{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2006-01-12","aktenzeichen":"IX ZB 223/04","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZB 223/04 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n12. Januar 2006 \n\nin dem Insolvenzverfahren \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter \n\nDr. Fischer, die Richter Raebel, Kayser, Cierniak und die Richterin Lohmann \n\nam 12. Januar 2006 \n\nbeschlossen: \n\nDie Anhörungsrüge der Schuldnerin gegen den Senatsbeschluss \n\nvom 22. September 2005 wird zurückgewiesen. \n\nDie Kosten des Rügeverfahrens hat die Schuldnerin zu tragen. \n\n1 \n\n2 \n\nGründe: \n\nDie Anhörungsrüge ist unbegründet. \n\n1. Die Gerichte sind nach Art. 103 Abs. 1 GG verpflichtet, das Vorbringen \n\nder Verfahrensbeteiligten zur Kenntnis zu nehmen und in Erwägung zu ziehen. \n\nHingegen ist es nicht erforderlich, alle Einzelpunkte des Parteivortrags in den \n\nGründen der Entscheidung auch ausdrücklich zu bescheiden (BVerfGE 96, 205, \n\n216 f). Der Senat hat in dem Beschluss vom 22. September 2005 die von der \n\nAnhörungsrüge der Schuldnerin umfassten Angriffe der Rechtsbeschwerde in \n\nvollem Umfang darauf geprüft, ob sie einen Rechtsbeschwerdegrund ergeben. \n\nEr hat unter diesem Gesichtspunkt die Beanstandungen sämtlich für nicht \n\ndurchgreifend erachtet und hat insoweit seinem die Beschwerde verwerfenden \n\nBeschluss eine den Kern der Angriffe betreffende Begründung (§ 577 Abs. 6 \n\nZPO) beigefügt. Von einer weiterreichenden Begründung kann auch in diesem \n\nVerfahrensabschnitt in entsprechender Anwendung des § 577 Abs. 6 Satz 3 \n\nZPO abgesehen werden. Weder aus § 321a Abs. 4 Satz 5 ZPO, nach dem der \n\nBeschluss kurz begründet werden soll, noch unmittelbar aus dem Verfassungs-\n\nrecht ergibt sich eine Verpflichtung zu einer weitergehenden Begründung der \n\nEntscheidung. Ansonsten hätte es eine Partei in der Hand, mittels einer Anhö-\n\nrungsrüge nach § 321a ZPO die Bestimmung des § 577 Abs. 6 Satz 3 ZPO im \n\nRechtsbeschwerdeverfahren auszuhebeln. Nach den Gesetzesmaterialien kann \n\neine Gehörsrüge gegen die Entscheidung über eine Nichtzulassungsbeschwer-\n\nde nicht dazu eingelegt werden, eine Begründungsergänzung herbeizuführen \n\n(vgl. BT-Drucks. 15/3706 S. 16; BGH, Beschl. v. 24. Februar 2005 - III ZR \n\n263/04, NJW 2005, 1432, 1433; v. 28. Juli 2005 - III ZR 443/04, FamRZ 2005, \n\n1831 f; v. 6. Oktober 2005 - IX ZR 120/03; siehe ferner BGH, Beschl. v. \n\n19. Januar 2004 - II ZR 108/02, WM 2004, 1894, 1895); entsprechendes gilt für \n\ndas Rechtsbeschwerdeverfahren. \n\n3 \n\n2. Ergänzend ist zu der Begründung der Gehörsrüge anzumerken, dass \n\nder Verfahrensbevollmächtigten der Schuldnerin durch Berichterstatterschrei-\n\nben vom 13. Mai 2005 der Hinweis erteilt worden ist, dem Senat liege in der \n\nParallelsache IX ZB 264/04 ein Stehordner vor, der \"Anlagen zu jeweiligen In-\n\nsolvenzanträgen der Bank betreffend die Unternehmensgruppe St. \n\n \" enthalte. Mit Schreiben vom 7. Juni 2005 hat die Verfahrensbevollmächtigte \n\nder Schuldnerin um Überlassung des Stehordners gebeten, \"der laut Mitteilung \n\ndes Herrn Berichterstatters vom 13. Mai 2005 zwischenzeitlich vorliegt\". Die \n\nVerfahrensbevollmächtigte der Schuldnerin hat die begehrte Akteneinsicht er-\n\nhalten; sie hat den Aktenordner mit Begleitschreiben vom 6. Juli 2005 zurückge-\n\nreicht, ohne irgendwelche Beanstandungen zu erheben und ohne die Rechts-\n\nbeschwerdebegründung zu vertiefen oder zu korrigieren. Dies hätte ihr freige-\n\nstanden, weil in dem Berichterstatterschreiben ausdrücklich davon die Rede \n\nwar, dass der Stehordner die Anlagen zu den jeweiligen Insolvenzanträgen ent-\n\nhalte und beiden Verfahren - was sich im Übrigen schon aus der Antragsschrift \n\nselbst ergibt - nur eine Insolvenzantragsschrift zugrunde liegt. Zur Trennung der \n\nVerfahren ist es erst im weiteren Verlauf des Eröffnungsverfahrens gekommen. \n\nDer Verfahrensbevollmächtigten der Schuldnerin ist es verwehrt, weitere auf \n\nden Inhalt des Insolvenzantrags und die Anlagen zielende Rügen erstmals nach \n\nAbschluss des Rechtsbeschwerdeverfahrens zu erheben. \n\nFischer \n\nRaebel \n\nKayser \n\nCierniak \n\nLohmann \n\nVorinstanzen: \n\nAG Oldenburg, Entscheidung vom 01.06.2004 - 60 IN 63/04 - \n\nLG Oldenburg, Entscheidung vom 25.06.2004 - 6 T 613/04 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-01-12/ix-zb-223-04","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 577","ref_norm":"577","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321a","ref_norm":"321a","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-01-12/ix-zb-223-04","retrieved":"2026-07-10 20:16:59.324558+00:00"},"card":{"id":"bgh/2006-01-12/ix-zb-223-04","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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