{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2005-10-20","aktenzeichen":"IX ZR 176/02","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZR 176/02 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n20. Oktober 2005 \n\nin dem Rechtsstreit \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter \n\nDr. Fischer, die Richter Raebel, Vill, Cierniak und die Richterin Lohmann \n\nam 20. Oktober 2005 \n\nbeschlossen: \n\nDie Beschwerde des Beklagten gegen die Nichtzulassung der \n\nRevision in dem Urteil des 26. Zivilsenats des Oberlandesgerichts \n\nFrankfurt am Main vom 27. Juni 2002 wird zurückgewiesen. \n\nDer Beklagte trägt die Kosten des Verfahrens über die Nichtzu-\n\nlassungsbeschwerde nach einem Wert von 160.288,14 Euro. \n\nGründe: \n\n1 \n\nDie Nichtzulassungsbeschwerde ist nach § 544 ZPO zulässig. Sie ist \n\njedoch nicht begründet. Weder hat die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung, \n\nnoch ist eine Entscheidung des Revisionsgerichts zur Fortbildung des Rechts \n\noder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (§ 543 \n\nAbs. 2 ZPO). \n\n2 \n\nDas angefochtene Urteil genügt den Anforderungen des § 543 Abs. 1 \n\nund 2 ZPO a.F. (vgl. BGH, Urt. v. 13. Juli 2005 - XII ZR 303/02, NJW 2005, \n\n2858, 2859). Entgegen der Ansicht der Nichtzulassungsbeschwerde waren auf \n\ndas Berufungsurteil noch die am 31. Dezember 2001 geltenden Vorschriften \n\nder Zivilprozessordnung anzuwenden, weil die mündliche Verhandlung vor dem \n\nLandgericht vor dem 1. Januar 2002 geschlossen worden war (§ 26 Nr. 7 \n\nEGZPO). \n\n3 \n\nDie Zulassung der Revision ist auch nicht deshalb wegen grundsätzli-\n\ncher Bedeutung geboten, weil das Berufungsgericht unter Hinweis auf den \n\nhypothetischen Ausgang des Kündigungsschutzprozesses die im Regresspro-\n\nzess erstmals behauptete Bösgläubigkeit des Klägers hinsichtlich des behaup-\n\nteten Spesenbetruges für unerheblich gehalten hat. Nach ständiger Rechtspre-\n\nchung des Bundesgerichtshofs ist im Regressprozess von demjenigen Sach-\n\nverhalt auszugehen, der dem Gericht des Ausgangsprozesses bei pflichtge-\n\nmäßem Verhalten des Anwalts unterbreitet und von ihm aufgeklärt worden wä-\n\nre (BGHZ 133, 110, 111 f; BGH, Urt. v. 16. Juni 2005 - IX ZR 27/04, BGHRe-\n\nport 2005, 1314, 1315). Die frühere Arbeitgeberin des Klägers wusste von des-\n\nsen angeblicher Mittäter- oder Gehilfenschaft nichts, hätte sie also auch nicht \n\nzur Begründung der fristlosen Kündigung heranziehen können; sie wäre damit \n\nnicht zum Gegenstand des Kündigungsschutzprozesses geworden. \n\n4 \n\nDie Frage der Umwandlung eines Freistellungs- in einen Zahlungsan-\n\nspruch stellt sich im vorliegenden Fall nicht. Der Ausspruch unter 1b) des an-\n\ngefochtenen Urteils hat keinen vollstreckungsfähigen Inhalt, weil die zu zah-\n\nlende Summe nicht betragsmäßig bestimmt ist und sich auch nicht mit Hilfe \n\nallgemein zugänglicher oder offenkundiger Quellen ermitteln lässt (vgl. BGH, \n\nBeschl. v. 25. August 1999 - XII ZR 136/97, BGHR ZPO § 704 Abs. 1 Be-\n\nstimmtheit 1; Beschl. v. 10. Dezember 2004 - IXa ZB 73/04, WM 2005, 246, \n\n247); er hat daher - zu Recht - nur die Wirkung eines Feststellungsurteils. \n\n5 \n\nSchließlich ist das Berufungsgericht auch nicht von der Rechtsprechung \n\ndes Bundesarbeitsgerichts dazu abgewichen, unter welchen Voraussetzungen \n\neine Abmahnung entbehrlich ist. Es hat lediglich die Voraussetzungen eines \n\nsolchen Ausnahmefalles nicht als erfüllt angesehen. Von einer weiteren Be-\n\ngründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 ZPO abgesehen. \n\nFischer Raebel Vill \n\n Cierniak Lohmann \n\nVorinstanzen: \n\nLG Frankfurt, Entscheidung vom 23.11.2000 - 2/26 O 391/95 - \n\nOLG Frankfurt, Entscheidung vom 27.06.2002 - 26 U 24/00 -","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2005-10-20/ix-zr-176-02","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 544","ref_norm":"544","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 543","ref_norm":"543","n":1},{"jurabk":"ZPOEG","ref":"§ 26","ref_norm":"26","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2005-10-20/ix-zr-176-02","retrieved":"2026-07-10 17:04:04.507781+00:00"},"card":{"id":"bgh/2005-10-20/ix-zr-176-02","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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