{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"5. Strafsenat","decided":"2006-04-26","aktenzeichen":"5 StR 21/06","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"5 StR 21/06 \n\nBUNDESGERICHTSHOF \n\nBESCHLUSS \n\nvom 26. April 2006 \nin der Strafsache \ngegen \n\nwegen Körperverletzung im Amt mit Todesfolge \n\nDer 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26. April 2006 \n\nbeschlossen: \n\nAuf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Land-\n\ngerichts Hamburg vom 6. September 2005 nach § 349 \n\nAbs. 4 StPO mit den Feststellungen aufgehoben. \n\nDie Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, \n\nauch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere \n\nSchwurgerichtskammer des Landgerichts zurückverwiesen. \n\nG r ü n d e \n\n1 \n\n Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Körperverletzung \n\nim Amt mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren unter Straf-\n\naussetzung zur Bewährung verurteilt. Der Angeklagte hatte als Polizist einen \n\nflüchtigen Einbrecher erschossen. Seine Revision hat mit der Verfahrensrüge \n\naus § 338 Nr. 7 StPO Erfolg. \n\n2 \n\n Entgegen der Auffassung des Schwurgerichtsvorsitzenden, \n\nder die Verhinderung eines beisitzenden Richters an der Urteilsunterzeich-\n\nnung gemäß § 275 Abs. 2 Satz 2 StPO vermerkt hat, begründete dessen \n\nAbordnung zur Justizbehörde keine rechtliche Verhinderung, da sein Status \n\nals Richter damit nicht verloren ging (vgl. BGH NJW 2003, 836; Meyer-\n\nGoßner, StPO 48. Aufl. § 275 Rdn. 23). Ein Fall etwa auch gegebener tat-\n\nsächlicher Verhinderung des beisitzenden Richters an der Urteilsunterzeich-\n\nnung, in dem eine Billigung der Anwendung des § 275 Abs. 2 Satz 2 StPO zu \n\nerwägen gewesen wäre (vgl. BGH aaO), liegt trotz von ihm tatsächlich wahr-\n\ngenommener Verwaltungstätigkeiten (Dienstbesprechungen) am gesamten \n\nNachmittag des letzten Tages der Urteilsabsetzungsfrist nicht vor. Dies folgt \n\naus der Abordnungstätigkeit des Beisitzers am Gerichtsort Hamburg selbst \n\nund aus der Verpflichtung des Vorsitzenden, im Falle zulässiger Ausschöp-\n\nfung dieser Frist die Wahrnehmung des unaufschiebbaren Dienstgeschäftes \n\nder Urteilsunterzeichnung durch den Beisitzer organisatorisch sicherzustellen \n\n(vgl. BGHSt 28, 194, 195; BGHR StPO § 275 Abs. 2 Satz 2 Verhinderung 2), \n\nwozu der Vorsitzende aufgrund seiner unzutreffenden Annahme einer Ver-\n\nhinderung aus Rechtsgründen keinen Anlass gesehen hatte. Anhaltspunkte \n\nfür unaufschiebbare vorrangige Verwaltungsaufgaben, aufgrund derer dem \n\nabgeordneten Richter die Zeit zur fristgerechten Urteilsunterzeichnung und \n\nzur gebotenen vorangegangenen inhaltlichen Prüfung des Urteilsentwurfs \n\nauch bei Einhaltung organisatorischer Vorkehrungen keinesfalls zur Verfü-\n\ngung gestanden hätte, liegen nicht vor. \n\nHarms Häger Basdorf \n\nGerhardt Schaal","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-04-26/5-str-21-06","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 275","ref_norm":"275","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 338","ref_norm":"338","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-04-26/5-str-21-06","retrieved":"2026-07-10 20:29:57.773222+00:00"},"card":{"id":"bgh/2006-04-26/5-str-21-06","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"5. 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