{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"Senat fuer Landwirtschaftssachen","decided":"2006-07-20","aktenzeichen":"BLw 13/06","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nBLw 13/06 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n20. Juli 2006 \n\nin der Landwirtschaftssache \n\nbetreffend Abfindungsansprüche nach dem Landwirtschaftsanpassungsgesetz \n\nDer Bundesgerichtshof, Senat für Landwirtschaftssachen, hat am 20. Juli 2006 \n\ndurch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger und die Richter Dr. Lemke und \n\nDr. Czub - gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 4 LwVG ohne Zuziehung ehrenamtlicher \n\nRichter - \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des Landwirtschafts-\n\nsenats des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 30. März \n\n2006 wird auf Kosten des Antragstellers, der der Antragsgegnerin \n\nauch die außergerichtlichen Kosten des Rechtsbeschwerdeverfah-\n\nrens zu erstatten hat, als unzulässig verworfen. \n\nDer Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt \n\n87.507,33 €. \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\n2 \n\nDie Beteiligten streiten um Ansprüche nach dem Landwirtschaftsanpas-\n\nsungsgesetz. \n\nDer Antragssteller traf mit der Antragsgegnerin 1993 eine von dieser vor-\n\nformulierten Vereinbarung zur Vermögensauseinandersetzung. Der darin ver-\n\neinbarte Betrag wurde ausgezahlt. Mit Wirkung zum 31. Dezember 1995 schied \n\nder Antragsteller aus der Antragsgegnerin aus und erhielt den Geschäftsanteil \n\nausgezahlt. \n\n3 \n\nIm vorliegenden Verfahren hat er 62.800 € als bare Zuzahlung nach § 28 \n\nAbs. 2 LwAnpG verlangt. Das Amtsgericht (Landwirtschaftsgericht) hat den An-\n\ntrag insgesamt zurückgewiesen. Das Oberlandesgericht (Landwirtschaftssenat) \n\nhat die Antragsgegnerin zur Zahlung von 10.484,67 € zzgl. Zinsen verpflichtet \n\nund die Beschwerde im Übrigen zurückgewiesen. \n\n4 \n\nMit der von dem Oberlandesgericht nicht zugelassenen Rechtsbe-\n\nschwerde beantragt der Antragsteller, die Beschwerdeentscheidung aufzuhe-\n\nben und die Sache zur erneuten Verhandlung an das Oberlandesgericht zu-\n\nrückzuverweisen, oder bei einer Entscheidung des Senats in der Sache, die \n\nAntragsgegnerin zur Zahlung des insgesamt geltend gemachten Betrags zu \n\nverpflichten. \n\nII. \n\n5 \n\n6 \n\nDie Rechtsbeschwerde ist nicht statthaft. Da das Beschwerdegericht sie \n\nnicht zugelassen hat (§ 24 Abs. 1 LwVG) und ein Fall von § 24 Abs. 2 Nr. 2 \n\nLwVG nicht vorliegt, wäre sie nur unter den Voraussetzungen der Divergenz-\n\nrechtsbeschwerde zulässig. Daran fehlt es jedoch. \n\n1. Eine Abweichungsrechtsbeschwerde ist nach § 24 Abs. 2 Nr. 1 LwVG \n\nnur dann statthaft, wenn das Beschwerdegericht von einer in der Beschwerde-\n\nbegründung zu bezeichnenden Entscheidung des Bundesgerichtshofes, des \n\nfrüheren Obersten Gerichtshofes für die Britische Zone oder eines anderen O-\n\nberlandesgerichts abgewichen ist und der Beschluss des Beschwerdegerichts \n\nauf dieser Abweichung beruht. \n\n7 \n\nEine solche Divergenz liegt nur vor, wenn das Beschwerdegericht in ei-\n\nnem seine Entscheidung tragenden Grund einem abstrakten Rechtssatz (Ober-\n\nsatz) gefolgt ist, der von einem in der Vergleichsentscheidung benannten \n\nRechtssatz abweicht (Senat, BGHZ 89, 149, 151). Diese Abweichung ist von \n\nder Rechtsbeschwerde aufzuzeigen (Senat, Beschlüsse vom 30. Oktober 2003, \n\nBLw 19/03, NL-BzAR 2004, 27, 28 und vom 19. Februar 2004, BLw 24/03, NL-\n\nBzAR 2004, 192, 193). Der