{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"VII. Zivilsenat","decided":"2005-12-20","aktenzeichen":"VII ZB 52/05","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nVII ZB 52/05\n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n20. Dezember 2005 \n\nin der Rechtsbeschwerdesache \n\nDer VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 20. Dezember 2005 durch \n\nden Vorsitzenden Richter Dr. Dressler, die Richter Dr. Kuffer, Bauner, die Rich-\n\nterinnen Dr. Kessal-Wulf und Safari Chabestari \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde der Klägerin gegen den Beschluss des \n\n27. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 24. Februar \n\n2005 wird auf Kosten der Klägerin verworfen; ausgenommen hier-\n\nvon sind die Gerichtskosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens, \n\ndie nach § 21 GKG wegen unrichtiger Sachbehandlung nicht er-\n\nhoben werden. \n\nWert: 6.666,66 € \n\nGründe: \n\nI. \n\n1 \n\n2 \n\nDie Klägerin wendet sich mit einer Vollstreckungsgegenklage gegen die \n\nZwangsvollstreckung aus einem zugunsten des Beklagten ergangenen Kosten-\n\nfestsetzungsbeschluss über 33.333,33 € zuzüglich Zinsen. \n\nAuf ihren Antrag hat das Landgericht die Zwangsvollstreckung gegen Si-\n\ncherheitsleistung in Höhe von 35.000 € eingestellt. Der sofortigen Beschwerde \n\ndes Beklagten hat das Landgericht nicht abgeholfen. \n\n3 \n\n4 \n\nDas Oberlandesgericht hat die erstinstanzliche Entscheidung aufgeho-\n\nben und das Verfahren zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das \n\nLandgericht zurückverwiesen. Es hat die Rechtsbeschwerde zugelassen. \n\nDie Klägerin beantragt, die angefochtene Entscheidung aufzuheben und \n\ndie sofortige Beschwerde des Beklagten zu verwerfen. \n\n5 \n\n1. Das Oberlandesgericht hält die sofortige Beschwerde gegen den Ein-\n\nII. \n\nstellungsbeschluss des Landgerichts gemäß §§ 567 Abs. 1 Nr. 1, 793 ZPO für \n\nzulässig. Die gegenteilige Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom \n\n21. April 2004 - XII ZB 279/03, BGHZ 159, 14), die, soweit ersichtlich, Zustim-\n\nmung erfahren habe oder jedenfalls widerspruchslos hingenommen werde, sei \n\nnicht überzeugend. Vielmehr ergebe sich die Zulässigkeit der sofortigen Be-\n\nschwerde unzweideutig auf der genannten gesetzlichen Grundlage (wird im \n\nEinzelnen ausgeführt). Die sofortige Beschwerde habe auch in der Sache we-\n\ngen der mangelhaften Begründung des Landgerichts Erfolg. \n\n2. Die Rechtsbeschwerde ist nicht statthaft. \n\na) Die Rechtsbeschwerde ist statthaft, wenn dies im Gesetz ausdrücklich \n\nbestimmt ist (§ 574 Abs. 1 Nr. 1 ZPO) oder das Berufungsgericht sie in dem \n\nangefochtenen Beschluss zugelassen hat (§ 574 Abs. 1 Nr. 2 ZPO). Die erst-\n\ngenannte Alternative liegt nicht vor. Die auf Grundlage der zweiten Alternative \n\nvorgenommene Zulassung der Rechtsbeschwerde durch das Berufungsgericht \n\nist aber für das Rechtsbeschwerdegericht nicht bindend, wenn die Rechtsbe-\n\nschwerde gegen die angefochtene Entscheidung bereits nicht statthaft ist. Eine \n\nnach dem Gesetz unanfechtbare Entscheidung kann nicht durch Zulassung ei-\n\n6 \n\n7 \n\nner Anfechtung unterworfen werden (BGH, Beschl. v. 21. April 2004 aaO \n\nm.w.Nachw.). Das gilt erst recht, wenn schon das Rechtsmittel zum Beschwer-\n\ndegericht nicht zulässig war (BGH, Beschl. v. 23. Oktober 2003 - IX ZB 369/02, \n\nNJW 2004. 1112 m.w.Nachw.). \n\n8 \n\nb) Der auf § 769 ZPO beruhende Beschluss des Landgerichts über die \n\neinstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung ist unanfechtbar. Das hat der \n\nXII. Zivilsenat in seinem Beschluss vom 21. April 2004 (aaO) - anders als das \n\nBeschwerdegericht für richtig hält - unter Einbeziehung sämtlicher relevanter \n\nGesichtspunkte eingehend und überzeugend begründet. Dem ist der II. Zivilse-\n\nnat im Beschluss vom 17. Oktober 2005 (- II ZB 4/05, in Juris dokumentiert) \n\ngefolgt. Der Senat hält die Erwägungen des XII. Zivilsenats ebenfalls für zutref-\n\nfend. Das Beschwerdegericht war jedoch mangels Eröffnung der Beschwerde-\n\ninstanz nicht befugt, die von dem Prozessgericht erlassene einstweilige Einstel-\n\nlung der Zwangsvollstreckung aufzuheben. Aus dieser auch für die Rechtsbe-\n\nschwerde geltenden Erwägung der Unzulässigkeit des Rechtsmittels ist dem \n\nRechtsbeschwerdegericht die Aufhebung der - rechtlich verfehlten - Entschei-\n\ndung des Berufungsgerichts verwehrt. \n\nDressler Kuffer Bauner \n\n Kessal-Wulf Safari Chabestari \n\nVorinstanzen: \nLG Bielefeld, Entscheidung vom 15.09.2004 - 6 O 486/04 - \nOLG Hamm, Entscheidung vom 24.02.2005 - 27 W 58/04 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2005-12-20/vii-zb-52-05","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 769","ref_norm":"769","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 793","ref_norm":"793","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 567","ref_norm":"567","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2005-12-20/vii-zb-52-05","retrieved":"2026-07-10 17:21:37.490038+00:00"},"card":{"id":"bgh/2005-12-20/vii-zb-52-05","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"VII. 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