{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"IX. Zivilsenat","decided":"2005-09-29","aktenzeichen":"IX ZB 178/02","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\nIX ZB 178/02 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n29. September 2005 \n\nin dem Verbraucherinsolvenzverfahren \n\nDer IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter Dr. Ganter, \n\nRaebel, Kayser, Cierniak und die Richterin Lohmann \n\nam 29. September 2005 \n\nbeschlossen: \n\nDie Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 3. Zivilkammer \n\ndes Landgerichts Lüneburg vom 9. April 2002 wird auf Kosten des \n\nSchuldners als unzulässig verworfen. \n\nGründe: \n\nI. \n\nDer Schuldner beantragte am 8. Dezember 1999 die Eröffnung des Ver-\n\nbraucherinsolvenzverfahrens und die Erteilung der Restschuldbefreiung. Nach \n\nInsolvenzeröffnung zeigte die Treuhänderin an, dass die Insolvenzmasse zur \n\nErfüllung der Masseverbindlichkeiten nicht ausreiche, und beantragte die Ein-\n\nstellung des Verfahrens. Mit Schreiben vom 5. Juni 2001 gab das Insolvenzge-\n\nricht den Insolvenzgläubigern Gelegenheit, zu diesem Antrag und dem Rest-\n\nschuldbefreiungsantrag binnen zwei Wochen Stellung zu nehmen. Das betei-\n\nligte Finanzamt beantragte daraufhin mit Schreiben vom 20. Juni 2001 die Ver-\n\nsagung der Restschuldbefreiung, weil der Schuldner in seiner Einkommens-\n\nteuererklärung vom 25. März 1999 Einkünfte aus der Veräußerung von Waren \n\nin Höhe von 40.000 DM nicht angegeben und sich aus der berichtigten Steuer-\n\nveranlagung eine zur Tabelle angemeldete Nachzahlung von 9.000 DM erge-\n\nben habe. Das Amtsgericht hat dem Schuldner mit Beschluss vom 12. Oktober \n\n2001 die Restschuldbefreiung versagt. Die hiergegen gerichtete sofortige Be-\n\nschwerde hatte keinen Erfolg. Mit der Rechtsbeschwerde verfolgt der Schuld-\n\nner seinen Antrag weiter. \n\nII. \n\nDie gemäß §§ 6, 7, 289 Abs. 2 Satz 1 InsO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 \n\nZPO von Gesetzes wegen statthafte Rechtsbeschwerde ist unzulässig. Die \n\nRechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung, und weder die Fortbildung \n\ndes Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordern \n\neine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts (§ 574 Abs. 2 ZPO). \n\nDas Landgericht hat mit auf den Einzelfall bezogenen Erwägungen fest-\n\ngestellt, dass der Schuldner in seiner Einkommensteuererklärung für das Jahr \n\n1998 unrichtige Angaben über sein Einkommen gemacht hat, um Steuern zu \n\nhinterziehen. Die zugrunde liegenden Tatsachen, auf die sich das Beschwer-\n\ndegericht dabei gestützt hat, ergeben sich aus einem außergerichtlichen \n\nSchriftwechsel und sind zwischen den Beteiligten im Kern nicht umstritten. Die \n\nangefochtene Entscheidung beruht somit nicht auf streitigen Tatsachen, die \n\nerst noch gemäß § 290 Abs. 2 InsO, § 294 ZPO glaubhaft zu machen sind. Die \n\nBeschwerdeentscheidung ist daher entgegen der Auffassung der Rechtsbe-\n\nschwerde nicht deshalb rechtsfehlerhaft, weil der Gläubiger den Versagungs-\n\ngrund nicht innerhalb der zur Stellungnahme eingeräumten Frist glaubhaft ge-\n\nmacht hat. \n\nDie von der Rechtsbeschwerde ferner aufgeworfenen Fragen, insbeson-\n\ndere, ob dem Schuldner nachteilige Schlussfolgerungen daraus gezogen wer-\n\nden dürfen, dass er den Einspruch gegen einen Steuerbescheid nicht aufrecht \n\nerhält und die Forderung über die Nachveranlagung zur Tabelle festgestellt \n\nwird, betreffen nur den vorliegenden Einzelfall und haben keine rechtsgrund-\n\nsätzliche Bedeutung. \n\nEiner Festsetzung des Wertes für die Rechtsbeschwerde bedarf es ge-\n\nmäß GKG-KV Nr. 1823 (Festgebühr) nicht. Die gerichtliche Unterliegensgebühr \n\nnach diesem Tatbestand wird durch die entsprechende gerichtliche Entschei-\n\ndung fällig (§ 6 Abs. 3 GKG n.F., § 61 Abs. 2 GKG a.F.). Die Fortgeltung alten \n\nKostenrechts ist durch § 71 Abs. 3, § 72 Nr. 3 GKG i.d.F. von Artikel 1 des Kos-\n\ntenrechtsmodernisierungsgesetzes vom 5. Mai 2004 (BGBl. I S. 718) nur für \n\nsolche Kosten bestimmt, die vor dem 1. Juli 2004 fällig geworden sind. \n\nGanter Raebel Kayser \n\n Cierniak Lohmann","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2005-09-29/ix-zb-178-02","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 574","ref_norm":"574","n":2},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 6","ref_norm":"6","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 289","ref_norm":"289","n":1},{"jurabk":"InsO","ref":"§ 290","ref_norm":"290","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 294","ref_norm":"294","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 6","ref_norm":"6","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 72","ref_norm":"72","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2005-09-29/ix-zb-178-02","retrieved":"2026-07-10 17:02:22.275699+00:00"},"card":{"id":"bgh/2005-09-29/ix-zb-178-02","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"IX. 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