Hinweis auf Unterschiede in einzelnen Elementen \n\nder Begründung oder der Sachverhaltsdarstellung der miteinander verglichenen \n\nEntscheidungen reicht für die Statthaftigkeit einer Abweichungsrechtsbe-\n\nschwerde ebenso wenig aus wie ein Hinweis auf eine möglicherweise fehlerhaf-\n\nte Rechtsanwendung im Einzelfall (Senat, Beschl. v. 30. Oktober 2003, \n\nBLw 19/03 und v. 19. Februar 2004, BLw 24/03, aaO). \n\n2. Diesen Anforderungen wird die Rechtsbeschwerde schon im Ansatz \n\nnicht gerecht. \n\nSie beschränkt sich darauf, den angefochtenen Beschluss in der Sache \n\nanzugreifen, zeigt aber nicht auf, dass die Voraussetzungen für die Statthaftig-\n\nkeit der Abweichungsrechtsbeschwerde gegeben sind. Soweit sie geltend \n\nmacht, das Beschwerdegericht sei von dem u.a. in dem Beschluss des Senats \n\nvom 8. Dezember 1995 (BLw 28/95 - BGHZ 131, 260, 265) formulierten \n\nRechtsgrundsatz abgewichen, dass die umgewandelten Anteile und Mitglied-\n\nschaftsrechte an dem Unternehmen neuer Rechtsform quotal dem Anteil an \n\ndem Eigenkapital der umgewandelten LPG entsprechen müssten, genügt dies \n\nebenfalls nicht den vorgenannten Anforderungen. \n\n8 \n\n9 \n\n10 \n\nDas Beschwerdegericht ist nicht von diesem Rechtsgrundsatz abgewi-\n\nchen, sondern von ihm ausgegangen, was sich schon aus der Bezugnahme auf \n\ndie Entscheidung des Senats in den Gründen des angefochtenen Beschlusses \n\nzeigt. Ob dem Beschwerdegericht bei der Anwendung dieses Grundsatzes \n\nRechtsfehler unterlaufen sind, kann der Senat nicht prüfen. Das setzte eine \n\nstatthafte (und im Übrigen zulässige) Rechtsbeschwerde voraus, an der es hier \n\nfehlt. \n\nIII. \n\n11 \n\nDie Kostenentscheidung beruht auf §§ 44, 45 LwVG und die Bestimmung \n\ndes gem. § 34 Abs. 2 LwVG festzusetzenden Gegenstandswerts auf § 33 \n\nLwVG i.V.m. § 18 Abs. 1 Satz 1 KostO. \n\n12 \n\nObwohl das Rechtsmittel ohne Rücksicht auf die gesetzlichen Voraus-\n\nsetzungen eingelegt worden ist, sieht das Gesetz keine Möglichkeit vor, dem \n\nVerfahrensbevollmächtigten der Antragsteller die Kosten aufzuerlegen. Etwaige \n\nErsatzansprüche der Antragsteller gegen ihren Verfahrensbevollmächtigten \n\nwerden hiervon nicht berührt. \n\nKrüger Lemke Czub \n\nVorinstanzen: \n\nAG Königs Wusterhausen, Entscheidung vom 30.11.2000 - 4 Lw 40/99 - \n\nOLG Brandenburg, Entscheidung vom 30.03.2006 - 5 W (Lw) 169/00 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-07-20/blw-13-06","cited_norms":[{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 24","ref_norm":"24","n":3},{"jurabk":"LAnpG","ref":"§ 28","ref_norm":"28","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 20","ref_norm":"20","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 33","ref_norm":"33","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 34","ref_norm":"34","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 44","ref_norm":"44","n":1},{"jurabk":"LwVfG","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-07-20/blw-13-06","retrieved":"2026-07-10 20:47:16.676956+00:00"},"card":{"id":"bgh/2006-07-20/blw-13-06","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"Senat fuer Landwirtschaftssachen","date":"2006-07-20","dockets":["BLw 13/06"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 20.07.2006 – BLw 13/06","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-07-20/blw-13-06","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des Landwirtschafts-\n\nsenats des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 30. 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