Juli 2006 \n\nbeschlossen: \n\nDie Beschwerden der Beklagten gegen die Nichtzulassung \n\nder Revision in dem Urteil des 28. Zivilsenats des Oberlan-\n\ndesgerichts Hamm vom 14. Oktober 2003 werden zurück-\n\ngewiesen. \n\nDie Kosten des Beschwerdeverfahrens fallen dem Beklag-\n\nten zu 1 zu 38 v. H. und der Beklagten zu 2 zu 62 v. H. zur \n\nLast. \n\nDer Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens wird auf \n\n289.747,72 € festgesetzt. \n\nGründe: \n\n1 \n\nDie Nichtzulassungsbeschwerde ist nach § 544 ZPO, § 26 Nr. 8 EGZPO \n\nzulässig; sie ist jedoch unbegründet. Weder hat die Rechtssache grundsätzliche \n\nBedeutung (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO), noch erfordert die Fortbildung des \n\nRechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entschei-\n\ndung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 ZPO). \n\n2 \n\n1. Das Berufungsurteil verstößt nicht gegen § 540 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 \n\nZPO, weil aus dem Zusammenhang wenigstens sinngemäß deutlich wird, was \n\nder Kläger und der Beklagte zu 1 mit ihren Rechtsmitteln erstrebt haben (vgl. \n\nBGHZ 154, 99, 100 f; 156, 216, 218; BGH, Urt. v. 13. Januar 2004 - XI ZR 5/03, \n\nWM 2004, 445, 446; v. 11. Februar 2004 - IV ZR 91/03, NJW 2004, 1390, 1391; \n\nv. 11. März 2004 - IX ZR 178/03, WM 2004, 2216, 2217; v. 16. März 2005 \n\n- VIII ZR 130/04, DAR 2006, 143). \n\n3 \n\n2. Die von der Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten zu 2 - auf die \n\ndas Rubrum auf Grund der Rechtsnachfolge zu berichtigen ist (vgl. BGHZ 121, \n\n263, 265; Zöller/Greger, ZPO 25. Aufl., § 246 Rn. 2b) - als grundsätzlich ange-\n\nsehene Frage der stillschweigenden Einbeziehung eines weiteren Scheinsozius \n\nin das bisherige Einzelmandat betrifft nur die Hilfsbegründung des Berufungsur-\n\nteils und ist zudem in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs geklärt (vgl. \n\nBGHZ 124, 47, 50 f; BGH, Urt. v. 17. Oktober 1989 - XI ZR 158/88, NJW 1990, \n\n827, 829 [zum Steuerberater]). Die tatrichterliche Würdigung des Berufungsge-\n\nrichts, bei der dieses maßgeblich und ohne Rechtsfehler auf die vom Kläger in \n\nSachen K. gegen \"P. GmbH\" wegen \"Kündigung Spielhalle \n\n \" am 11. Dezember 1996 unterschriebene Vollmacht abgestellt hat, \n\nist auch verfahrensgrundrechtlich nicht zu beanstanden. \n\n4 \n\n3. Bei zutreffender Würdigung vom Standpunkt des Berufungsgerichts \n\naus war keine Erwägung des Einwands der Beklagten zu 2 geboten, der Kläger \n\nsei nicht in der Lage gewesen, die Mietsache zu dem im Mietvertrag vorgese-\n\nhenen Datum vom 1. Juni 1996 an die Zeugin S. zu übergeben, weil der \n\n P. GmbH erst zum 30. Juni 1997 habe gekün-\n\ndigt werden sollen. Das angefochtene Urteil geht zwar davon aus, dass eine \n\nÜberlassung zum 1. Juli 1997 fristgerecht gewesen wäre. Da der Kläger für \n\nJuni 1997 keinen Schadensersatz begehrt, könnte die Nichtgewährung des \n\nGebrauchs der Mietsache an die Zeugin S. im Juni 1997 nur dann erheb-\n\nlich werden, wenn die Zeugin deswegen und nicht wegen der Nichtgewährung \n\ndes Gebrauchs ab Juli 1997 gekündigt hätte. Dies ist weder dargetan noch aus \n\nden Umständen, \n\ninsbesondere dem Kündigungsschreiben der Zeugin \n\nS. vom 12. September 1997, ersichtlich. \n\n5 \n\n4. Das rechtliche Gehör des Beklagten zu 1 ist ebenfalls nicht verletzt, \n\nweil das Berufungsgericht den Vortrag im Schriftsatz vom 8. August 2003 ge-\n\nmäß § 529, § 531 ZPO mit Recht nicht zugelassen hat. Abgesehen davon ist \n\ndie Hilfsbegründung des Berufungsgerichts zur urkundenbeweislichen Verwer-\n\ntung des Sachverständigengutachtens aus dem Parallelverfahren prozess-\n\nrechtlich nicht zu beanstanden. \n\n6 \n\n7 \n\nVon einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 \n\nHalbs. 2 ZPO abgesehen. \n\n5. Bei der Festsetzung des Gegenstandswerts ist der Wert in Bezug auf \n\nden Ziffer 1 des Urteilstenors unter Berücksichtigung der vorgerichtlichen Zah-\n\nlungen (§ 367 BGB) auf 18.500 € geschätzt worden. Auf Ziffer 3 entfallen ge-\n\nmäß § 12 GKG a. F., § 3, § 9 ZPO (vgl. BGH, Beschl. v. 2. November 1978 \n\n- VI ZR 76/77, JurBüro 1979, 193) insgesamt 88.913,66 €. Schließlich ist Zif-\n\nfer 6 mit 80 v. H. vom Wert der Leistungen, von denen der Kläger befreit wer-\n\nden soll (vgl. BGH, Beschl. v. 20. Januar 1981 - VI ZR 202/79, NJW 1981, \n\n1318; v. 21. Dezember 1989 - VII ZR 152/88, NJW-RR 1990, 958), also \n\n101.031,28 €, zu bewerten. \n\nDr. Gero Fischer \n\nDr. Ganter \n\nVill \n\nLohmann \n\nDr. Detlev Fischer \n\nVorinstanzen: \n\nLG Hagen, Entscheidung vom 24.01.2003 - 8 O 500/99 - \n\nOLG Hamm, Entscheidung vom 14.10.2003 - 28 U 47/03 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-07-20/ix-zr-252-03","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":2},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 367","ref_norm":"367","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 9","ref_norm":"9","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 531","ref_norm":"531","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 540","ref_norm":"540","n":1},{"jurabk":"ZPOEG","ref":"§ 26","ref_norm":"26","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-07-20/ix-zr-252-03","retrieved":"2026-07-10 20:43:45.830472+00:00"},"card":{"id":"bgh/2006-07-20/ix-zr-252-03","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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